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Anna Sieben, Katja Sabisch, Jürgen Straub (Hg.)

Menschen machen

Die hellen und die dunklen Seiten humanwissenschaftlicher Optimierungsprogramme
2012, 498 S., kart., 36,80 €
ISBN 978-3-8376-1700-9
Reihe Interkultureller Humanismus
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Der programmatische Gedanke, menschliches Leben durch gezielte Eingriffe verbessern zu können, hat seit der Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaften Konjunktur. Das wissenschaftlich-technisch begründete Programm, Menschen machen zu können, reicht von minimalen Manipulationen bis hin zu umfassenden medizinisch-invasiven oder psychotechnischen Eingriffen. Die Implikationen dieser zwiespältigen Fortschrittsgeschichte sind bis heute unzulänglich untersucht worden. Optimierungen des Humanen und damit verbundene Normierungen der Lebens- und Handlungspraxis transformieren den Menschen und unser Bild vom Menschen in vielfältiger Weise. Die Beiträge in diesem Band gehen solchen »Schattenseiten« von Optimierungsprogrammen nach.
Anna Sieben promoviert und lehrt an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte der Psychologie, feministische Psychologien und kulturpsychologische Sozialforschung.
Katja Sabisch ist Juniorprofessorin für Gender Studies an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Wissensforschung und -geschichte (Medizin, Körper, Geschlecht) und postfeministische Theorien.
Jürgen Straub (Prof. Dr. phil.) ist Inhaber des Lehrstuhls für Sozialtheorie und Sozialpsychologie an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Mitglied im Board des Research Departments »Center for Religious Studies« (CERES) sowie einer der Mentoren der Mercator Research Group »Spaces of Anthropological Knowledge: Production and Transfer«. Er ist stellvertretender Vorsitzender des internationalen Projekts »Humanismus im Zeitalter der Globalisierung« am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und Fellow des Mercator Research Center Ruhr (MERCUR).
WWW: www.sowi.rub.de/gender/index.html.de
WWW: www.sowi.rub.de/soztheo
»Die Zwiespältigkeit der Fortschrittsgeschichte wird in den vielseitigen Beiträgen gut vorstellbar gemacht, die Notwendigkeit einer ethischen Begleitung der Lebenswissenschaften in plausibler Weise postuliert.«
Christoph Rohde, www.e-politik.de, 25.03.2013
Besprochen in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2012, Thomas Thiel
lehrerbibliothek.de, 2 (2013), Oliver Neumann
www.socialnet.de, 3 (2013), Markus Babo
Optimierung, Normierung, Mensch, Psyche, Körper, Medizin, Anthropologie
Psychologie, Soziologie, Anthropologie, Sozial- und Kulturwissenschaften, Gender Studies, Gesundheitswissenschaften und die interessierte Öffentlichkeit
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Interview

... mit Anna Sieben
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Versuche der Verbesserung des Menschen sind allgegenwärtig und dennoch unzureichend sozial- und kulturwissenschaftlich verstanden und erforscht. ... mehrDieses Buch bietet mindestens zweierlei: Eine theoretische Strukturierung des Themas durch Vorwort und Einführung der Herausgeberinnen und Herausgeber sowie detailreiche Einblicke in vielfältige Themenfelder durch die Einzelbeiträge. »Menschen machen« verbindet die Vorzüge eines Sammelbandes mit denen einer Monographie.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Zahlreiche. Dieses Buch nimmt keine Pro- und Contra-Position ein. Optimierungsunterfangen des Menschen werden weder glorifiziert noch verworfen, sondern im Detail unter die Lupe genommen. Dabei nehmen die Autorinnen und Autoren ganz verschiedene disziplinäre Perspektiven ein (von der Soziologie über die Psychologie, Philosophie, Pädagogik, Medienwissenschaften, Literaturwissenschaften bis hin zur Theologie).
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Debatte um Optimierungen des Humanen konzentriert sich oft auf spektakuläre, biotechnologische Formen der Verbesserung des Menschen. Dieses Buch erweitert diese Perspektive und lenkt den Blick auch auf unauffällige und zum Teil althergebrachte Praktiken der Optimierung, wie Psychotechniken, Tagebucheinträge, Impfungen oder missionarische Handlungen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Menschen, die in (Selbst-)Verbesserungsprojekte involviert sind und über ihre Erfahrungen Auskunft geben können. Mit Chirurginnen, Patienten, Klientinnen in der Psychotherapie, Personal- Trainern und vielen anderen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Im Einzelnen möglichst präzise beschreiben (verstehen und erklären), was denn im Feld der Optimierung und Normierung des Menschen eigentlich genau vor sich geht – das ist die erste und vordringliche Aufgabe dieses Buches.
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