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Felicitas Hillmann (Hg.)

Marginale Urbanität: Migrantisches Unternehmertum und Stadtentwicklung

2011, 262 S., kart., zahl. Abb., 28,80 €
ISBN 978-3-8376-1938-6
Reihe Urban Studies
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Der Umgang mit »Differenz« ist ein Kernelement des Städtischen: Der oder die ›Andere‹ am Rande der Gesellschaft stellt das gewohnte Denken in Frage. Dieses Buch begreift die Herausbildung von migrantischen Ökonomien in den Städten als einen Kristallisationspunkt von Urbanität. Die Beiträge zeigen, dass viele der migrantischen Unternehmerinnen und Unternehmer bislang nur am Rande der Stadtgesellschaft, am Rande der eigenen Belastbarkeit, am Rande der Stadtentwicklung wahrgenommen werden.
Die empirischen Analysen fokussieren erstmals auch nicht-europäische Migrantinnen und Migranten in verschiedenen Städten und thematisieren deren zentrale Position für die Stadtentwicklung insgesamt.
Felicitas Hillmann (Prof. Dr.) vertritt seit 2006 eine Professur für Humangeographie an der Universität Bremen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Fragen der internationalen Migration, Integration und Stadtentwicklung.
WWW: Uni Bremen
»Insgesamt geben diese sorgfältig zusammengestellten Beiträge einen sehr guten Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zur Thematik ›Migration und Ökonomie‹ aus sozialwissenschaftlichen Perspektiven.«
Barbara Lemberger, H-Soz-u-Kult, 22.02.2012
Besprochen in:
www.via-bund.de, 11 (2011)
Planerin, 6 (2011)
Fraunhofer IRB, 2 (2012)
Stadt und Raum, 2 (2012)
Stadtentwicklung, Migration, Multikulturalität, Integration, Gender, Differenz, Ethnische Ökonomie
Geographie, Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Stadtforschung
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Interview

... mit Felicitas Hillmann
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch entwickelt eine originelle und seit einige Zeit schon anstehende Frage weiter: Wie kann man die Bedeutung von migrantischem Unternehmertum ... mehrin den Städten überhaupt verstehen? Wir haben inzwischen viele Studien über die migrantischen Ökonomien der Migrant/-innen der ersten Stunde. Aber was weiß man schon über die Unternehmer/-innen aus Afrika, Russland oder Vietnam? Wenn man das Buch liest, weiß man etwas mehr darüber. Schon dazu braucht man dieses Buch.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Hat es Sinn, Asia-Center zu planen? Macht es einen Unterschied, ob man eine Galerie im Stadtteil hat oder einen Afro-Shop? Beide sind rein ökonomisch betrachtet vielleicht ›marginal‹ für die Entwicklung des Stadtteils. Aber sie sind ein willkommener Kristallisationspunkt für Kommunikation. Was ungewohnt ist, bringt Veränderung in die Städte. ›Marginal‹ ist das inzwischen vor allem in unseren Köpfen: Vielerorts stellen die migrantischen Unternehmer zahlenmäßig gut ein Drittel der neu eröffnenden Gewerbetreibenden. Die neuen, flexibilisierten Arbeitsweisen (auch der einheimischen Bevölkerung) passen nicht mehr so leicht mit den institutionalisierten Angeboten zusammen: Wir brauchen neue Perspektiven.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
›Marginal‹ – das ist auch ein Versuch, von einer ökonomistischen Wertung wegzukommen. Von außen betrachtet, sind viele aktuelle Wirtschaftformen in den Städten prekär. Die Menschen arbeiten lange, verdienen wenig und müssen häufig sehr kurzatmig agieren. Spricht man mit den Menschen selbst, sieht es schon anders aus: dann wird die berufliche Selbstständigkeit eher positiv bewertet. ›Marginal‹, das ist die Chance auf volle Teilhabe etwas später, das ist der Weg in die Mitte der Gesellschaft. ›Urbanität‹ ist in unseren Städten ohne migrantische Ökonomien nicht mehr denkbar.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten würde ich das Buch mit Stadtforschern diskutieren. Und dann so, dass ›Diversität‹ nicht nur als ein Schlagwort begriffen wird, das sich lediglich auf die ›Einwanderung‹ bezieht, sondern so, dass man sich klar macht, dass es sich um eine grundlegende Veränderung der gesamten Stadt handelt: bezüglich der Einkommensverteilung und der Milieus in der Stadt, der Altersstruktur der Bevölkerung, hinsichtlich der Lebens- und Arbeitsformen und der Bildung. Besonders anregend wird es dann sein, mit denen zu sprechen, die bereits Teil dieser Veränderungen sind oder die schon Erfahrung mit multikulturellen Gesellschaften besitzen, z. B. Kolleg/-innen aus Kanada oder Brasilien.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Mehr konzeptionelles und empirisches Wissen über migrantische Unternehmer/-innen.
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