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Claudia Öhlschläger, Lucia Perrone Capano, Vittoria Borsò (Hg.)

Realismus nach den europäischen Avantgarden

Ästhetik, Poetologie und Kognition in Film und Literatur der Nachkriegszeit
Februar 2012, 348 S., kart., 33,80 €
ISBN 978-3-8376-1916-4
Reihe Kultur- und Medientheorie
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Realistische Schreib- und Darstellungsweisen der europäischen Avantgarden des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts haben in der Nachkriegszeit eine neue Konjunktur erlebt.
Die Beiträge dieses Bandes führen zentrale Fragestellungen der gegenwärtigen Realismusforschung fort, indem sie die spezifische Ausrichtung von Realismuskonzepten der Nachkriegsjahre im Film, aber auch deren Bedeutung für Poetiken und Poetologien nach dem Zweiten Weltkrieg in den Blick nehmen. Bisher wenig beachtete internationale und intermediale Verflechtungen zwischen filmästhetischen und literarischen Konzepten des italienischen Neorealismus (1943 bis etwa 1954), deutschsprachiger Nachkriegsliteratur und neorealistischer Theoriebildung werden hier erstmals erschlossen.
Film-, Literatur- und Geschichtsinteressierten bietet der Band zudem einen breiten Überblick über die internationale Medienlandschaft der Nachkriegszeit.
Claudia Öhlschläger (Prof. Dr.) ist Professorin für Vergleichende Literaturwissenschaft und Intermedialität an der Universität Paderborn. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Intermedialität der Literatur und der Künste, Konzepte des Realistischen in der Nachkriegsliteratur, Erinnerungspoetiken sowie die kulturpolitische Funktion Kleiner Formen der 20er und 30er Jahre.
Lucia Perrone Capano (Prof. Dr.) ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Salerno (Italien). Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Literatur der Goethezeit, moderne und zeitgenössische deutsche Literatur, Text-Bild-Beziehungen, Intermedialität, Exil- und Migrationsliteratur sowie Interkulturalität.
Vittoria Borsò (Prof. Dr. phil.) lehrt romanistische Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihre Forschungsschwerpunkte sind neben den Lateinamerika- und Europastudien Biopolitik, Gouvernementalität und Ästhetik des Lebens, Topologie und literarische Topographien, Visuelle Kultur, Materialität und Produktion.
WWW: Öhlschläger
Nachkriegsliteratur, Avantgarde, Realismus, Italienischer Neorealismus, Film, Neue Sachlichkeit, Magischer Realismus, Intermedialität, Surrealismus
Literatur- und Kulturwissenschaften, Germanistik, Romanistik, Amerikanistik, Film- und Medienwissenschaft, Philosophie, Kunst
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Interview

... mit Claudia Öhlschläger
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Da es genug Leserinnen und Leser, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt, die sich – auch aus mediengeschichtlicher und kulturwissenschaftlicher ... mehrPerspektive – für die Ära des italienischen Neorealismus und für die deutsche Nachkriegsliteratur interessieren.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Eine neue Perspektive auf die Zusammenhänge und Differenzen, die zwischen Konzepten realistischen Filmens und Schreibens im 20. Jahrhundert bestehen. Außerdem leistet der Band eine vergleichende Gegenüberstellung realistischer Ästhetiken im internationalen Kontext.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Nach den großen Erinnerungs- und Gedächtnisdebatten in den Kulturwissenschaften seit den 90er Jahren hat man in jüngster Zeit begonnen, den Realitätsstatus von Vergangenheitsdarstellung und -bewältigung auch medienreflexiv zu hinterfragen und zu beschreiben. Hinzu kommt die Frage nach den ethischen Implikationen, die mit Ästhetiken des Realistischen verbunden sind. Der vorliegende Band leistet hier einen wichtigen Beitrag.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Vittoria Borsò (Düsseldorf), Massimo Perinelli (Köln), Stephan Günzel (Berliner Technische Hochschule für Gestaltung), Dieter Mersch (Potsdam), Jörn Glasenapp (Bamberg).
5. Ihr Buch in einem Satz:
Realismus heißt, die Dinge in ihrer Erscheinungsweise zu sehen geben.
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