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Alejandro Perdomo Daniels

Die Verwandlung der Dinge

Zur Ästhetik der Aneignung in der New Yorker Kunstszene Mitte des 20. Jahrhunderts
2011, 314 S., kart., zahlr. Abb., 34,80 €
ISBN 978-3-8376-1915-7
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Die ästhetische Strategie der Aneignung ist ein zentrales Moment in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Als Ausgangspunkt zur Gewinnung des Neuen begründet die Aufhebung der immanenten Ursprünglichkeit im Vorgefundenen, bereits Vorhandenen, eine Kunstpraxis von enormer Tragweite.
Alejandro Perdomo Daniels rekonstruiert die Strategie der Aneignung von Kunst- und Alltagsobjekten in der New Yorker Kunstszene Mitte des 20. Jahrhunderts (etwa durch Johns, Warhol und Sturtevant) und entwickelt ein Erklärungsmodell für die Transformation beliebiger Artefakte zu Kunstwerken. Über die kunstwissenschaftliche Analyse hinaus leistet die Studie damit auch einen Beitrag zur Kulturgeschichte der Dinge.
Alejandro Perdomo Daniels (Dr. phil.) hat Kunstgeschichte, Komparatistik und Romanistik in Bonn studiert und arbeitet als Autor und Kurator. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kunstgeschichte und Kunsttheorie im 20. Jahrhundert, Ästhetik sowie zeitgenössische Kunst.
Kunst, Ästhetik, Aneignung, Kultur, Clement Greenberg, Andy Warhol, Marcel Duchamp
Kunstgeschichte, Kunsttheorie, Kulturwissenschaft
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Interview
... mit Alejandro Daniels
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Welt braucht Bücher, die durch neue Erkenntnisse bzw. durch neue Erklärungsmodelle altbekannte Fragen neu aufs Tapet bringen, oder durch ... mehrneue Fragen den Geltungsbereich der Erkenntnis erweitern oder relativieren. So stellt dieses Buch einen Beitrag zu einer Diskussion dar, bei der es notwendig war, neue Erklärungsmodelle vorzuschlagen, um besser zu verstehen, welche Wege die Aneignung als ästhetische Strategie in ihrem partikulären Siegeszug in der New Yorker Kunstszene Mitte des 20. Jh. eingeschlagen hat.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Dieses Buch ist eine Untersuchung der kunsthistorischen und -theoretischen Voraussetzungen für die Konstituierung der Aneignung als ästhetische Strategie: Ein Thema, das sich mit zentralen Aspekten der modernen und postmodernen Kunst auseinandersetzt. Es bietet neue Einblicke sowohl in die Auffassung vom Kunstwerk und dessen Kontextgebundenheit als auch in die Vorstellung der kulturgeschichtlichen Rolle der Dinge als Entitäten von ästhetischer Erfahrung und Erkenntnis.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Aneignung ist einfach aktuell. Es handelt sich um ein bedeutendes Thema der Kunstgeschichte des 20. und 21. Jh., das verschiedene Fragen auf kunsttheoretischer Ebene aufwirft. Seine wirkungsästhetische Komplexität wird dennoch oft reduktiv behandelt, wie auch seine Konstituierungsgeschichte. Das Buch trägt also dazu bei, die Diskussion zu verschärfen und durchgängige Annahmen zu überdenken. Es wagt ein Erklärungsmodell, das die Debatte mit Argumenten befruchtet.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit jedem, der sich für das Thema interessiert! Wünschen würde ich mir allerdings ein Gespräch mit Greenberg und Duchamp, mit Johns, Warhol und Sturtevant, da sie auf jeweils unterschiedliche Weise zur Konstituierung der Aneignung als ästhetische Strategie beigetragen haben. Sehr gerne würde ich das Buch auch mit Arthur Danto diskutieren, denn er hat der Debatte entscheidende Impulse gegeben.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein Buch, das sich mit der Ästhetik der Entfremdung vom Fremden beschäftigt.
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