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Leon Hempel, Marie Bartels, Thomas Markwart (Hg.)

Aufbruch ins Unversicherbare

Zum Katastrophendiskurs der Gegenwart
Mai 2013, 454 S., kart., 34,80 €
ISBN 978-3-8376-1772-6
Reihe Sozialtheorie
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Vormerken |
Terroranschläge und Kriege, Tsunami, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Klimawandel, Ölpest, Finanzkrise – Berichte über »Katastrophen« sind längst medialer Alltag.
Offen bleibt jedoch die Frage, welche Intentionen und Konsequenzen die zunehmende Verwendung des Katastrophenbegriffs durch Politik und Wirtschaft mit sich bringt. Die Beiträge des Bandes fragen daher: Dient der Begriff tatsächlich nur der Beschreibung – oder soll auch eine Atmosphäre des Ausnahmezustands geschaffen werden, die eine Anwendung von sonst nicht konsensfähigen Verfahren ermöglicht? Wohin führt es, wenn die Einordnung von Ereignissen in umfassende soziale Prozesse umgangen wird, wenn ihre Wahrnehmung als Konsequenz eingegangener Risiken ausbleibt?
Leon Hempel (Dr. phil.) leitet das Human Technology Lab sowie den Forschungsbereich Sicherheit – Risiko – Privatheit am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin.
Marie Bartels (M.A.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin.
Thomas Markwart (Dr. phil.) ist Literatur- und Kulturwissenschaftler.
WWW: Hempel
Katastrophe, Risikokommunikation, Politik, Krise, Terror, Soziale Prozesse
Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie, Geschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaften
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Interview
... mit Leon Hempel
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Braucht die Welt Katastrophen? Das Buch sollte bei der Beantwortung dieser Frage einige Orientierung geben können.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch? ... mehr Es gibt keine Perspektiven im Sinne von Aussichten, sondern nur Perspektivierungen im Sinne von politischen Handlungen und Katastrophen sind als solche zu verstehen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Auch Forschungsdebatten bedürfen Katastrophen im Sinne von Perspektivierung. Doch es gilt gerade über die Anlassfixierung hinauszugelangen. Zu fragen ist, wozu ein katastrophischer Anlass generiert wird, folglich auch wozu Forschungsdebatten.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wie wäre es mit einem Star gegenwärtiger Katastrophenpolitik? Es ließe sich zeigen, wie problematisch der Begriff als ein analytisch-sachlicher ist. Darüber hinaus mit Autoren wie Jacques Rancière, die die Katastrophe (als ästhetisches Ereignis) wieder mit Politik verbinden, etwa wenn eine Gruppe oder eine Institution für sich beansprucht für ›das‹ Volk zu sprechen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Erklärung von Katastrophen sollte als Warnzeichen wahrgenommen werden, sie zielt darauf, Denken zu beenden.
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