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In Zeiten transkultureller Bewegungen erweist sich die Literatur, die sich aus verschiedenen Gründen nicht in nationale Grenzen einpassen lässt, als ein zentrales Untersuchungsfeld: Kulturelle Veränderungen, die durch Migration von Menschen, Ideen, Waren und Sprachen entstehen, lassen sich hier auf eine umfassende Weise analysieren.
In aktuellen Fallstudien untersuchen die Beiträge dieses Bandes unter anderem kulturelle Grenzziehungen in muslimischen bzw. türkischen Gemeinschaften und setzen sich dabei mit dem neuen »Zwang zur Kultur« auseinander. Daran anschließend wird der Begriff »Weltliteratur« auf seine Brauchbarkeit in diesen Kontexten untersucht, insbesondere im Hinblick auf nicht-europäische, etwa afrikanische Repräsentationsmodelle von Literatur. Einzelanalysen von Filmen und literarischen Texten zeigen, dass die so genannte Migrationsliteratur eine ästhetische Reflexion auf kulturelle Integration einerseits, aber auch auf verschiedene Formen von sozialer, individueller und sprachlicher Desintegration andererseits ist. Der Band wird ergänzt durch zwei Interviews mit Ilja Trojanow und Feridun Zaimoglu.
Özkan Ezli ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter im Exzellenzcluster »Kulturelle Grundlagen von Integration« der Universität Konstanz. Sein derzeitiger Forschungsschwerpunkt ist das Narrativ der Migration in der deutsch-türkischen Literatur, im Film und in der Religion in Deutschland.
Dorothee Kimmich (Prof. Dr.) ist Literaturwissenschaftlerin an der Universität Tübingen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Literaturtheorie, Philosophie und Literatur sowie die Literatur der klassischen Moderne. Annette Werberger (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Assistentin am Slavischen Seminar der Universität Tübingen. Ihr derzeitiger Forschungsschwerpunkt sind Narrative Ostmitteleuropas.
WWW: www.exc16.de/cms/ezli.html
WWW: www.germ-serv.de/kimmich/ WWW: www.slavistik.uni-tuebingen.de/?n=Werberger
Pressestimmen
»›Wider den Kulturenzwang‹ titeln die Herausgeber und das Autorenteam den Versuch, die historischen und aktuellen Zusammenhänge von ›Migration, Kulturalisierung und Weltliteratur‹ im aktuellen Diskurs zu verorten. Das ist gelungen; vor allem deshalb, ... mehr
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Interview
... mit Prof. Dr. Dorothee Kimmich
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu? Migration und die dadurch ausgelösten kulturellen Transformationen bestimmen den heutigen Alltag, die Politik, die Wirtschaft und die Wissenschaft. 2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch? Wir hinterfragen gängige Konzepte von Kultur, die ebenso selbstverständlich verwendet wie ideologisch besetzt und theoretisch unklar sind. 3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu? ... mehr
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