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Uwe Fraunholz, Anke Woschech (Hg.)

Technology Fiction

Technische Visionen und Utopien in der Hochmoderne
2012, 308 S., kart., zahlr. Abb., 33,80 €
ISBN 978-3-8376-2072-6
Reihe 1800 | 2000
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Zu den zentralen Merkmalen der Hochmoderne zählte ein von technischen Visionen und Utopien befeuertes szientistisches Fortschrittsversprechen. Anhand historischer Fallstudien zu zeitgenössischen Technikdiskursen und den dabei vorgenommenen Bedeutungszuschreibungen untersuchen die Beiträge in diesem Band, welche Rolle technische Visionen und Utopien bei der Entstehung und für das robuste Beharrungsvermögen des omnipräsenten Technikoptimismus spiel(t)en. Neben Energie- und Mobilitätsvisionen werden spezifisch sozialistische Technikutopien sowie Medien der Popularisierung in den Blick genommen.
Uwe Fraunholz (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB 804 »Transzendenz und Gemeinsinn« an der Technischen Universität Dresden.
Anke Woschech (M.A.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Technikgeschichte der Technischen Universität Dresden.
WWW: TU Dresden
WWW: www.sfb804.de
Utopie, Vision, Technik, Technikoptimismus, Fortschrittsversprechen, Moderne
Geschichtswissenschaft, Technik- und Wissenschaftsgeschichte, Science and Technology Studies (STS), Kulturwissenschaften, Medienwissenschaften
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Interview

... mit Uwe Fraunholz und Anke Woschech
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Auf den ersten Blick geht es in unserem Buch um ›Visionen und Utopien, die die Welt nicht braucht(e)‹. Den Lesern/-innen wird ... mehraber deutlich werden, dass gerade auch die technische Dimension der angeblich so rationalen Moderne auf Zukunftsträume und -bilder angewiesen war (und ist). Das Bewusstsein für diese technische ›Wiederverzauberung‹ der Welt zu schärfen, ist eines unserer Anliegen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Ist in den Geistes- und Sozialwissenschaften von Utopien die Rede, sind meist politische Entwürfe gemeint. Dementsprechend dominiert im akademischen Utopiediskurs bisher weitgehend eine ideengeschichtlich-philosophische Perspektive, die, selbst wenn sie die technische Dimension in den Blick nimmt, dabei kaum die konkrete materiale Kultur betrachtet. Wir glauben aber, dass sich das Möglichkeitsdenken als eine zentrale Kategorie westlicher Gesellschaften auch genau in dieser wiederfindet und präsentieren daher historische Fallstudien, die den Zusammenhang zwischen utopischem Denken und technischer Kultur beleuchten.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Wenn man die technisierte Fortschrittsgewissheit der Moderne als ein quasireligiöses Phänomen im Sinne einer ›innerweltlichen Transzendenz‹ begreift, dann liefert das Buch – aus unerwarteter Richtung – interessante Beiträge zu in den letzten Jahren wieder intensivierten Debatten über das Verhältnis von Technik, Religion und Gesellschaft.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Zuallererst natürlich mit den ›Helden‹ des Buches: Technikern und Ingenieuren. Darunter speziell die gegenwärtigen Hohepriester des ›technischen Fortschritts‹, die wohl vor allem im Bereich der Kommunikations- und Informationstechnologien zu finden sind: Marvin Minsky, Hans Moravec, Ray Kurzweil oder Nicholas Negroponte wären beispielsweise interessante Gesprächspartner.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Wer Visionen hat, braucht nicht zum Arzt gehen – er befindet sich in bester Gesellschaft.
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