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Kathrin Audehm
Erziehung bei Tisch
Zur sozialen Magie eines Familienrituals
2007, 226 S., kart., 24,80 €
ISBN 978-3-89942-617-5
Reihe Pädagogik
Schlagworte:Ritual, Familie, Autorität, Ethnographie Adressaten: Pädagogik, Soziologie, Ethnographie, Qualitative Sozialforschung
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Die gemeinsame Mahlzeit zählt zu den wichtigsten Alltagsritualen in Familien. Im Rahmen einer pädagogischen Ethnographie wird in diesem Buch zum einen verdeutlicht, wodurch sich die soziale Situation bei Tisch von Gewohnheiten oder Routinen abhebt und mit der Kategorie »Ritual« sinnvoll untersucht werden kann. Zum anderen zeigt die umfangreiche empirische Analyse, wie sich bei Tisch die Konstitution der Familie im Hinblick auf die Anerkennung von Autorität vollzieht. In Anlehnung an Pierre Bourdieus Konzept der sozialen Magie wird der Zusammenhang von symbolischer Praxis, pädagogischen Interaktionen und Autoritätsstrukturen rekonstruiert. Das Tischritual erweist sich als ein Mittel der familialen Differenzbearbeitung, dessen pädagogisches Potential bislang unterschätzt wurde.
Die Studie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Analyse von Familienritualen und ist wegweisend für die Erforschung pädagogischer Interaktionsformen.
Kathrin Audehm (Dr. phil.) lehrt am Arbeitsbereich Anthropologie und Erziehung der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Ritualforschung, pädagogische Ethnographie und interkulturelle Erziehung.
Pressestimmen
»In der exemplarischen Untersuchung bei sechs Familien offenbart sich die Stärke dieser Arbeit. Nicht in der Deskription eines Dialogs bei Tisch, sondern im Zusamenspiel aller Kommunikationsvarianten. Die Autorin vesteht es meisterhaft, Ein- und Ausgrenzungsmechanismen ... mehr nicht nur anzusprechen, sondern überhaupt erst aufzuzeigen, um sie in einer breiten Analyse münden zu lassen.
Audehm schafft es durch ihre genauen Fallbeschreibungen, die vielschichtigen und sich überlappenden Handlungsfelder herauszuarbeiten und liefert somit vorzügliches Grundmaterial für eine Theorie der Praxis.
Die Autorin hat mit dieser Arbeit Neuland betreten. Es gelingt ihr, ihrem eigenen Kenntnisstand im Aufzeigen der ihm zugrunde liegenden Praxis eine wissenschaftliche Relevanz zukommen zu lassen, die er verdient, aber bis zu dieser Arbeit nicht erfahren durfte.«
Nikolai Wojtko, journal culinaire, 5 (2007)
»Audehms Einführung in die Analyse von Familienritualen macht [...] deutlich, wie schützenswert und pädagogisch produktiv gemeinsam zelebrierte Tischrituale in Familien im besten Fall sein können.«
Florian Kessler, SZ, 11.12.2007
»Ein wesentliches Verdienst der Forschungsarbeit dürfte [...] sein, Formen und die Praxis von Tischritualen 'nicht als erstarrte, stereotype Vollzugspraxen festgefrorener Gemeinschaften (darzustellen), sondern als flexible und anpassungsfähige kollektive Handlungskomplexe, in denen die Familien ihre Differenzen aufführen' - und zu bewältigen versuchen. Dadurch werden Autoritäten und Grenzüberschreitungen nicht als postulierte unumstößliche Normen diktiert, wie dies in einigen 'pädagogischen Ratgebern', wie etwa in 'Lob der Disziplin' (Bueb) versucht wird, sondern sie werden ausgehandelt.
Das Buch ist deshalb nicht nur für die anthropologische und Ritualforschung von Bedeutung, sondern auch für die erziehungswissenschaftliche, wie auch für die pädagogische Praxis in der familiären und institutionellen Erziehung.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 12 (2007)
»[An der Arbeit] beeindruckt die minutiöse Beschreibung und interpretative Nachzeichnung der verschiedenen Mahlzeiten in den drei Familien.«
Hannelore Faulstich-Wieland, DAS ARGUMENT, 277 (2008)
»Die Lektüre des Buchs birgt auch für soziologische Laien einen Nutzen: Die Beschreibungen und Analysen können ein Gefühl für das pädagogische Potenzial gemeinsamer Mahlzeiten vermitteln und sensibilisieren für Details und Strukturen am Familientisch.«
Andrea Fenner, IAKE.Mitteilungen, 16 (2008)
»Dieses Buch ist nicht nur für Sozialwissenschaftler, Soziologen, Pädagogen und Familientherapeuten interessant, sondern es lädt jeden dazu ein, über die Bedeutung von Ritualen im alltäglichen – auch im eigenen – (Familien-)Leben erneut nachzudenken.«
Elena Reinhard-Kovaleva, Eichstätter Familien-Prisma, Winter 2008/2009
»Eine interessante und aufschlussreiche Studie.«
www.liturgieundalltag.de, 07.09.2009
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