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Janne Mende

Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung

Zur Vermittlung von Kulturrelativismus und Universalismus
2011, 212 S., kart., 28,80 €
ISBN 978-3-8376-1911-9
Reihe Kultur und soziale Praxis
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Die Auseinandersetzungen um Universalismus und Kulturrelativismus weisen eine lange und kontroverse Geschichte auf. Janne Mende nimmt die Spezifika beider Seiten in den Blick und eröffnet damit eine Verhältnisbestimmung, die weder einen Zugang hypostasiert noch das gesamte Feld verlässt. Entlang inhaltlicher und moralphilosophischer Dimensionen konturiert sie die Konzepte in ihrer Vermitteltheit und verdeutlicht anhand der Praxis der Genitalverstümmelung die Stärken einer reflexiven Sozialwissenschaft: Eine solche kann sich jenseits von relativistischer Gleichgültigkeit und universalistischer Dominanz verorten und sich kontextsensibel an der unhintergehbaren Forderung orientieren, Leiden zu vermindern.
Janne Mende hat Ethnologie, Politikwissenschaft und Psychologie studiert. Sie forscht zur Problematik kollektiver Menschenrechtsforderungen, zu Moralphilosophie, Kritischer Theorie, Kultur- und Identitätskonzepten.
WWW: Uni Gießen
»Ein dichtes Werk, das eine kulturelle Praxis aus unterschiedlichsten Perspektiven eingehend analysiert.«
Petra M. Springer, Stimme, 82 (2012)
»Auch für Kennerinnen der Diskussion neue Aspekte.«
WeiberDiwan, 2 (2011)
Besprochen in:
www.socialnet.de, 17.11.2011, Jos Schnurer
Genitalverstümmelung, FGM, FGC, Kulturrelativismus, Universalismus, Kultur, Identität, Kritische Theorie
Soziologie, Kulturwissenschaft, Ethnologie, Philosophie, Politikwissenschaft, Sozial- und Kulturanthropologie
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Interview
... mit Janne Mende
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Welt braucht die Verminderung von Leiden – nicht mein Buch. In meinem Buch allerdings stelle ich dar, inwiefern solch ein Ziel unterschiedlich akzentuiert ... mehrwird und warum entsprechende Bemühungen auch scheitern können. Das Buch gibt Antworten auf Fragen, die im Zeitalter kulturell begründeter Konflikte an Brisanz noch zunehmen werden. Dennoch ist es nicht einfach eine statische und starre Gebrauchsanweisung. Eine eigene Reflexion ist unabdingbar für Offenheit und Veränderung.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Übliche Perspektiven geraten allzu schnell in Sackgassen. Relativierendes Akzeptieren von Leiden ist ebenso zu kritisieren wie der Gedanke einer westlichen, überlegenen Leitkultur. Die Stärken beider Seiten ernst zu nehmen, ihre Schwächen aber zu erkennen und aufzuheben: Darin liegt die Perspektive auf einen möglichen Umgang mit Problemfeldern, die sich in diesem Spannungsfeld ansiedeln.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In zweierlei Hinsicht knüpft das Buch an aktuelle Debatten an. Das Thema der Genitalverstümmelung/Genitalbeschneidung sorgt nach wie vor für höchst kontroverse Diskussionen. Darüber hinaus scheint die Frage nach dem Umgang mit Kulturrelativismus und Universalismus in zahlreichen Auseinandersetzungen immer noch ein ungelöstes Problem darzustellen, das nicht einfach übergangen werden kann.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Eine spannende und produktive Diskussion verspreche ich mir von vielen Sozialwissenschaftler/-innen, Mediziner/-innen, Engagierten und Interessierten. Hier nur einige Namen herauszugreifen, würde den Anderen Unrecht tun.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Nicht die Dichotomie von Universalismus und Kulturrelativismus steht zur Debatte, sondern ihre Vermittlung in der Frage nach der Verminderung von Leiden.
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