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Thomas Brandstetter, Thomas Hübel, Anton Tantner (Hg.)

Vor Google

Eine Mediengeschichte der Suchmaschine im analogen Zeitalter
2012, 262 S., kart., zahlr. Abb., 28,80 €
ISBN 978-3-8376-1875-4
Reihe Kultur- und Medientheorie
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Ein Alltag ohne digitale Suchmaschinen ist heute nur noch schwer vorstellbar. Dabei lassen sich zahlreiche Einrichtungen, Personen und Techniken ausmachen, die lange vor Google und Co. ähnliche Funktionen übernommen haben – Staatshandbücher und Diener etwa, aber auch Bibliothekskataloge, Fragebögen oder Zeitungskomptoire.
Welche strukturellen Ähnlichkeiten gibt es zwischen diesen früheren und den heutigen Suchmaschinen? Welche Utopien knüpften sich an die Suchmaschinen des analogen Zeitalters? Welche Formen von Kontrolle ermöglichten sie? Das Buch widmet sich diesen und weiteren Fragen und liefert damit nicht nur neue Erkenntnisse über die Medien der Vergangenheit, sondern vertieft auch die Analysen der gegenwärtigen medialen Lage.
Thomas Brandstetter (Dr. phil.) forscht bei eikones in Basel.
Thomas Hübel (Dr. phil.) ist Generalsekretär des Instituts für Wissenschaft und Kunst in Wien.
Anton Tantner (Dr. phil.) lehrt am Institut für Geschichte der Universität Wien.
WWW: Brandstetter
WWW: Hübel
WWW: Tantner
Besprochen in:
E-3, 10 (2012)
Kultur, Geschichte, Medien, Suchmaschine, Information, Wissen
Mediengeschichte und -theorie, Kulturwissenschaften, Geschichte, Bibliothekswissenschaften sowie die an Mediengeschichte interessierte Öffentlichkeit
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Interview

... mit Anton Tantner, Thomas Hübel und Thomas Brandstetter
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Es gibt bislang kein Werk, das die Vorgeschichte von Suchmaschinen in einem zeitlichen Rahmen darstellt, ... mehrder von den Hilfsmitteln für die Suche in der Bibel über die Fragebögen, Adressbücher und Zeitungskomptoire der Frühen Neuzeit bis hin ins 20. Jahrhundert reicht. Die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte der beteiligten Autoren/-innen eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Suchmaschine und damit auch überraschende Zugänge zu einem viel diskutierten Thema aktueller Politik.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die aktuelle Diskussion zur Allmacht von Suchmaschinen, zu ihrer Voreingenommenheit und mangelnden Neutralität ist meist wenig über ihre historischen Vorläufer informiert. Der Rückgriff auf die Vergangenheit kann aber dazu dienen, heutige Problemlagen besser in den Blick zu bekommen – ähneln doch die Utopien und Befürchtungen von einst denen der Gegenwart.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Während die Geschichtswissenschaften zwar langsam die Mediengeschichte als lohnenden Forschungsgegenstand entdecken, dabei aber die aktuelle Diskussion um Suchmaschinen ignorieren, hat die Netztheorie ein eher kurzes Gedächtnis, das allenfalls zurück bis ins 20. Jahrhundert reicht. Die vorliegende Publikation möchte einen Dialog der beiden Disziplinen anregen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Nun, warum nicht mit Umberto Eco, Neal Stephenson, Dietmar Dath, den Googlern Larry Page und Sergey Brin? Sonst mit Historikern/-innen wie Peter Burke, Wolfgang Behringer, Michael Giesecke, David Gugerli, Valentin Groebner, Philipp Sarasin, Anke te Heesen, Clemens Zimmermann, Arndt Brendecke, Andreas Würgler, mit Medientheoretikern-/-innen wie Sybille Krämer, Kathrin Passig, Gert Lovink, Eva Horn, Felix Stalder, Ramón Reichert, Bernhard Siegert, Claus Pias, Theo Röhle oder Dieter Mersch.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Das digitale Zeitalter beginnt seine Vorgeschichte zu schreiben: Kammerdiener, Zeitungskomptoire, Kanontafeln, Staatshandbücher, Zettelkästen und Zitationsindizes werden zu den neuen Helden der Historiographie.
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