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Georg Christoph Tholen, Gerhard Schmitz, Manfred Riepe (Hg.)
Übertragung – Übersetzung – Überlieferung
Episteme und Sprache in der Psychoanalyse Lacans
2001, 442 S., kart., 25,80 €
ISBN 978-3-933127-74-7
Reihe Psychoanalyse
Schlagworte:Psychoanalyse, Sigmund Freud, Jacques Lacan
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Titel und Thema des vorliegenden Bandes markieren die in erkenntnistheoretischer und wissenschaftsgeschichtlicher Hinsicht grundlegende Frage nach dem Selbstverständnis der Psychoanalyse. Zugleich wird der Status der Metapsychologie Sigmund Freuds – unter besonderer Berücksichtigung ihrer Fortschreibung im Werk Jacques Lacans – für die so genannten »Kulturwissenschaften« erörtert. Der Band, der die gleichnamige internationale Tagung (Kassel, Juli 2000) dokumentiert und ergänzt, stellt die unabgegoltenen Dimensionen der »Wissenschaft vom Unbewussten« in den Vordergrund.
Georg Christoph Tholen (Prof. Dr.) ist Ordinarius für Medienwissenschaften in Basel.
Gerhard Schmitz (Dr.) ist als freier Wissenschaftler und Übersetzer tätig.
Manfred Riepe arbeitet als freier Journalist und Autor in Frankfurt/Main.
Pressestimmen
»Der Sammelband von THOLEN, SCHMITZ und RIEPE vereinigt Texte aus verschiedensten Bereichen, in denen mit Hilfe LACANschen Denkens gearbeitet wird: die Themen reichen von Lese-Rechtschreibschwäche über juristische Fragen der Todesdefinition, über KAFKA- ... mehr und HÖLDERLIN-Deutungen zur Filmtheorie und zur Geschichte der Psychologie. Das ist zu viel für einen Sammelband akademischen Zuschnitts, aber deshalb gerade das, was so etwas wie einen LACANschen Raum zu erschließen hilft; es führt über sozialwissenschaftliche 'Abteilungen' hinaus und hält sich im lichten Gelände des Kahlschlags nicht auf. Wer das Buch gelesen hat, wird nicht mehr der- oder dieselbe sein, leicht korrigiert, sähe dieses LACANsche Versprechen im vorliegenden Falle etwa so aus: Leser und Leserinnen werden ihre Zeit nicht vertan haben.«
Achim Seiffarth, Forum Qualitative Sozialforschung, 5 (2006)
»Dabei ist die These vom Unbehagen der Menschen in der Kultur auch heute noch und gerade im Hinblick auf aktuelle Ereignisse von beeindruckender Relevanz und dies ist es, was der Tagungsband noch einmal auf hohem Niveau demonstriert.«
Gregor Schwering, MEDIENwissenschaft, 3 (2002)
»Übersetzung ist aber nicht nur ein interlinguales Problem und damit immer auch ein Problem der Überlieferung des Freudschen Werkes und des psychoanalytischen Wissens, sondern auch eines, das von allem Anfang an ins Herz der Psychoanalyse führt und daraus nicht eliminiert werden kann. Denn 'Verdrängung' ist in ihrer ersten Formulierung in Freuds Briefen an Fliess nichts anderes als eine 'Versagung der Übersetzung' und auch zwischen latenten Traumgedanken und manifestem Trauminhalt spielt für Freud eine Übersetzung von einer Sprache in eine zweite. Eine Übersetzung, die er bekanntlich auch als 'Übertragung' bezeichnet.
Das von Tholen et al. herausgegebene, hier anzuzeigende Buch Übertragung - Übersetzung -Überlieferung, das die Vorträge der gleichnamigen Kasseler Tagung vom Juli 2000 versammelt, hat das Verdienst, diese skizzierten inneren Zusammenhänge nicht nur nicht zu eliminieren, sondern ausdrücklich zu bearbeiten. Das Buch beginnt nach einem programmatischen, einführenden Text Tholens mit einem kurzen Beitrag von Charles Melman, 'Lacan, a't il fait acte?'. Um es vorwegzunehmen: Ganz spurlos ist Lacans Wirken in den nachfolgenden Texten erfreulicherweise nicht geblieben.
Interessant ist, dass sich als ein wichtiger Referenzpunkt Walter Benjamin und insbesondere dessen Theorie des Übersetzens bei verschiedenen Autoren findet.
Wie die 'Freud/ Lacansche Lehre' ihre Spuren auch in anderen Gebieten eingraben kann - Literaturwissenschaft, Medien, Medizin usw. - erhält im Buch breiten Raum [...]. Obwohl es natürlich vollkommen ungerecht ist, aus diesen teilweise sehr spannenden Beiträgen etwas besonders hervorzuheben, seien Edith Seiferts Versuch, Freuds Konzept der Übertragung von der Energietheorie her zu denken und Elisabeth Strowicks Überlegungen zur 'Rhetorik des Unbewussten' kurz erwähnt, die beide Zugang verschaffen zur klinischen Dimension von Übertragung.«
Christian Kläui, Rezension Riss, 4 (2002)
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