|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Nic Leonhardt
Piktoral-Dramaturgie
Visuelle Kultur und Theater im 19. Jahrhundert (1869-1899)
2007, 392 S., kart., zahlr. Abb., 33,80 €
ISBN 978-3-89942-596-3
Reihe Theater
Schlagworte:Visuelle Kultur, Theater, Medien, Kultur, 19. Jahrhundert Adressaten: Visual Culture, Theaterwissenschaft, Medienwissenschaft und -geschichte, Kulturwissenschaft
|
 |
Bestellen |
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bildet sich eine visuelle Kultur heraus, konstituiert durch heterogene Bildmedien und Institutionen visueller Unterhaltung. Dieses Buch liefert einen Überblick über die visuelle Kultur in Deutschland und setzt Theater als »Leitmedium« jener Zeit zu ihr in Bezug. In enger Arbeit an historischen Quellenmaterialien werden Bildmedien und Institutionen visueller Kultur vorgestellt und die Ästhetik sowie Ökonomie (populärer) Theaterformen in den Blick gerückt, die von der Theatergeschichtsschreibung bislang nur marginal beachtet wurden. Anhand zahlreicher Beispiele werden die Austauschprozesse zwischen Theater und visueller Kultur diskutiert und begrifflich gefasst. Methodisch verbindet diese Studie in origineller Weise Ansätze der Visual Culture-Forschung mit einer kritischen Theater-Historiographie. Die zahlreichen historischen Text- und Bildquellen sowie die differenzierte Auflistung Berliner Spiel- und Schaustätten im Anhang machen dieses Buch gleichzeitig zu einem grundlegenden Forschungsbeitrag zum deutschen Theater im 19. Jahrhundert.
Nic Leonhardt (Dr. phil.) ist gegenwärtig wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Fachrichtung Schauspiel, und arbeitet als freie Autorin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Theater- und Mediengeschichte, Visual Culture, Theater- und Mediengeschichte, Visual Culture, Schauspieltheorie, Theater- und Medien-Zensur und Telenovelas.
Pressestimmen
»Die Studie [...] zeigt einmal mehr, dass Theater nicht als 'Huis Clos' verstanden werden kann, dass das Theater sich als System - wie jedes andere System - im Austausch mit anderen Systemen befindet, Einfluss nimmt und Einflüsse aufnimmt, einige weiterverarbeitet ... mehr und einige nicht. Die Bildhaftigkeit spricht dem Theater niemand ab und wie wir heute erleben, hat auch der Text längst nicht ausgedient.«
Jolanda Heller, www.nahaufnahmen.ch, 7 (2007)
»Es gibt Bücher, die sind ausgesprochene Lückenfüller - und das von Nic Leonhardt vorgelegte Buch ist so eines, ein wichtiges, und es füllt eine große Lücke.
[Das Buch] gehört in jede Theaterbibliothek und in den Handapparat aller Forschenden, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.«
Wolfgang Hochbruck, www.theaterforschung.de, 10 (2007)
»Das deutsche Theater und seine Dramatik im 19. Jahrhundert sind schlecht beleumundet. Von zweit- und drittklassigen Klassiker-Adepten ist hier zumeist die Rede, von sinn- und verstandlosen Possenstücken, von Gebrauchs- und Tendenzdramatik und nicht zuletzt von einer allein am Spektakel und am Schauwert orientierten Ökonomisierung der Bühne; Tendenzen, die sich in eine Geschichte kultureller Regression fügen, deren Protagonisten aber paradoxerweise das Hohelied der Kultur anstimmen. All zu oft dient eine solche Betrachtung des Theaters im 19. Jahrhundert dazu, als Abstoßungspunkt für die massenmediale Revolutionierung durch den Film bzw. das Aufkommen der Theateravantgarden um 1900 herhalten zu müssen.
Es ist das große Verdienst der Theaterwissenschaftlerin Nic Leonhardt diesen überkommenen theaterhistoriographischen Deutungsmustern eine ganz andere und ungleich differenziertere Sicht der dramatischen und vor allem theatralen Produktion zwischen 1869 und 1869 und 1899 entgegenzuhalten. Ihre quellengesättigte und aspketreiche Dissertationsschrift [...] schließt auf zu den heuristischen und methodischen Verfahren der Visualitäts- und Intermedialitätsforschung (namentlich Barbara M. Stafford, W.J.T. Mitchell und Nicholas Mirzoeff) und versteht diese gewinnbringend auf ihren historischen Gegenstandsbereich anzuwenden und weiterzuentwickeln. Leonhardt unterlässt es dabei - und dies ist im Vergleich zu den genannten Autoren äußerst lobenswert - ihre Analysen zur visuellen Kultur in eine prä-cinematische Betrachtung des Theaters münden zu lassen.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass mit Nic Leonhardts Studie zur Piktoral-Dramaturgie eine wegweisende Untersuchung zur Theatergeschichte des 19. Jahrhunderts vorliegt, die Neuland betreten hat.«
Jan Lazardzig, H-Soz-u-Kult, 9 (2007)
»Nic Leonhard hat den spannenden Versuch unternommen, die Entwicklung des Theaters in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Mediengeschichte zu entwerfen.«
Nicole Gronemeyer, Theater der Zeit, 2 (2008)
»Zahlreiche Abbildungen sowie ein ausführliches Verzeichnis der Berliner Spielstätten von 1860 bis 1900 [...] lassen das Bild einer vergessenen Theaterlandschaft entstehen. Dass deren Qualität gerade mit Fragestellungen der Visual Culture und der Cultural Studies zu beschreiben ist, belegt Leonhardts Piktoral-Dramaturgie. Hier zeigt sich ein Forschungsfeld, das Anlass zu weiteren Arbeiten bietet.«
Annette Bühler-Dietrich, MEDIENwissenschaft, 2 (2008)
Weiterempfehlen
Leserforum
|
 |
Lesetipps
Weitere Titel zu:
|