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Tanja Zimmermann (ed.)

Balkan Memories

Media Constructions of National and Transnational History
2012, 270 S., kart., zahlr. Abb., 33,80 €
ISBN 978-3-8376-1712-2
Reihe Kultur- und Medientheorie
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This book gives an insight into the media constructions of historical remembrance reflecting transnational, national or nationalistic forms of politics. Authors from post-Yugoslavia and neighbouring countries focus on the diverse transnational (such as Austro-Hungarian, Yugoslav etc.) and national (such as Bosnian, Croatian, Serbian etc.) memory cultures in South-Eastern Europe, their interference and rivalry. They examine constructions of memory in different media from the 19th century to recent wars. These include longue durée images, breaks and gaps, selection and suppression, traumatic events and the loss of memory, nostalgia, false memory, reactivation, rituals and traces of memory.
Tanja Zimmermann (Junior Professor; PhD in art history and Slavic studies) teaches East-European literature and art history at the University of Constance (Germany). Her research interests include literature, art and the media in Russia, South-Eastern Europe and Poland in the 19th and 20th century.
WWW: Uni Konstanz
»Es ist wichtig und wunderbar, dass die Herausgeberin Tanja Zimmermann diese vielen Stimmen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens zusammengetragen hat, die sich mit dem wohl zentralsten Strategiefeld postnationaler, postdemokratischer, postsozialistischer Symbol- (und Real-)politik auseinandersetzen: der Geschichtspolitik. Die 24 Beiträge [...] tun dies auf unterschiedlichste Art, dabei immmer prägnant und gut lesbar.«
Christian Welzbacher, www.KunstbuchAnzeiger.de, 2 (2013)
The Balkans, Nationalism, Media, History, Memory
Literary Studies, Media, History
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Interview

... mit Tanja Zimmermann
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der Sammelband hinterfragt die kulturanthropologische These vom mythisch-rückständigen Balkan, die nicht nur in der Tagespresse, sondern auch ... mehrin kulturwissenschaftlichen, historischen und politikwissenschaftlichen Studien bis heute vertreten wird. Stattdessen werden diejenigen medialen Erinnerungskonstruktionen analysiert, durch welche Geschichte und Stereotypen für die jeweiligen nationalen oder transnationalen Politikformen aktualisiert, fortgeschrieben und instrumentalisiert wurden.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Erforscht werden Erinnerungsprogramme in Österreich-Ungarn, Jugoslawien sowie den post-jugoslawischen Staaten. Gegenläufige, zentripetal und zentrifugal ausgerichtete Identitätsangebote trugen zum Zusammenschluss bzw. zum Zerfall der Staatsformationen bei. Forschungstraditionen verschiedener Disziplinen (Literaturwissenschaft, Geschichte, Kunstgeschichte, Medienwissenschaft) werden zusammengeführt, um gemeinsame, historische und ideologische Ausrichtungen erkennbar zu machen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen jene Erinnerungskulturen, die zum Zusammenschluss bzw. zum Zerfall der Staatsformationen in Südosteuropa beigetragen haben. Dadurch wird nicht nur der Dialog über die Grenzen der neuen Staatsnationen auf dem Balkan neu belebt, sondern auch das Balkan-Bild Westeuropas korrigiert. Exemplarisch wird zudem verdeutlicht, wie geschichtliche Memoria und ihre medialen Aktualisierungen nationale Identitäten formen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Aleida Assmann, Ulf Brunnbauer, Stefan Troebst, Peter Handke.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Erinnerungskulturen des Balkans werden auf ihre Rolle bei Bildung und Zerfall von Staaten in vergangenen und gegenwärtigen Konflikten befragt.
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