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Lutz Ellrich, Harun Maye, Arno Meteling

Die Unsichtbarkeit des Politischen

Theorie und Geschichte medialer Latenz (mit einem Kapitel von Carsten Zorn)
2009, 380 S., kart., 32,80 €
ISBN 978-3-89942-969-5
Reihe Kultur- und Medientheorie
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Demokratische Gesellschaften geben ihren Bürgern das Versprechen, die Geschäfte der Politik durchsichtig zu machen – ein Versprechen, das laufend gebrochen wird. Zur Aufgabe der Massenmedien gehört es daher, die Arkanzonen der Politik auszuleuchten.
Was aber machen die Medien tatsächlich sichtbar, wenn sie Latentes manifestieren? Pater Brown gab schon im Kino der 1960er Jahre zu bedenken: »Wer zu sehr hinter die Dinge schauen will, sieht am Ende die Dinge selbst nicht mehr.«
Die Autoren des Bandes lassen sich dies gesagt sein und liefern Analysen zum politischen und medialen Diskurs des Enthüllens und Verbergens.
Lutz Ellrich (Prof. Dr. phil.) lehrt Medienkulturwissenschaft an der Universität zu Köln.
Harun Maye (M.A.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie der Bauhaus-Universität Weimar.
Arno Meteling (Dr. phil.) lehrt Neuere deutsche Literatur an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Carsten Zorn (Dr. phil.) war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungskolleg »Medien und kulturelle Kommunikation« der Universität zu Köln.
WWW: www.fk-427.de
»Hochdifferenzierte, internationale Forschungsberichte und Analysen mit reichem Quellenmaterial, die einen guten Überblick verschaffen und geeignet sind zur Einarbeitung in Latenztheorien.«
Klaus Neugebauer, Philosophischer Literaturanzeiger, 62/3 (2009)
»Interessante Denkansätze zu einem vielschichtigen und wichtigen Thema.«
politik & kommunikation, 3 (2010)
»Es ist das Verdienst dieses Bandes, die Figur des Unsichtbaren in der Politik umfassend in ideengeschichtlicher und medientheoretischer Perspektive abgesteckt und damit das Feld bereitet zu haben für empirische Studien, die mit Sicherheit folgen werden und durch Einbeziehung dieses Bandes nur gewinnen können.«
Annette Vowinckel, H-Soz-u-Kult, 17.06.2010
Politik, Latenz, Öffentlichkeit, Geheimnis, Biopolitik, Medien, Gouvernementalität, Normalismus, Verschwörungstheorie
Politikwissenschaft, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft
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Interview
... mit Prof. Dr. phil. Lutz Ellrich
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wer sich für Verborgenes, Unterschwelliges und Verschwiegenes interessiert, kann hier erfahren, welche geheimen Motive und Denkfiguren dieses ... mehrInteresse gegebenenfalls steuern. Das Buch konfrontiert den Leser mit kühnen Thesen zum Verschwinden der Politik in der Mediendemokratie sowie zu medialer Latenz, unsichtbaren Händen, Verschwörungstheorien, Normalismus und Schwarmintelligenz, deren Tauglichkeit getestet wird, ohne den Reiz und das Irritationspotenzial des Stoffes zu tilgen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
In vergleichenden Studien zu historischen und modernen Kulturtheorien werden wiederkehrende ›Baupläne‹ und Denkfiguren von Latenz freigelegt sowie deren Stärken und Schwächen analysiert. Im Anschluss erscheinen dann auch aktuelle Theorieangebote zu Politik, Medien und deren Zusammenhang in einem neuen Licht. Betrachtet man die jeweils zugrunde liegenden Konzepte von Latenzbeobachtung, stellt sich die Frage: Wie überzeugend ist ihr Anspruch, mehr, Anderes, ganz Neues sichtbar machen zu können?
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Über Ort und Zustand des Politischen wird gegenwärtig viel diskutiert. Hat es sich endgültig verflüchtigt? Wirkt es nun vor allem aus dem Verborgenen heraus? Wird es bald unvermittelt als schockierendes Ereignis zurückkehren? Bei der Beantwortung solcher Fragen erhält die Rolle der Medien eine wachsende Bedeutung. Für eine substanzielle Debatte mangelt es den alternativen Positionen aber allzu oft noch an begrifflicher Präzision. Hier möchte das Buch Abhilfe schaffen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Axel Honneth und Peter Sloterdijk, Anselm Haverkamp, Christoph Menke, Hans Ulrich Gumbrecht, Sighard Neckel, Diedrich Diederichsen, Giorgio Agamben, Slavoj Zizek, Alexander Kluge, Harald Schmidt. Und natürlich mit einigen, wie Niklas Luhmann, mit denen es leider nicht mehr möglich ist.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Wer hinter die Kulissen schauen will, muss zweierlei lernen: das Genießen der Oberfläche zu verschmähen und dennoch dem Sog der Tiefe zu widerstehen.
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