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Vera Ahamer

Unsichtbare Spracharbeit

Jugendliche Migranten als Laiendolmetscher. Integration durch »Community Interpreting«
2012, 414 S., kart., 36,80 €
ISBN 978-3-8376-2144-0
Reihe Kultur und soziale Praxis
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Meist unsichtbar sind die Leistungen bilingual sozialisierter Jugendlicher, die zwischen ihren Eltern und Institutionen der »Aufnahmegesellschaft« dolmetschen. Aus dieser alltäglichen Praxis resultiert ein ganzes Spektrum an mitunter schwerwiegenden Problemen – aber auch an Potenzialen. In dieser im deutschsprachigen Raum bisher einmaligen größeren empirischen Untersuchung zum Thema setzt Vera Ahamer neue Impulse in Translationswissenschaft, Sprachwissenschaft, Soziologie, Pädagogik – v.a. aber auch im »Migrationsdiskurs« sowie in der Praxis für jene Menschen, die tagtäglich mit dieser Art des Dolmetschens zu tun haben.
Vera Ahamer (MMag. Dr. phil.) studierte Translationswissenschaft, Geschichte sowie Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien und ist Universitätslektorin in Nizhny Novgorod (Russland). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kommunaldolmetschen sowie Spracherwerb in der Migration.
»Der Blick der Autorin auf die Umstände, in denen migrantische Jugendliche als Dolmetscher fungieren, ist ein sensibler und ins Detail gehender.«
Mascha Dabic, www.dastandard.at, 16.01.2013
Besprochen in:
OE1/ORF.at, Dimensionen, 18.04.2013, Sonja Bettel
Dolmetschen, Zweitspracherwerb, Sprachpolitik, Migrationsdiskurs, Spracharbeit
Translationswissenschaft, Sprachwissenschaft, Soziologie, Soziolinguistik, Pädagogik sowie Praktiker/-innen in der Integrations- und Migrationspolitik
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Interview

... mit Vera Ahamer
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Laiendolmetschen durch Kinder und Jugendliche kann sich auf den Alltag vieler Menschen erschwerend auswirken: jenen der dolmetschenden Jugendlichen selbst, ... mehrjenen der Eltern, sowie nicht zuletzt auch auf die Tätigkeit von Mitarbeiter/-innen öffentlicher Institutionen. Das Buch möchte auf diese in österreichischen Institutionen vorkommende Praxis aufmerksam machen – und Anregungen zur
Erleichterung des Alltags dieser Menschen geben.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es richtet den Blick weg von Schlagwörtern der Integrationsdebatte hin auf eine äußerst konkrete Problematik; und zeigt gleichzeitig damit, welches Potenzial in der Auseinandersetzung gerade mit einem scheinbar ›banalen Problem liegt. Und umgekehrt: welchen Einfluss (sprach-)politische Entscheidungen auf scheinbare Banalitäten ausüben.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Laiendolmetschen ausschließlich aus dolmetschspezifischer Sicht zu betrachten, würde zu kurz greifen und der gesellschaftlichen Relevanz nicht gerecht werden. Deshalb wurde die Fragestellung aus mehreren Perspektiven betrachtet. Umgekehrt erhoffe ich mir, mit den Ergebnissen und neuen Fragestellungen nun den einen oder anderen Impuls in jenen Disziplinen der Migrationsforschung zu setzen, aus denen ich so viele Anregungen erhielt.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Jugendlichen, die dolmetschen. Mit Eltern und Mitarbeitern/-innen öffentlicher Institutionen, die von ihnen gedolmetscht werden. Vor allem aber mit Menschen, die nicht in diese Situation kommen, jedoch eine sehr konkrete Vorstellung von ›Integration‹ haben. Und davon ausgehend meinen, es genüge, für Dolmetschen und Übersetzen einfach ›zwei Sprachen zu können‹, sich aber der damit verbundenen Anforderungen und Komplexität nicht bewusst sind. Beziehungsweise überhaupt davon ausgehen, dass Deutscherwerb das alleinige Rezept für ›Integration‹ sei, sich aber den damit verbundenen Anforderungen und der Komplexität nicht bewusst sind.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Es geht um mehrsprachig sozialisierte Jugendliche, die für ihre Angehörigen sowie öffentliche Institutionen in Österreich dolmetschen.
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