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Sabine Frost

Whiteout

Schneefälle und Weißeinbrüche in der Literatur ab 1800
2011, 336 S., kart., 34,80 €
ISBN 978-3-8376-1884-6
Reihe Lettre
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Beim polaren Whiteout wird Sonnenlicht so diffus von der Schnee- und Wolkendecke reflektiert, dass sich im Auge des geblendeten Betrachters bestimmte Kontraste auflösen.
Sabine Frost überträgt diese verunsicherte Wahrnehmung auf einen Leser literarischer Texte, der bei seiner Lektüre ebenso mit desorientierenden Phänomenen konfrontiert wird. Dabei werden sowohl die gestörte Wahrnehmung als ästhetische Erscheinung als auch der Bruch mit herkömmlichen Formen künstlerischer Repräsentation untersucht.
Sabine Frost lebt in Berlin und arbeitet an einem Projekt zur ökologischen Zivilisationskritik in der Literatur. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Literaturtheorie, Metaphern der Medialität und Reiseliteratur.
WWW: www.mediale-historiographien.de
Besprochen in:
GERMANISTIK, 52/3-4 (2012)
Literatur, Whiteout, Weiße, Desorientierung, Medialität
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Photographie
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Interview

... mit Sabine Frost
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Statt lediglich literaturtheoretische Ansätze wiederholend zusammenzufassen, entwickelt die Studie ein metaphorisches Modell, das einen innovativen ... mehrZugang zu literarischen Texten ermöglicht sowie einen Nexus zwischen verschiedenen Wissensordnungen und ihren Darstellungsformen eröffnet.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Studie ist kulturwissenschaftlich ausgerichtet und führt mit dem Rückgriff auf das polare Whiteout unterschiedliche Aspekte zusammen: Die Metapher des Textraumes, die wechselseitige Einflussnahme von Literatur und Naturwissenschaft bei der Konstitution kulturellen Wissens sowie die literarische Selbstreflexivität anhand der Thematik Schnee, Eis und Weiße. Dabei werden sowohl kanonische Werke einer Relektüre unterzogen als auch in der Forschung bisher randständige Texte berücksichtigt.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Studie schreibt sich zum einen in den Diskurs der Wissenspoetologie ein und untersucht, inwiefern literarische Texte visuelle Dispositionen nicht nur thematisieren, sondern zugleich im Textraum realisieren. Zum anderen nimmt sie eben diese textuellen Störungen zum Ausgangspunkt der metapoetischen Reflexion medialer Möglichkeiten und Bedingungen des literarischen Schreibens.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Als Literaturwissenschaftlerin, die auf die Psychophysiologie zurückgreift, um über Verfahren in literarischen Texten zu sprechen, wäre es spannend, das Buch mit einem literarisch versierten Physiologen zu diskutieren.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Über das Whiteout eröffnet die Studie einen innovativen Zugang zu literarischen Texten und ihren Verfahren, den Leser bei der Lektüre zu verunsichern.
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