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Der vorliegende Band fragt unter dem titelgebenden Stichwort des »Schibboleths« nach den Zugangsmöglichkeiten zur Psychoanalyse im Zeichen der Literatur. Im Mittelpunkt des Interesses steht Freuds Auseinandersetzung mit mythologischen und literarischen Traditionen von den Anfängen der Psychoanalyse (Studien über Hysterie und Traumdeutung) über die metapsychologischen Schriften (Jenseits des Lustprinzips, Das Ich und das Es u.a.) bis zum testamentarischen Roman Der Mann Moses. Die Aufmerksamkeit gilt weniger der psychoanalytischen Interpretation literarischer Texte als vielmehr der Literarizität von Freuds eigenen Schriften. Neben Freuds Texten berücksichtigt der Band u.a. Hesiod, Sophokles, Ovid, Shakespeare und Hölderlin, um der inneren Verflechtung von Psychoanalyse und Literatur nachzugehen.
Achim Geisenhanslüke (Dr. phil.) lehrt Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Regensburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Literaturtheorie, philosophische Ästhetik und vergleichende Literaturwissenschaft.
»Achim Geisenhanslüke liefert mit seinem Band einen fulminanten Beweis für die Aktualität Freuds, indem er aufzeigt, wie ein innovativer Zugang zu den Freud'schen Texten aussehen kann. Gerade für die Literaturwissenschaft und ihre Beschäftigung mit Freud sollte diese Neuperspektivierung Impulse liefern.«
Thomas Wortmann, Jahrbuch für Literatur & Psychoanalyse, 29 (2010)
Psychoanalyse, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie
Psychologie, Literaturwissenschaft, Philosophie
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Interview
... mit Dr. phil. Achim Geisenhanslüke
1. »Bücher die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Bücher, die die Welt nicht braucht, sind langweilig und redundant. Mein Buch widmet sich der Geschichte der Freud'schen Psychoanalyse ... mehrim Lichte der Literatur. Das ist eine vergnügliche Lektüre, die zudem noch lehrreich sein kann.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Forschung hat bisher meist den Schwerpunkt auf Freuds Analysen der Literatur gelegt. Mein Buch dreht den Spieß um: Es geht um Freuds eigenes literarisches Schreiben zwischen Novelle, Autobiographie und Roman. Damit beleuchte ich auch das Verhältnis von Wissenschaft und Fiktion.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Im Rahmen aktueller Forschungsdebatten kommt mein Buch einer Hommage an Freud gleich, allerdings einer Hommage an den »literarischen« Freud. In Zeiten allgemeinen Freud-Bashings schafft das ein Gegengewicht.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit meinem Freund und Kollegen Martin von Koppenfels.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Mein Buch zeigt, dass das wissenschaftliche Schreiben Freuds vom Beginn bis zu seiner letzten Publikation einen literarischen Charakter besitzt, über den sich die Bedeutung Freuds erst erschließen lässt.
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