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Petra Missomelius

Digitale Medienkultur

Wahrnehmung – Konfiguration – Transformation
2006, 234 S., kart., 25,80 €
ISBN 978-3-89942-548-2
Reihe Kultur- und Medientheorie
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Was ist das ›Neue‹ der Medien? Zur Beantwortung dieser Frage beschränkt sich die Studie nicht auf technische Neuerungen, sondern fokussiert im Sinne McLuhans die theoretische Perspektive auf diese Medien als eine Form kultureller Praxis. Die interaktiver gewordene Schnittstelle zwischen Mensch und Technik wird dabei ebenso analysiert wie die Besonderheiten der digitalen Erzähltechnik. Das Buch erforscht das Wechselspiel von Kontinuität und Bruch einer sich noch im Fluss befindlichen Medienentwicklung und ergänzt und erweitert damit den Forschungsstand zu aktuellen Transformationen der digitalen Medien.
Petra Missomelius (Dr. phil.) lehrt Medienwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind digitale Medien und Mediengeschichte, Medienanalyse und computergestützte Lehrformen.
»Die kulturwissenschaftliche Perspektive wird in dem Buch sehr fruchtbar eingesetzt. Zahlreiche praktische Beispiele von Kunstprojekten veranschaulichen einerseits den wissenschaftlichen Diskurs, andererseits tragen sie zur Erweiterung der theoretischen Sichtweise bei.
Der Text ist allgemeinverständlich und stilistisch klar verfasst. Die Lektüre kann daher auch interessierten Laien empfohlen werden.«
Paul Klimsa, PUBLIZISITK, 52/3 (2007)
»Die Abhandlung erweitert den Forschungsstand zu aktuellen Transformationen der digitalen Medien.«
medienimpulse, 61/9 (2007)
Digitale Medien, Wahrnehmung, Nutzer, Kunst, Medientransformation
Medienwissenschaft, Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie
Neue Wege beschreiten
Digitale Medienkultur. Wahrnehmung - Konfiguration - Transformation betrachtet digitale Mediensysteme, verortet diese zum einen
in der Linie traditioneller Medien und unterstreicht somit auch ihre rechtmäßige Legitimation als medienwissenschaftlichen Diskursgegenstand. Zum anderen verweist sie auf eine medienkulturelle Praxis im Zuge des technischen Fortschritts und zeigt die Wechselbeziehungen und Verwachsungen zwischen digitalen Medienentwicklungen und gesellschaftlichen Wahrnehmungs- und Ausdrucksprozessen innerhalb einer Medien- und Techniksensibilisierten und -beeinflussten Gesellschaft auf. Traditionelle Medientheorien scheitern an der vollständigen Beschreibung und dem Verständnis des Digitalen. Medien im Prozess ihrer Digitalisierung verkörpern etwas Neues und dieses Neue' bedarf einer neuen Klassifizierung und eines neuen Verständnisses. Digitale Mediensysteme sind hybride Mediendarstellungen und strecken sich in alle Formen der Informationsübermittlung aus. »The extensions of men«, wie McLuhan einst propagierte, findet in den digitalen Medien ihre vorläufige Evolutionsspitze. Der mediale Raum weitet sich scheinbar unendlich und der Rezipient wird hier gefordert wie nie zuvor. Interaktivität war schon in der »klassischen Medientheorie« Bestandteil medialer Prozesse, sie spielt in den digitalen Darstellungsformen jedoch eine weitaus größere Rolle, denn durch den Rezipienten wird ein digitales Medienwerk erst vollständig. Weiterhin operieren digitale Medienformen mit anderen Materialien und Ästhetiken. Zwar wird auch auf traditionelle Medienformen verwiesen, jedoch werden sie in einen neuen Kontext gestellt. Digitale Medienkultur. Wahrnehmung - Konfiguration - Transformation analysiert genau diese Erscheinungen, legt die Veränderungen der Mediensysteme und ihre Auswirkungen auf Wahrnehmungsprozesse offen und konstatiert ein neues' Wissenschaftsverständnis digitaler Medienerscheinungen.
Sven Stollfuß, Universität Marburg
Die Marburger Medienwissenschaftlerin Petra Missomelius widmet sich in Ihrer Dissertationsschrift dem unübersichtlichen Feld der Digitalen Medienkultur, das sowohl Computer, CD-ROM, DVD, Internet und die aktuelle Generation portabler Medien umfasst, die wie das Handy als Mehrzweckgeräte fungieren. Mit Unterstützung von insgesamt 65 graphischen Darstellungen wird das breite Spektrum der digitalen Medienkunst dargestellt, in dem mediale Transformationen erfolgen. Dabei wird immer wieder auf Erscheinungsformen tradierter Medien zurückgegriffen, um die »Aufweichung medialer Grenzen« (S. 55) zu dokumentieren. So wird zunächst an der Schnittstelle von Mensch und Technik die Wahrnehmungsfähigkeit des Rezipienten problematisiert. Die Autorin zeigt zahlreiche Möglichkeiten einer Ausdifferenzierung der Medienkultur durch digitale Formen auf. Sie dokumentiert das breite Spektrum künstlerischer Formen, innovativer Erzählweisen und neuer Herausforderungen für den Betrachter. Insgesamt wird das faszinierende Potenzial der Neuen Medien eindrucksvoll aufgezeigt, da es gelingen kann, durch die Anwendung modernen Techniken raumzeitliche Distanzen zu überbrücken. Die vorliegende Studie hat es sich zur Aufgabe gemacht, digitale Artfakte im Kontext einer medienwissenschaftlichen Analyse zu untersuchen. Die Autorin leistet dies unter Rekurs auf zentrale kommunikationstheoretische Theorien und liefert einen fundierten Überblick über unterschiedliche Formen und Ausprägungen der Digitalen Medienkulturen. Hierbei zeigt sie zahlreiche theoretische Anknüpfungspunkte von der Kybernetik über Informationstästhetik bis hin zur Systemtheorie kenntnisreich auf. Das Buch ist verständlich und anschaulich geschrieben und eignet sich daher auch für interessierte 'Einsteiger', die sich mit dem breiten Spektrum der neuen Medien beschäftigen möchten.
PD Dr. Christian Schicha, Universität Marburg.
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