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Marc Dietrich, Martin Seeliger (Hg.)

Deutscher Gangsta-Rap

Sozial- und kulturwissenschaftliche Beiträge zu einem Pop-Phänomen
2012, 400 S., kart., zahlr. Abb., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-1990-4
Reihe Cultural Studies
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Der Medienhype um Aggro Berlin, Sidos Beteiligung an der Casting-Show »Popstars« oder der Kinofilm »Zeiten ändern dich« des Bambi-Preisträgers Bushido zeigen: Gangsta-Rap ist auch in Deutschland zu einem zentralen Genre der Popkultur avanciert.
Die Bildwelten der Gangsta-Rap-Kultur sind dabei nicht nur das Resultat von medienbasierten Glokalisierungsprozessen, sondern auch Bezugspunkte in einem Krisendiskurs um ethnisierte Jugendkriminalität oder deviante Männlichkeitsentwürfe.
An der Schnittstelle von Soziologie und Kulturwissenschaft bieten die Beiträge in diesem Band einen Überblick über Bedeutung und Funktionsweise der Gangsta-Rap-Kultur.
Marc Dietrich, Stipendiat der Andrea von Braun Stiftung, ist Promotionsstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft.
Martin Seeliger ist Promotionsstipendiat am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln.
WWW: Dietrich
WWW: Seeliger
»[Man] wünscht sich, das Buch wäre einige Jahre früher erschienen, als Gangsta-Rap noch zu den heißen Themen des Feuilletons zählte; noch bevor sich die Talkshowdauergäste Sido und Bushido zur kleinbürgerlichen Existenz bekannten. Andererseits erlaubt die zeitliche Distanz den Autoren, eben jene stereotypisierten Bilder äußerst kritisch unter die Lupe zu nehmen. Und das ist eine große Bereicherung, nicht nur für die HipHop-Kultur, sondern gerade für den öffentlichen Diskurs.«
Fatma Aydemir, taz, 27.08.2012
Besprochen in:
Spex, 1/2 (2012)
HipHop, Rap, Cultural Studies, Literaturwissenschaft, Gender Studies, Soziale Ungleichheit, Populärkultur
Soziologie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
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Interview

... mit Martin Seeliger und Marc Dietrich
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil GangstaRap als Kulturphänomen nicht einfach so existiert, sondern gesellschaftlich voraussetzungsreich ist, lässt die Auseinandersetzung ... mehrwesentliche Rückschlüsse auf die Beschaffenheit von Kultur- und Sozialwelt zu. Dass das Genre z.B. in westlichen Ländern seit der Krise des Fordismus an Konjunktur gewinnt, zeigt den unmittelbaren Zusammenhang mit Verhältnissen sozialer Ungleichheit.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Da die Auseinandersetzung mit GangstaRap bis jetzt von akademischer Warte aus nicht stattfindet, ist natürlich erst mal alles neu. Die Beiträge leisten u.E. einen sehr guten Überblick. Mit unserer disziplinären (und forschungspolitischen) Perspektivenvielfalt (historisch und zeitdiagnostisch beschreibend/kritisch-bewertend) glauben wir, uns dem Phänomen mit der nötigen Flexibilität anzunähern.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Eine (leider) relativ geringe Bedeutung, die das zeitdiagnostische Potenzial des Themas allerdings nicht abbildet. Etwa in der Sarrazin-Debatte posierte die Skandalfigur des GangstaRappers ja durchgehend im symbolisch-diskursiven Hintergrund.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Heinz Buschkowsky (Bürgermeister von Neukölln und populärer Skandalisierer migrantischer Jugendlicher) und Marcus Staiger, (Rap-Kenner, Journalist und Gründer des Royal-Bunker-Labels, den wir eigentlich auch gern als Autoren gehabt hätten), Allerdings nicht gleichzeitig, sondern lieber nacheinander.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch bietet eine umfassende Betrachtung von deutschem GangstaRap aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Sicht als erste Bilanz und Einladung zum Weiterforschen!
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