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Was ist jüdisch? Die Frage nach kulturellen Zuordnungen und religiösen Traditionen wird in der Popkultur oft auf überraschende und spielerische Weise beantwortet. Auch das Judentum erscheint in der Popkultur des 20. und 21. Jahrhunderts nicht als etwas Festes, sondern als wandelbare Figur in einem immer neu zu inszenierenden Spiel. Caspar Battegays Essay geht diesem Spiel mit Figuren des Jüdischen in einer Auswahl ganz unterschiedlicher Filme, TV-Serien, Songs und Texte nach. Dabei wird nicht nur ein neuer Forschungsbereich für die Jüdischen Studien in Deutschland erschlossen – auch die Theorie der Popkultur wird um die bislang vernachlässigte Dimension des Jüdischen bereichert.
Caspar Battegay (Dr. phil.) lehrt am Institut für Jüdische Studien der Universität Basel. Seine Interessensgebiete sind deutsch-jüdische Literatur, Literaturtheorie, moderne Geistesgeschichte und Popkultur.
WWW: Uni Basel
»Dieses Buch ist weitaus mehr als eine Sammlung von Anekdoten über jüdische Sänger, Komiker und andere Künstler. Es könnte sich sehr lohnen, den offenen Fragen weiter nachzugehen, zu spielen und auf vielfältige Weise zu betrachten – von außen oder von innen. Das Buch benennt mehr als nur eine Lücke.«
Thomas Kleinspehn, Büchermarkt, Deutschlandradio, 01.10.2012
»›Judentum und Popkultur‹ [ist] ein wichtiges Buch, das Lücken schließt und Wahrnehmung schärfen hilft.«
Julian Weber, taz, 20.09.2012
»[Eine] ebenso kluge wie abwechslungs- und referenzreiche Analyse, die sich der zeitgenössischen Paradoxie der Identitätskonstruktion bewusst ist.«
Paul Divjak, wina, 4 (2012)
»Caspar Battegay liefert den Beweis, dass Judentum ›hipp‹ sein kann... [Der] Essay wird zumindest für die Jüdischen Studien einen wegweisenden Impuls geben.«
http://buecher.hagalil.com, 22.05.2012
»Battegay hofft, mit seinem Buch eine Öffnung der Judaistik hin zu einer Auseinandersetzung mit der popkulturellen Gegenwart des Judentums anzustoßen, ohne dabei die Shoa aus dem Blick zu verlieren. Drücken wir ihm die Daumen, und: ›Shabbat Shalom, Motherfuckers!‹«
Jonas Engelmann, Jungle World, 22.03.2012
Besprochen in :
GMK-Newsletter, 5 (2012)
WOZ, 39 (2012), Klaus Walter
Skug, 84/10-12 (2012), Didi Neidhart
ZEIT, 28.02.2013, Klaus Walter
Buchkultur, 147 (2013), Konrad Holzer
Popkultur, Judentum, Jüdische Geschichte, Identität, Amerikanische Kultur, Deutsch-jüdische Kulturgeschichte, Leonard Cohen
Medienwissenschaft, Jüdische Studien, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Soziologie, Musikwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
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Interview

... mit Caspar Battegay
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Wahrnehmung des Judentums erscheint in Deutschland oft auf den Opferstatus oder auf den Nahostkonflikt beschränkt. Mein Essay führt demgegenüber ... mehrdie aktuelle Produktivkraft jüdischer Tradition vor. Der Blick auf Film-, Musik- und TV-Produktionen zeigt dabei nicht nur die Vielfalt, sondern paradigmatisch auch die Transformationen jüdischer Identitäten in der Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdwahrnehmung – was auch für andere Minderheiten von Belang ist.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
In der globalen Popkultur erscheint das Judentum nicht mehr als ›die‹ Minderheit, sondern als Teil einer Gesellschaft, die nur aus Minderheiten besteht. Diese Umkehrung der Optik soll eine andere Wahrnehmung des Judentums inspirieren, die sich von festen Mustern ablöst. Gleichzeitig soll auf das enorme Inspirationspotenzial des Judentums für die allgemeine Popkultur hingewiesen werden.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Zum ersten Mal wird auf Deutsch ausführlich den Figuren des Jüdischen in der Popkultur nachgegangen. Nach einer kurzen Geschichte der jüdischen Popkultur (vor allem in Nordamerika) wird auf zentrale Themen wie die Theodizee oder die Repräsentation des Holocaust in der Popkultur eingegangen sowie die Darstellung des Judentums in Deutschland nach 1989 thematisiert. In dieser bewussten Breite bietet der Essay eine Anregung für ein (fast) völlig neues Forschungsfeld in den Jüdischen Studien in Deutschland.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten würde ich darüber mit Walter Benjamin sprechen, dem 1940 verstorbenen Kultur- und Literaturtheoretiker, was also eine Zeitreise bedingen würde (ein in der Popkultur nicht ganz ausgeschlossenes Unternehmen). Am zweitliebsten aber diskutiere ich das Buch mit den vielen Kolleginnen und Kollegen, die sich ebenfalls für das Thema interessieren.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Kann jüdisch sein hipp sein? Dieser Essay liefert den Beweis.
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