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Kathrin Braun (ed.)

Between Self-Determination and Social Technology

Medicine, Biopolitics and the New Techniques of Procedural Management
2011, 272 S., kart., 30,80 €
ISBN 978-3-8376-1747-4
Reihe KörperKulturen
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The book critically examines how concepts such as self-determination, participation, ethics, or dialogue, developed not least by the feminist movement and directed against repression, heteronomy and professional paternalism, have been integrated into new contexts and transformed into new social technologies. Crossing a variety of fields from birthing, genetic counselling, living wills, hospital ethics, to population policies and politics of biomedicine, it shows that medicine and medicine-related policies and practices form crucial arenas of these transformations. What we see emerging is procedural management as a new set of social techniques.
With a preface by William Ray Arney.
Kathrin Braun is professor (apl. Prof.) in Political Science at the University of Hanover (Germany) and an academic nomad whose work focuses on biopolitical modern rationality, its transformations and re-instantiations in past and present.
WWW: Uni Hannover
Besprochen in:
PW-Portal, 4 (2012), Anja-Franke Schwenk
Biopolitics, Medicine, Feminism, Self-determination, Technologies of Government
Medical Sociology, Gender Studies, Science and Technology Studies, Political Science, Medical History
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Interview

... mit Kathrin Braun
1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Das Buch richtet sich an alle, die sich kritisch mit Medizin, Biomedizin und Biomedizinpolitik auseinandersetzen und sich weder mit dem Maßstab individueller Selbstbestimmung noch mit ... mehrbioethischen Prinzipienkatalogen zufrieden geben. Es bietet eine kritische analytische Perspektive, aus der sichtbar wird, wie Aufmerksamkeit, Solidarität und Sorge für Menschen in existentiellen Lebenskrisen durch verfahrensförmige Sozialtechniken ersetzt werden, während im Mittelpunkt öffentlicher Kritik noch der längst obsolete medizinische Paternalismus steht.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Dieses Buch untersucht, wie Konzepte und Ansätze, die einmal gegen Fremdbestimmung und Paternalismus entwickelt wurden, zu Mitteln der Vergleichgültigung und Verwaltbarkeit geworden sind. Es lenkt den Blick darauf, dass Dialog, Ethik, Partizipation und Selbstbestimmung nicht einfach Teil der Lösung, sondern selber problematisch sind und zeigt, dass wir es mit neuen Sozialtechniken zu tun haben, die dazu dienen, Lebenskrisen und politische Konflikte zu glätten und handhabbar zu machen.
3. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?
Das Buch plädiert dafür, den Fokus der kritischen sozialwissenschaftlichen Biomedizinforschung zu erweitern und nicht nur auf neue wissenschaftliche Technologien, sondern auch auf Ambivalenzen, Schattenseiten und Machtwirkungen sozialer Techniken, Verfahren und Innovationen zu richten. Gegenüber den governmentality studies verschiebt es die Aufmerksamkeit vom Paradigma des unternehmerischen Selbst auf neue interaktive, verfahrensförmige Regierungstechniken und präsentiert dazu konkrete Analysen.
4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?
Arney, W. R./B. J. Bergen 1984: Medicine and the management of living. Taming the last great beast, Chicago and London
Braun, K./C. Kropp: Processing dissent – managing uncertainty. New developments in science policy and science communication. Special Issue of Science, Technology and Human Values, Nov 2010; 35 (6)
Herrmann, S Luise 2009: Policy Debates on Reprogenetics. The Problematization of New Research in Great Britain and Germany, Frankfurt a.M./New York
Jordan, I. 2007: Hospizbewegung in Deutschland und den Niederlanden:
Palliativversorgung und Selbstbestimmung am Lebensende, Frankfurt a.M.
Kohlen, H. 2009: Conflicts of Care – Hospital Ethics Committees in the USA and Germany, Frankfurt a.M./New York
Samerski, S. 2010: Die Entscheidungsfalle: Wie genetische Aufklärung die Gesellschaft entmündigt, Darmstadt
Schultz, S. 2006: Hegemonie, Gouvernementalität, Biomacht. Reproduktive Risiken und die Transformation internationaler Bevölkerungspolitik, Münster
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