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Lydia Potts, Jan Kühnemund (Hg.)
Mann wird man
Geschlechtliche Identitäten im Spannungsfeld von Migration und Islam
2008, 234 S., kart., 24,80 €
ISBN 978-3-89942-992-3
Reihe Studien interdisziplinäre Geschlechterforschung
Schlagworte:Gender, Maskulinität, Identität, Migration, Islam Adressaten: Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Pädagogik
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Junge muslimische Männer sind die neuen Sündenböcke in den westlichen Gesellschaften – sie werden dämonisiert und sensationalisiert. Das seit dem »11. September« gesteigerte Interesse an muslimisch-migrantischen Geschlechterbeziehungen gilt vornehmlich dem Stereotyp des »aggressiven und patriarchalen Migranten«. Die Frage nach der konkreten Bedeutung von Migration und Religion für die Transformation und (Re-)Konstruktion männlicher Identitäten wird nicht gestellt.
Dieser Band schließt die Lücke in der deutschsprachigen Forschung und bringt interdisziplinäre Forschungsergebnisse zu den Schnittstellen von »Migration und Männlichkeit« sowie »Maskulinität und Islam« zusammen.
Lydia Potts (Dr. rer. pol.) lehrt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Sie ist Leiterin der Arbeitsgruppe »Migration – Gender – Politics«.
Jan Kühnemund (M.A.) ist an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in einem Projekt zu afrikanischer Migration und Gender tätig.
Pressestimmen
//gut»Eine Leerstelle füllt der Band nicht nur, indem er den Fokus auf muslimisch-migrantische Maskulinitäten richtet, sondern auch weil er dies im deutschen wie internationalen Kontext thematisiert.«
impu!se, 62 (2009)
»Durch seine vielfältige ... mehr Beleuchtung der männlichen Seite des als bedrohlich und bedroht konstruierten ›muslimischen Paares‹ leistet der Band einen wichtigen Beitrag zur Zurückweisung einfacher, stigmatisierender und skandalisierender Darstellungen.«
Sabine Strasser, Stimme, 70 (2009)
»Ein ›junger‹ und ›frischer‹ Band, der durch eine Vielfalt von gleichberechtigt nebeneinander bestehenden Ansätzen/Perspektiven gekennzeichnet ist. Eine multidisziplinäre, internationale Mischung aus Beiträgen, die sich [...] mit einem Themenbereich beschäftigen, der in der bisherigen deutschsprachigen Forschungslandschaft eine Lücke darstellte.«
Prof. Dr. Joachim Thönnessen, www.socialnet.de, 4 (2009)
»[Die Beiträge leisten] einen wichtigen, wenn nicht unverzichtbaren Beitrag zu einer demokratischen Kultur einer Einwanderungsgesellschaft, welche ihr Handeln an Menschenrechten und gleicher Würde aller orientiert, aber nicht länger an Vorurteilen und Stereotypen.«
Dr. Hans Prömper, MidK, 1 (2009)
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Lesetipps
Weitere Titel zu:
Interview
... mit Dr. rer. pol. Lydia Potts
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Repräsentation muslimischer Migranten basiert nicht nur in Massenmedien auf Stereotypen, nicht selten werden auch in wissenschaftlichen Diskursen dominante Annahmen über islamische Geschlechterorganisation, Hypermaskulinität und Gewaltbereitschaft reproduziert und dabei außer Acht gelassen, wie vielfältig und komplex biographische Entwürfe und Praxen migrantischer Männer aus ... mehr muslimischen Herkunftskontexten sich heute darstellen.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Band setzt gegen den herrschenden monolithischen Blick die Multiperspektivität. Er schlägt theoretische wie empirische Zugänge vor, setzt sie teils prospektiv, teils exemplarisch um und liefert Bausteine für das Verständnis des Zusammenwirkens von Maskulinitäten als Prozessen von Sozialisation, Identität und Positionierung, Migration als transgenerational wirkendem Lebensereignis und dem Islam, der verstanden wird als individuelle oder kollektive religiöse Praxis.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In der Migrationsforschung wird Männlichkeit nur selten als Analysekategorie herangezogen. Umgekehrt erwähnt auch die Maskulinitätsforschung das Thema Migration eher beiläufig, migrantische Maskulinitäten als eigenständiges Thema werden kaum behandelt. In besonderer Weise trifft dies auf die Untersuchung muslimisch-migrantischer Maskulinitäten zu. Der Band unternimmt den Versuch, erste Ergebnisse, die in den Bereichen ›Migration und Maskulinität‹ sowie ›Maskulinität und Islam‹ vorliegen, zu bündeln.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit denjenigen, die an Schnittstellen von Wissenschaft und Praxis tätig sind.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Lebensentwürfe und -praxen muslimisch-migrantischer Männer – mit dem Ziel, zu einer differenzierten Repräsentation beizutragen.
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