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Oliver Krüger

Die mediale Religion

Probleme und Perspektiven der religionswissenschaftlichen und wissenssoziologischen Medienforschung
Februar 2012, 538 S., kart., farb. Abb., 36,80 €
ISBN 978-3-8376-1874-7
Reihe Religion und Medien
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Die »mediale Religion« bedeutet stets ein theologisches Problem, das den Vorrang der unmittelbaren religiösen Erfahrung in Frage stellt. In der Religionswissenschaft wie auch in der Wissenssoziologie nach Max Scheler, Peter L. Berger und Thomas Luckmann führte dieses erfahrungsorientierte Religionsverständnis zu einer Marginalisierung der medialen Präsentationsformen von Religionen.
Mit Bezug auf »Heilige Schriften«, Film, Hörfunk, Fernsehen und Internet zeigt Oliver Krüger die Perspektiven der religionswissenschaftlichen Medienforschung auf. Seine wissenssoziologisch fundierten Analysen verweisen schließlich auf eine Meistererzählung von der ursprünglichen Einheit der Menschen, die für die religiöse Deutung von Medien prägend war.
Oliver Krüger (Prof. Dr.) lehrt Religionswissenschaft an der Universität Freiburg (Schweiz). Seine Forschungsinteressen beziehen sich neben dem Feld von Religion und Medien auf die Religionssoziologie und Thanatosoziologie.
WWW: Uni Freiburg
Besprochen in:
GMK-Newsletter, 3 (2012)
Wissenssoziologie, Religion, Medien, Film, Fernsehen, Internet
Theologie, Religionswissenschaft, Soziologie, Medienwissenschaft
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Interview

.. mit Oliver Krüger
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die religionswissenschaftliche, theologische und wissenssoziologische Forschung hat die neuen Medien lange Zeit weitgehend ignoriert, obwohl Fernsehen, ... mehrRadio und das Internet eine zentrale Bedeutung für dieVerbreitung religiöser Vorstellungen und Praktiken haben. Diese Ausblendungen sind nicht zufällig, sondern sind Folge eines erfahrungsorientierten Religions- und Handlungsbegriffes. Das Buch zeigt die Probleme dieser Ansätze neue Perspektiven auf.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Systematisch werden die Ausblendungen, Selektionen und Fokussierungen der bisherigen Erforschung von Fotografie, Telefonie, Film, Fernsehen, Hörfunk und Internet in Bezug auf die Religionsthematik aufgearbeitet. Das wissenssoziologische Religionsverständnis von Karl Mannheim, Max Scheler bis hin zu Peter Berger und Thomas Luckmann wird kritisch reflektiert. Aus der Zusammenführung der Analysen werden die normativen Implikationen der Medienstudien in der bisherigen Religionsforschung deutlich.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Durch die hier geleistete Offenlegung von normativen Prämissen wird eine reflektierte, religionsbezogene Erforschung neuer Medien innerhalb der Religionswissenschaft und Wissenssoziologie möglich. Jedes Kapitel zu den einzelnen Medien legt spezifische Forschungsstrategien dar. Insgesamt plädiert die Studie für einen Paradigmenwechsel weg vom Postulat der vermeintlichen ›Wirkung‹ bestimmter Medien hin zur hermeneutischen Frage nach der religiösen Nutzung und Bedeutungszuschreibung von Medien.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Hubert Knoblauch, Angela Keppler, Ruth Ayaß, Thomas Luckmann.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Studie zeigt die Probleme des erfahrungsorientierten Religions- und Handlungsbegriffes für die religionsbezogene Medienforschung auf.
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