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Cedric Janowicz
Zur Sozialen Ökologie urbaner Räume
Afrikanische Städte im Spannungsfeld von demographischer Entwicklung und Nahrungsversorgung
2008, 438 S., kart., zahlr. Abb., 42,80 €
ISBN 978-3-89942-974-9
Reihe Materialitäten
Schlagworte:Soziale Ökologie, Raum, Afrika, Urbanisierung, Nahrungsversorgung Adressaten: Soziologie, Geographie, Humanökologie
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Afrika als Katastrophenkontinent – das Klischee ist allgegenwärtig. 'Ungehemmtes' Bevölkerungswachstum gilt dabei zumeist als Auslöser von Versorgungskrisen. Doch das Beispiel der Nahrungsversorgung afrikanischer Städte verdeutlicht, dass die Problemlagen, die sich aus Urbanisierungsprozessen für die Versorgung ergeben, nicht einfach auf das 'Bevölkerungsproblem' reduziert werden dürfen. Aus einer sozial-ökologischen Perspektive müssen sie als Folge komplexer Verflechtungen natürlicher und gesellschaftlicher Phänomene verstanden werden. Hierfür liefert der Band Impulse, indem er gezielt Raumordnungen erforscht: Raum wird als zentraler Modus begriffen, über den Natur und Gesellschaft relationiert werden.
Cedric Janowicz (Dr. phil.) ist Mitarbeiter des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt a.M. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen postkoloniale Stadtentwicklung in Afrika sowie Umwelt- und Raumsoziologie.
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Interview
... mit Dr. phil. Cedric Janowicz
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Sozial-ökologische Forschung wendet sich entschieden gegen die in Gesellschaft und Wissenschaft immer noch weit verbreitete Einschätzung von (Sozial-)Wissenschaft als praxisfreier, realitätsferner und 'neutraler' Tätigkeit. Wissenschaft ist vielmehr eine Erkenntnisleistung, die einen praktischen Unterschied im Leben der Menschen ausmachen sollte, indem sie sich an gesellschaftlichen ... mehr Problemlagen orientiert. Und der Wunsch, Städte mit den Mitteln wissenschaftlicher Erkenntnis nachhaltiger zu gestalten, halte ich für solch einen praktischen Unterschied.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Wenngleich sich angesichts der aktuellen Diskussionen um Biosprit und dadurch ausgelöster Nahrungsmittelkrisen verstärkt multifaktorielle Deutungsansätze von Versorgungskrisen abzuzeichnen beginnen, sind Ansätze, die das Thema der Versorgung in einen breiten Kontext stellen, immer noch die Ausnahme. Das hier vorgeschlagene Modell versteht Versorgung dagegen als einen Zusammenhang, in dem natürliche, technische, soziale und ökonomische Prozesse und Strukturen auf komplexe Weise miteinander verwoben sind.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Obwohl kaum an einem anderen Ort der Welt Städte so rasant wachsen wie in Afrika, erfahren diese Städte in aktuellen Forschungsdebatten kaum Beachtung. Zwar gibt es eine Vielzahl an Studien zu einzelnen Themen, die sich aber nicht der Frage widmen, was es für den afrikanischen Kontext bedeutet, sich der Stadt als Wissensobjekt zu nähern. Die afrikanische Stadt in ihrer Eigenlogik ernst zu nehmen, halte ich für einen der wichtigsten Aspekte des Buchs.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
In dem Buch geht es zum einen um die Frage, wie aus einer erkenntnistheoretisch avancierten Perspektive Natur und Gesellschaft als Zusammenhang gedacht werden können. Zum anderen geht es um afrikanische Verstädterungsprozesse und deren nachhaltige Gestaltung. In Bezug auf den ersten Strang knüpfen meine Überlegungen vor allem an die Arbeiten von M. Lynch und A. Pickering an. Hinsichtlich der Frage der Theoretisierung afrikanischer Städte waren die Texte von A. Simone und U. Hannerz wichtig. Mit allen wäre es zweifelsohne spannend über das Thema zu sprechen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Stadt und Natur werden in der Theoriebildung miteinander versöhnt und die Entwicklung afrikanischer Städte entdramatisiert.
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