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Wie werden seelisch kranke Menschen dargestellt? Das Buch handelt von normierenden Körperpolitiken in der Psychiatrie und von der Visualisierung der Diskurse über seelische Krankheit. Das Medium Fotografie wurde in der medizinischen Wissensproduktion als Zeuge für eine angebliche Sichtbarkeit des Seelenlebens benutzt.
Mit umfassendem Fotomaterial aus europäischen Kliniken wird in diesem Buch erstmals die kontinuierliche Produktion fremdbestimmter Porträts gezeigt. Die Klinik entwirft Menschenbilder der Pathologie, die die Gewalt im Bild mal offen, mal subtil vorstellen. So entstehen wissenschaftliche Bilder, die über Lehrbücher, Ausstellungen oder Filme ins Populäre überführt werden. Die psychiatrischen Porträts sind in vielfältiger Weise in einen medialen Kontext eingebettet, stiften also einen kulturellen Sinn in dem, was sie zeigen wollen: Anormalität in Abgrenzung zu Normalität.
Susanne Regener (Prof. Dr. phil.) ist Professorin für Mediengeschichte an der Universität Siegen.
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