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Ute Frietsch, Konstanze Hanitzsch, Jennifer John, Beatrice Michaelis (Hg.)

Geschlecht als Tabu

Orte, Dynamiken und Funktionen der De/Thematisierung von Geschlecht
2007, 270 S., kart., zahlr. farb. Abb., 25,80 €
ISBN 978-3-89942-713-4
Reihe GenderCodes
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Vergriffen |
Dieser Band wendet den ethnologischen Tabu-Begriff auf die eigene, abendländische Kultur und Gesellschaft an. Er erforscht die Produktion des Wissensfeldes »Geschlecht«.
Aus der Perspektive verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen wird untersucht, auf welche Weise Geschlecht und Sexualität in das Wissen von Wissenschaft, Fotografie, Film, Literatur, Kultur und Subkultur ein- oder explizit ausgeschlossen werden. Welcher »Wille« motiviert die Thematisierung von Geschlecht, welcher die Dethematisierung? Wie wird ein Tabu durch ein anderes ersetzt? Und aus welchem Grund kann Geschlecht zugleich ein Tabu und ein Feld des Wissens sein?
Mit Beiträgen u.a. von Marie-Luise Angerer, Joan Cadden und Bettina Mathes.
Ute Frietsch (Dr. phil.) ist Postdoc am Centre Marc Bloch in Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Wissenschaftsgeschichte und der Genderforschung.
Konstanze Hanitzsch (M.A.) arbeitet zurzeit an ihrer Dissertation mit dem Titel »Täter(innen)bilder im Familiengedächtnis«. Sie ist Stipendiatin des DFG-Graduiertenkollegs »Geschlecht als Wissenskategorie« an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Jennifer John (M.A.), wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Cultural Studies in the Arts an der Zürcher Hochschule der Künste, analysiert im Rahmen ihrer Dissertation Einschreibungen der Diskurse über Geschlecht in Kunstmuseen. Beatrice Michaelis (M.A.), Stipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg »Geschlecht als Wissenskategorie«, analysiert in ihrer Arbeit »(Dis)Artikulationen von Begehren« Instanzen des Redens und Schweigens wissenschaftlicher und literarischer Texte des Mittelalters.
WWW: www.geschlecht-als-wissenskategorie.de
WWW: ics.hgkz.ch
WWW: www.ieg-mainz.de/likecms/index.php
»Ein interessanter Band, der nicht als Einführung, sondern für eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik zu empfehlen ist.
Petra M. Springer, LAMBDA nachrichten, 5 (2008)
»Mit rund 500 Seiten liefert dieser breit angelegte Sammelband nicht nur für die feministische Forschung, sondern auch für die historiographische Mainstreamforschung erstmals einen längst überfälligen, disziplinübergreifenden Beitrag zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht im 'Dritten Reich' auf hohem wissenschaftlich-analytischem Niveau.«
Karsten Bujara, Gigi, 26 (2009)
Sexualität, Kultur, Wissenschaft, Geschlecht, Tabu
Kulturwissenschaften, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Kunstgeschichte, Gender Studies, Politikwissenschaft
Gender als eine intellektuelle, gesellschaftliche und geschichtliche Kategorie und Gender Studies als deren wissenschaftliche Erforschung sind aus der Kultur der Gegenwart nicht mehr wegzudenken. Der Begriff des Tabus, ursprünglich aus der Ethnologie in die Psychologie und dann in das Bewußtsein des modernen Menschen eingegangen, ist eng an Gender, Sexualität und der Erforschung des Anderen gebunden; Genderfragen und Tabu bedingen einander.
Ihre Dualität wird in dem vorliegenden Band an Hand vieler generischer und historischer Varianten vom Mittelalter bis in die Neuzeit untersucht. Die Autor(inn)en erforschen die mediale Vielfalt der Gender/Tabu/Problematik in Literatur, Film und Kunst, in Politik und Gesellschaft als auch die immer wieder neuen Ausgrenzungen und Einkreisungen des Themas. Auch wenn die potentiellen Konflikte von Geschlecht als Tabu heute anders erscheinen und erlebt werden als in der Vergangenheit, bleiben sie doch als solche erkennbar und, je nach dem Medium der Darbietung, eine potentielle Irritation.
Die Herausforderung, wo und wie Tabu im Kontext von Gender durchbrochen, übertreten oder aber auch respektiert wird, machen die vorliegenden Essais mit Sachkenntnis, Intelligenz und damit die »Aufklärung« des Lesers/der Leserin zu einer klaren und spannenden Lektüre.
Gerhild Scholz-Williams
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