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Ist die E-Mail akzeptiertes Mittel elektronischer Kommunikation geworden, so bleibt das Chatten Gegenstand der Kritik. Als banal bis jugendgefährdend bewertet, steht es im Verdacht, den Untergang der Schrift zu befördern. Dieses Buch bietet eine neue Sicht – fern kulturkritischer Klagen oder euphorischer Lobreden.
Obwohl der zeitgleiche Textaustausch eine der ungewöhnlichsten Kommunikationsformen im Internet darstellt, blieb die Medialität des Chats oft unbeachtet. Wurde das Chatten meist als Plattform für Identitätsspiele oder subkulturelle Meinungsbildung untersucht, wird es hier als eine Variante des Klatsches vorgestellt. Freuds Theorie des Dritten erweist sich dabei als Schlüssel zum Verständnis aktueller Formen elektronischer Kommunikation.
Anna Tuschling (Jun.-Prof. Dr. phil.) forscht im Rahmen der Mercatorgruppe »Räume anthropologischen Wissens« an der Ruhr-Universität Bochum über Medien und anthropologisches Wissen. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Metapsychologien, Lernregimes sowie die Mediengeschichte der Angst.
Pressestimmen
»In Zeiten von Twitter als weltweitem Gossip-Board ist Tuschling eine anregende Analyse des Sujets ›Klatsch im Chat‹ gelungen.«
Weave, 1 (2010) Weiterempfehlen
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Lesetipps
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Interview
![]() ... mit Dr. phil. Anna Tuschling 1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu? Unsere Urgroßeltern hielten das Radio für Teufelswerk, heute dämonisiert man Chatten und Computerspiele. Es ist höchste Zeit für einen differenzierten Blick auf den digitalen Nachrichtenverkehr. Die Studie nutzt erstmals Freuds weithin unbekannte Theorie des Dritten für eine Analyse des Chattens jenseits von Euphorie und Wehklagen. 2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch? ... mehr
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