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Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantó, Sebastian Richter, Nadja Sennewald, Julia Tieke (Hg.)

SUBversionen

Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart
2008, 406 S., kart., 30,80 €
ISBN 978-3-89942-677-9
Reihe Kultur- und Medientheorie
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Sind jene künstlerischen Konzepte, die im 20. Jahrhundert mit dem Begriff der Subversion operierten, heute veraltet? Wie werden sie aktuell erneuert? Welche Effekte haben die gegenwärtigen medialen Umbrüche auf die verschiedenen künstlerischen Felder und ihre politische Bedeutung? Existiert eine wirksame künstlerische Subversion überhaupt? Und, wenn ja, in welchem Rahmen kann sie wirksam werden? Der vorliegende Sammelband stellt vor dem Hintergrund aktueller theoretischer Ansätze die Frage, wie sich das Verhältnis von Politik und Kunst in der Gegenwart gestaltet und inwiefern sich der Begriff der Subversion dazu eignet, dieses Verhältnis zu beschreiben.
Thomas Ernst (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen in den Bereichen Literaturwissenschaft und Medienpraxis.
Patricia Gozalbez Cantó (M.A.) ist Kunstwissenschaftlerin und Fotografin.
Sebastian Richter (M.A.) ist Filmwissenschaftler und Familienvater.
Nadja Sennewald (Dr. phil.) ist Kulturwissenschaftlerin und freie Autorin.
Julia Tieke ist Kulturwissenschaftlerin und freiberuflich im Rundfunk tätig.
WWW: www.subversionen-tagung.de
WWW: www.thomasernst.net
WWW: www.sebastianrichter.de
»›SUBversionen‹ offers a practice-based diagnosis that bears import for the relation between subversive aesthetics and politics in a contemporary situation.«
Branka Vujanovic, KULT_online, 28 (2011)
»[Der Band führt] grundlegend und mit etlichen Case Studies illustriert in die Diskussionen um das Subversive des Populären und das Populäre des Subversiven ein sowie sowohl in aktuelle als auch zukünftige Strategien des Politischen, ob nun in Popmusiken, Netzaktivismen oder Medienkünsten.«
Christoph Jacke, DE:BUG, 6 (2009)
»[Der Band gibt] die Möglichkeit, verschiedene Fäden aufzunehmen, Anknüpfungspunkte zu suchen und das begriffliche Netz der Subversion weiterzuspinnen.«
Andrea Pabst, Forschungsjournal NSB, 21/4 (2008)
»Der besprochene Band überzeugt durch seine vielfältigen und qualitativ hochwertigen Beiträge, die zentrale Aspekte aktueller kulturwissenschaftlicher sowie politischer Debatten aufgreifen und erweitern. Zudem besticht er durch sein aufwändiges Layout mit zahlreichen Collagen und einer Fotoserie.«
Franziska Bergmann, DAS ARGUMENT, 279 (2008)
»[Der Band gibt] die Möglichkeit, verschiedene Fäden aufzunehmen, Anknüpfungspunkte zu suchen und das begriffliche Netz der Subversion weiterzuspinnen.«
Andrea Pabst, Forschungsjournal NSB, 21/4 (2008)
»Trifft die Politik die Ästhetik und fragt: was für ein Verhältnis haben wir eigentlich? Ein subersives, versichern die AutorInnen eines brandneuen und ausgesprochen erfrischenden Sammelbandes zum gleichnamigen Thema. Den HerausgeberInnen [...] ist es gelungen, ein vielschichtiges Bild eines schwer fassbaren, aber zentralen Konzepts einer Weltwahrnehmungsweise des 20. Jahrhunderts zu zeichnen.«
www.blog.datenschmutz.net, 24.06.2008
Subversion, Politik, Ästhetik, Kunst, Literatur, Theater, Medien, Gender
Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Theaterwissenschaft, Sozialwissenschaft, Kunstwissenschaft, Gender Studies
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Interview
... mit Thomas Ernst
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil unser Buch sich an jene wendet, die die gegenwärtigen Machtverhältnisse verändern wollen. Es tariert die kulturellen und politischen Auswirkungen ... mehrvon Bewegungen wie der Netzavantgarde und der Guerilla oder von Strategien wie Maskerade und Parodie aus. ›Ich würde es nicht machen, wenn ich nicht glauben würde, dass es funktioniert‹, sagt der Internetaktivist Hans Bernhard im Buch. Dem schließen wir HerausgeberInnen uns an.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Beiträge nehmen eine internationale und interdisziplinäre Perspektive auf die Gegenwart ein und untersuchen den Stand der Subversion auf den Feldern Literatur, Theater, Fotografie, Film, Fernsehen, Bildende Kunst und Mode. Eine solch differenzierte Sicht auf das Verhältnis von Kunst und Politik in der Gegenwart liegt schlichtweg bislang noch nicht vor. Zudem bildet das Buch die Debatten über politische Kunst in der Gegenwart in all ihren Facetten ab: Während einzelne AutorInnen die direkte Wirksamkeit von subversiver Kunst beschreiben, reflektieren andere deren Ambivalenz oder plädieren für eine 'Subversion der Subversion'.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?
Gegen die Machtregime des globalisierten westlichen Kapitalismus scheint kein Widerstand zu existieren, so künden Medien und Wissenschaften. Die Beiträge des Buches zeigen jedoch, dass es zahlreiche aktivistische oder künstlerische Subversionen gibt, von den Textzwittern Thomas Meineckes zur Theaterpraxis der Berliner Volksbühne, von den Geschlechtersubversionen in US-amerikanischen Science-Fiction-Serien zu den Lumpendesigns und Penismoden in ex-sozialistischen Ländern, von der Pasamontaña der Zapatisten zum Hacktivismus im World Wide Web.
4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Die Wissenschaft kann – auf viel umfassendere und direktere Weise als der politische oder der mediale Diskurs – analysieren, wie Macht und Ausschlüsse auch heute noch funktionieren und auf welche Weise Gegnerschaften verschleiert werden. Doch auch die Wissenschaft ist nie interessenlos und ›objektiv‹, sondern steht in einem direkten Kontakt mit anderen gesellschaftlichen Feldern. Deshalb werden in unserem Buch die wissenschaftlichen Beiträge von einem sprachkritischen Prosatext unterlaufen und von einer Fotoserie zerteilt.
5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit all jenen, die an einem verregneten Sonntagnachmittag nicht nur traurig sind, weil draußen schlechtes Wetter ist. Und die schon mal über die Simpsons gelacht haben.
Ihr Buch in einem Satz:
Unverbindliche Richtlinien reloaded: Gegenwart ist kein Schnellbeton.
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