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Stephan Moebius

Kultur

(2., überarbeitete Auflage)
2008, 248 S., kart., 14,80 €
ISBN 978-3-89942-697-7
Reihe Einsichten
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»Kultur« ist fächerübergreifend einer der zentralen Schlüsselbegriffe gegenwärtiger Forschungen. Haben kulturtheoretische Fragestellungen bereits um 1900 im Mittelpunkt der Soziologie gestanden, so ist »Kultur« schließlich seit dem Cultural Turn im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zum allgemeinen Leitbegriff der Geistes- und Sozialwissenschaften avanciert, die sich zunehmend als »Kulturwissenschaften« verstehen. Dieser Einführungsband, der erste für die Kultursoziologie im deutschsprachigen Raum, gibt einen systematischen Überblick über die Geschichte, Begriffe, Ansätze und Forschungsfelder der Kultursoziologie, angefangen bei den soziologischen Klassikern wie Max Weber und Georg Simmel bis hin zu aktuellen Kulturtheorien und Kulturforschungen wie den Visual, Governmentality oder Cultural Studies.
Stephan Moebius ist Professor für Soziologische Theorie und Ideengeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz und Vorsitzender der Sektion Kultursoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultursoziologie, Soziologiegeschichte, Soziologische Theorie, Poststrukturalismus, Pragmatismus, Religionssoziologie und Kulturanthropologie.
WWW: www.stephanmoebius.com
»Ausgehend vom Befund des fächerübergeifenden Schlüsselbegriffs der Kultur [...] legt Moebius ein systematisch aufgebautes und sehr verständlich geschriebenes Einführungs- und Lehrbuch vor, das unbestritten eine Leerstelle füllt und nachgerade verschiedene Lehrveranstaltungen zu bereichern imstande ist.«
Soziologische Revue, 2 (2012)
»Der Band ›Kultur‹ von Stephan Moebius [kann] viele unterschiedliche Theorieprogramme zusammenbringen und hält ein didaktisch klug aufbereitetes und kenntnisreiches Überblickswissen über die kulturtheoretischen Forschungsansätze bereit. Gleichzeitig liefert Moebius aber auch einen ideengeschichtlichen Beitrag, indem er entgegen einer weit verbreiteten Auffassung die bis heute anhaltend große Bedeutung der Durkheimschule aufzeigen kann. Da das Buch zudem noch sehr flüssig und gut lesbar geschrieben ist, ist es insgesamt ein sehr erfreuliches Lesevergnügen.«
Jochen Schwenk, Sic et Non, 11 (2009)
»Kultur ist ein weites und manches Mal recht vages Feld. Um Licht in das Begriffsdunkel zu bringen, werden dem Leser hier zentrale Theorien und Definitionen vorgestellt. Die kurzen Einleitungen und Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel sind dabei sehr hilfreich, um das Beschriebene einordnen zu können.«
Stefanie Ernst, politik und kultur, 5/6 (2009)
»Wie Moebius seine Aufgabe erledigt, eine kurze, studientaugliche Überblicksdarstellung zu liefern [...]: das kann man eigentlich nicht besser machen! In einem flüssigen Stil, aus einer gleichbleibend neutralen Perspektive, die sich dennoch gut begründeter Wertungen nicht enthält, trägt er seine Argumentation vor.«
Enno Stahl, Deutschlandfunk, 08.06.2009
»Insgesamt stellt der Band auch für Studierende der Kulturanthropologie eine lesenswerte Einführung dar, die in sehr verständlicher Weise über zentrale kultursoziologische Strömungen, Theorien und Argumentationsweisen informiert.«
Markus Tauschek, kulturen, 3 (2009)
»Moebius versteht es meisterhaft – ausgehend vom Kulturbegriff – die große Bandbreite der Kultursoziologie zu präsentieren.
Das Werk besticht durch seinen klar strukturierten Aufbau, die auch für Nicht-Soziologen verständliche Sprache und das umfassende Literaturverzeichnis.«
Bernhard Hofer, soziologie heute, 2 (2010)
BA- und MA-Studiengänge Soziologie
Soziologische Theorien, Einführung in die Kultursoziologie
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Interview
... mit Prof. Dr. habil. Stephan Moebius
1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Menschen handeln nach bestimmten Werten oder Idealen. Sie richten ihre Wohnung nach bestimmten kulturellen Vorstellungen ein. Auch die ökonomischen Prozesse funktionieren ... mehrnicht ohne Kultur. So sind beispielsweise die neueren Entwicklungen zu einem ›neuen Geist des Kapitalismus‹, also zu projektförmiger Arbeit, Teamwork, Management etc. immer schon mit kulturellen Vorstellungen und Bedeutungen verknüpft. Kultur finden wir demnach in allen Lebensbereichen. Was Kultur dabei jeweils bedeutet, wie Kultur entstanden und von gesellschaftlichen Prozessen abhängig ist, das beantwortet meine Einführung in die Kultursoziologie.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch ist die erste deutschsprachige Einführung in die Kultursoziologie. Bislang hat zudem kein anderes Buch zu Kulturtheorien und -forschungen konsequent die ideen- und soziologiegeschichtliche Linie von den Klassikern bis zu den gegenwärtigen Kulturforschungen der studies, also der visual, postcolonial oder ›cultural studies‹ etc. nachgezeichnet. Endeten bislang Überblicksdarstellungen der Kultursoziologie bei den Praxistheorien, geht diese Einführung weiter. Sie stellt systematisch die aktuellen Kulturforschungen vor und zeigt deren Hauptmerkmale auf. Was ist beispielsweise das gemeinsame Merkmal der heterogenen studies?
3. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?
Die Kultursoziologie ist keine Bindestrichsoziologie unter anderen. Weil alle sozialen Tatsachen immer schon symbolisch codiert sind, also immer auch Kultur sind, zählt die Kultursoziologie zu einer der zentralen Disziplinen innerhalb der Soziologie und der gesamten Sozial- und Kulturwissenschaften. Und wie neuere Forschungen ergeben haben, kommt auch die Hirnforschung nicht ohne Annahmen über den Menschen als Kulturwesen aus. Wir haben es also mit einem Thema von allgemeiner Relevanz und besonderer Aktualität zu tun.
4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?
Eine sehr gute Ergänzung zu meinem Buch ist mein Überblicksband zu Kulturtheorien der Gegenwart:
Moebius, Stephan/Quadflieg, Dirk (Hg.): Kultur. Theorien der Gegenwart. Zwar werden dort nicht – wie in meiner Einführung – die großen Linien und Entwicklungen der kulturtheoretischen und -soziologischen Theorien nachskizziert, es kommen auch die Klassiker nicht vor, aber dafür werden anhand von 45 (und in der 2. Aufl. ca. 60) Einzelbeiträgen von ExpertInnen, also in einer bislang einmaligen Breite, alle aktuellen Kulturtheorien vorgestellt.
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