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Geert Lovink
Zero Comments
Elemente einer kritischen Internetkultur (übersetzt aus dem Englischen von Andreas Kallfelz)
2008, 332 S., kart., 28,80 €
ISBN 978-3-89942-804-9
Reihe Kultur- und Medientheorie
Schlagworte:Internet und Gesellschaft, Blogs, Medientheorie, Medienkunst, Web 2.0 Adressaten: Medien und Kommunikation, Design, neue Medien, Kunstwissenschaften, Kulturwissenschaften
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In diesem dritten Band seiner kritischen Studien zur Internetkultur hinterfragt Geert Lovink den jüngsten »Web 2.0«-Hype um Blogs, Wikis oder Netzgemeinschaften. Anstatt den »Bürger-Journalismus« zu idealisieren, untersucht der Autor den »nihilistischen Impuls« der Blogs, etablierte Bedeutungsstrukturen auszuhöhlen und – voller Stolz auf ihren Insider-Charakter – das Verlinken, Indexieren und Ranking zum Hauptantrieb zu erheben.
Darüber hinaus behandelt das Buch die stille Globalisierung des Internets, in der nicht mehr der Westen, sondern Länder wie Indien, China und Brasilien sich zu einflussreichen Akteuren entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Revision des Theoriebestands: Geert Lovink aktualisiert überholte Konzepte wie die der Globalen Internet-Zeit, der Taktischen Medien oder der Krise der Medienkunst und widmet sich dem schwierigen Verhältnis zwischen Architektur und Netz. Das Buch schließt mit spekulativen Bemerkungen zu Modellen wie Organisierte Netzwerke, Freie Kooperation und Verteilte Ästhetik.
Geert Lovink (PhD), niederländisch-australischer Medientheoretiker und Netzkritiker, ist Leiter des Instituts für Netzkultur an der Hogeschool van Amsterdam und Associate Professor für Media Studies an der Universität Amsterdam.
Pressestimmen
»Das Web 2.0 ist tot, erschlagen von der Naivität der dumpfen Masse.
Was ist geblieben von der digitalen Revolution, dem Rummel um Weblogs und Social Software?
Geht's um derlei Fragen zur Netzkultur, kann man sich auf sattelfeste Stellungnahmen des ... mehr niederländischen Medientheoretikers Geert Lovink verlassen. Dieser hat mit ›Zero Comments‹ [...] den dritten Band seiner Beobachtungen zur Internetkultur vorgelegt. In einem Rundumschlag kommentiert Lovink all die Online-Spielplätze und -Baustellen, auf denen er in den letzten Jahren mitgewirbelt hat.«
Manuel Wisniewski, SPIKE, 15 (2008)
»Lovinks größte Stärke ist diese latent humorvolle Schreibe zwischen Aktivist, Wissenschaftler [...] und Journalist.
So wühlt sich Lovink überaus unterhaltsam durch die Themen Neue Medienkunst, Bloggen, Internet-Zeit, organisierte Netzwerke, Medienaktivismus, verteilte Ästhetik und Online-Zusammenarbeit. Hier schreibt jemand, der reflektiert, was er praktiziert und daraus neue Reflexionen und Praktiken ableitet oder einfach wagt.«
Christoph Jacke, DE:BUG, 126, 10 (2008)
»Herausragendes Herzstück der Sammlung ist zweifelsohne der brilliante Aufsatz ›Blogging – der nihilistische Impuls‹, in dem Lovink dem weitverbreiteten Urteil widerspricht, Blogging sei eine neue Form des ›Bürgerjournalismus‹.«
Jörg Auberg, www.titel-magazin.de, 20.11.2008
»[D]as an Information extrem dichte, über 300-seitige Buch [spiegelt] auch die interaktive Nervosität und die sprunghafte Diskursivität zeitgenössischer, internetbasierter Wissensgenerierung wider.«
SWR2 Buchkritik, 27.01.2009
»Grüppchen kochen Süppchen, könnte das Fazit dieser Studie lauten, die mit dem Mythos aufräumt, ein euphemistisch zur Gemeinde erhobener Schwarm im Meer der Internet-Möglichkeiten müsse schlauer und verlässlicher sein als einzelne Surfer.«
Hendrik Werner, DIE WELT, 02.12.2009
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Leserforum
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview
... mit Geert Lovink
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Diese Übersetzung aus dem Englischen ist ein Beitrag zur Internetdebatte. Was genau machen Blogger, wenn sie bloggen? Warum gibt es diesen Kampf zwischen Bloggern und Journalisten der ›alten Medien‹? Warum gibt es eine ›neue Medienkunst‹, und wie verhält sie sich zu Markt und Museum?
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
»Zero Comments« leistet einen Beitrag zur neuen Medientheorie ... mehr aus einer globalen Perspektive. Statt nur das ›Neue‹ zu loben, entwickle ich einen kritischen Blick, der weder kulturpessimistisch noch pauschal über das so genannte Web 2.0 urteilt.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?
Eindeutig wird das Internet nach wie vor heiß diskutiert. Das Medium ist immer noch nicht völlig in den Institutionen integriert, obwohl die Bürger damit immer besser zurechtkommen. Wer bestimmt die Themen in der Öffentlichkeit 2.0? Welcher Stellenwert wird Online-Videos beigemessen und wie organisieren sich die neuen sozialen Netze?
4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?
Es wäre die Aufgabe von ›Netzkritik‹, über die Berichterstattung des hektischen 24/7-Alltags hinauszugehen, und die coolen Managementkonzepte zu hinterfragen. Was bewirkt der Netzdiskurs? Was bedeutet es, dass wir uns wie Software verhalten?
5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit jungen Leuten, die sich aktiv mit neuen Medien auseinandersetzen und selbst einen Beitrag leisten.
6. Ihr Buch in einem Satz:
Engagierte und zugleich kritische Internettheorie, die über den kommerziellen Tellerrand in die weite Welt schaut und dabei neue Konzepte entwickelt.
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