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Ruth Mayer, Brigitte Weingart (Hg.)
VIRUS!
Mutationen einer Metapher
2004, 318 S., kart., 26,00 €
ISBN 978-3-89942-193-4
Reihe Cultural Studies
Schlagworte:Viren, Epidemien, Ansteckung, Wissenschaftsgeschichte, biologische Kriegsführung, Computerviren Adressaten: Kulturwissenschaft/Cultural Studies, Wissenschaftsgeschichte/Science Studies, Medienwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Soziologie
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AIDS, Ebola und abstürzende Computer; Fremdkörper, Parasiten und Sleeper; Bio- und Cyberterrorismus, Tierseuchen und zuletzt SARS: Viren zirkulieren derzeit in verschiedensten Bereichen. Dabei erweist sich die Metaphorik des Wortes als ebenso grenzgängerisch und mutierend wie die konkreten Objekte. Sie wird bemüht, um Bedrohungsszenarien und grenzsichernde Maßnahmen durchzusetzen und dient gleichzeitig als Modell für Widerstand und subversive Selbstinszenierungen. Kein Zufall, dass sich die jüngste Mediendebatte um terroristische Gewalt erneut in diesen Mustern verfangen hat. Der Band »VIRUS!« untersucht die Auswirkungen der Bilder von riskanten Kontakten, Ansteckung und Unterwanderung – nicht nur auf die Herstellung der »harten Fakten« in Naturwissenschaften und Technik, sondern auch auf die Gestaltung der globalen Weltordnung.
Ruth Mayer (Dr. phil.) ist Professorin für American Studies an der Universität Hannover.
Brigitte Weingart (Dr. phil.) arbeitet als Literatur- und Kulturwissenschaftlerin am Forschungskolleg »Medien und kulturelle Kommunikation« der Universität Köln.
Pressestimmen
»In ihrem Werk untersuchen Mayer und Weingart die Möglichkeiten, in denen der Begriff Virus als Metapher bemüht wird, um Einfluss zu nehmen auf unser Weltbild, bewusst bestimmte Bedrohungsszenarien zu kreieren oder Modelle des Widerstands zu entwerfen. ... mehr Welchen Platz hat der Virus in der Medizingeschichte? Wie werden Viren dargestellt und welchen Einfluss haben diese Darstellungen auf unsere Sicht der Welt? Welche Rolle spielen die Medien? Warum werden verschiedene Phänomene heutzutage wie etwa Gerüchte plötzlich als Virus umschrieben? Warum gibt es so viele Virenthriller à la 'Outbreak' und wie real ist die Gefahr des Bioterrorismus wirklich? Globalisierung- das ist auch die transnationale Verbreitung von Ideen. Wer die Komplexität der Globalisierung der Welt verstehen will, für den ist diese Betrachtung der Virusmetapher ein absolutes Muss!«
ZDF, wissen und entdecken, 7 (2004)
»Vor allem die Denker der Subversion griffen häufig auf die Figur des 'Virus' zurück, haben Ruth Mayer und Brigitte Weingart in dem von ihnen herausgegebenen, äußerst informativen Band Virus! Mutationen einer Metapher beschrieben. Geht es um die Stabilisierung etablierter Hierarchien oder Systemgrenzen, bietet die Virulogie ein ideales Metaphernfeld - eines, das in diesem Kontext duchaus positiv besetzt ist.«
Stephan Hilpold, DER STANDARD, 03./04.09.2005
»Der gerade im transcript-Verlag erschienene
Band 'Virus! Mutationen einer Metapher', der von der Amerikanistin Ruth Mayer und der Kulturwissenschaftlerin Brigitte Weingart herausgegeben wurde, geht dieser Frage nach. Es ist dies der bislang erste Versuch, das wissenschaftliche Objekt Virus von dem Begriff 'Virus' klar zu unterscheiden und dessen Verwendung in verschiedenen Diskursen nachzuzeichnen.«
Klaus Lüber, www.literaturkurier.de
»Der Sammelband 'Virus!' [...] untersucht die Vielschichtigkeit dieser Metaphernbildung. Zwar liegt es nahe, auf die mediale Allgegenwart von Viren in Form eines Sammelbandes zu reagieren, doch muss man den Herausgeberinnen zu der umfassenden Zusammenstellung gratulieren. Die Beiträge nähern sich dem Thema aus der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, der Informatik und den Kultur- und Geisteswissenschaften. Trotz dieser Interdisziplinarität sind die Texte ausnahmslos gut lesbar und bestechen durch große Anschaulichkeit.«
Marcus Peter, scheinschlag, 6 (2004)
»Auch wer nicht an 'Wort-Viren' glaubt, dem wird dadurch doch klar: Das Modell des Virus als feindlicher, subversiver Schädling ist ein Konstrukt. Und es ist überholt. Jeder der das Wort 'Virus' in dieser Bedeutung verwendet, insbesondere um eine bestimmte Rhetorik der Grenzziehung zu etablieren (wie die amerikanische Regierung nach dem 11. September), agiert auf der Grundlage eines sozialen Modells, das sich scheinbar über die wissenschaftliche Beschreibung epidemischer Krankheiten legitimiert, aber in Wirklichkeit wenig mit der Seuche selbst zu tun hat. Es ist die große Leistung des Bandes, dies aufzuzeigen.«
Klaus Lüber, FR, 19.08.2004
»Ungeachtet zahlreicher Wiederholungen und Überschneidungen handelt es sich gleichwohl um ein anregendes Buch. Das mediale Bild der Virusgefahr, in den westlichen Gesellschaften regelmäßig und in immer schnellerer Folge aktiviert, wird in seinen vielfältigen Aspekten dargestellt.«
Karl-Heinz Leven, Gesnerus, 63 (2006)
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