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Markus Fellner
psycho movie
Zur Konstruktion psychischer Störung im Spielfilm
2006, 424 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-89942-471-3
Reihe Film
Schlagworte:Film, Medien, Cultural Studies, Diskursanalyse, Psychiatrie Adressaten: Filmwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie, Psychologie
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Psycho movies implizieren durch die Darstellung psychischer Störungen spezifische Subjektbegriffe und konstruieren damit kulturelle Bilder zu gesellschaftlichen Normalitäts- sowie Abweichungsverhältnissen. Jenseits klinischer Kategorien liefert die Studie für mehr als 100 Spielfilme eine systematische Übersicht über die Vielfalt der darin hergestellten diskursiven Verbindungen. Dabei wird gezeigt, wie die symbolischen Grenzüberschreitungen der psycho movies kritische Perspektiven eröffnen, als etablierte Abweichungscodes wiederum Normalitätsgrenzen befestigen oder selbst zum Gegenstand filmischer Dekonstruktionen werden.
Markus Fellner (Dr. phil.), Diplom-Psychologe, arbeitet in den Bereichen Jugendhilfe, Kinderpsychiatrie und Medienpädagogik.
Pressestimmen
»Für Fachhochschullehrer, die sich im Psycho- und Medienbereich herumtreiben, ist »Psycho Movie« ein Muss, und zwar von vorne bis hinten. Ohne Gnade. Für Liebhaber des Genres und Veranstalter der hartnäckig überlebenden 'Psychiatrie im Film'-Tage sollte ... mehr dieses Buch, natürlich neben den unverzichtbaren und längst vergriffenen 'Califaris Erben', einen festen Platz bekommmen.«
Ilse Eichenbrenner, Soziale Psychiatrie, 1 (2007)
»'Psycho movie' erweist sich [...] auf Grund eines repräsentativen Filmkorpus' von über 100 Filmen sowie einer fundierten Kenntnis um den Zusammenhang von Film und psychischer Störung als ein sehr gelungenes Nachschlagewerk.«
Silke Roesler, MEDIENwissenschaft, 1 (2007)
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Markus Fellner untersucht in dem vorliegenden Werk psycho movies, also Spielfilme, die einen Begriff psychischer Störung beinhalten. psycho movies implizieren durch die Darstellung psychischer Störungen jeweils spezifische Subjektbegriffe und konstruieren ... mehr damit Bilder von gesellschaftlichen Normalitäts- und Abweichungsverhältnissen.
Jenseits klinischer Kategorien betrachtet Markus Fellner die psycho movies unter primär diskursanalytischem Blickwinkel. Sein Ziel ist eine sozialwissenschaftliche Analyse der kulturellen Verwendung des Störungsbegriffs. Dabei bewegt sich die diskursanalytische Untersuchung von Spielfilmen auf einem noch relativ wenig bearbeiteten Terrain der Sozialwissenschaften. Die theoretische Basis dieses Buchs liegt im Feld der Cultural Studies, der Diskurstheorie, der Filmtheorie sowie in der Tradition psychiatriekritischer Überlegungen zur gesellschaftlich-ideologischen Funktion von Krankheitsbegriffen.
Eine der herausragenden theoretischen Leistungen dieser Untersuchung besteht in der Abstimmung methodologischer Vorgaben der Diskurstheorie mit spezifischen filmanalytischen Methoden. Markus Fellner nutzt hierfür den Begriff des Genres. In Bezug auf ein Sample von ca. 100 Filmen wird eine Genreanalyse durchgeführt, die den Fokus der Funktion von Störungsbegriffen inhaltlich auffächert.
Auf dieser Basis wird die Untersuchung der Spielfilme in sechs thematische Bereiche gegliedert: Psychotherapie, Familie, Krieg, Psychopathen und Identitätsarbeit. Diese Einteilung erfolgt anhand deskriptiver Gesichtspunkte, während die jeweiligen Bereiche wiederum diskursanalytisch aufgerastert werden. In jedem der Bereiche wird eine Auswahl von Filmen exemplarisch genau analysiert, darunter viele Klassiker wie, um nur einige wenige zu nennen, Hitchcocks Spellbound, Woody Allens Stadtneurotiker oder Coppolas Apocalypse Now.
Markus Fellner zeigt, wie die symbolischen Grenzüberschreitungen der Psycho Movies kritische Perspektiven eröffnen, als etablierte Abweichungscodes wiederum Normalitätsgrenzen befestigen oder selbst zum Gegenstand filmischer Dekonstruktion werden. Sein Buch überzeugt nicht zuletzt durch die von ihm zusammengetragene Materialfülle und die aufwändige Bebilderung mit zahlreichen Screenshots der besprochenen Filme - eine Fundgrube nicht nur für Cineasten und zugleich eine Einladung, sich die Filmklassiker nochmal mit anderem, diskursanalytisch geschultem Blick anzusehen.
Franz Mayer, München
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