Aggression in lyrischer Dichtung

Georg Heym – Gottfried Benn – Else Lasker-Schüler

Der literaturwissenschaftliche Diskurs befasste sich mit dem Problem der Aggression bisher überwiegend unter dem Vorzeichen des bloß Negativen im Kontext von Drama und Erzählung. In dieser Studie wird nicht nur motiv-thematisch, sondern auch strukturell ein Zusammenhang von lyrischem Sprechen und Aggression ausfindig gemacht. Die Frage nach Aggression in lyrischer Dichtung gibt einen wichtigen Anstoß für die Forschung, denn daran schließen sich Fragen nach Gattung und Gender an: Schreiben Männer nur »männlich« und Frauen nur »weiblich«? Gibt es eine geschlechtliche Zuschreibung von Aggression? Welche Rolle spielt sie in der Lyrik?

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2008-06-27, 392 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1006-2

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Monika Leipelt-Tsai

Monika Leipelt-Tsai, National Chengchi University Taipei, Taiwan

... mit Monika Leipelt-Tsai

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es verbindet interessante Fragen und die Suche nach Antworten mit Leselust; z.B. erinnert das Lesen des Benn'schen Gedichts »Englisches Café« in seinem Spiel konkurrierender Bedeutungen an ein Kaleidoskop auf einem alten Jahrmarktsvergnügen. Geht man nicht mehr der Frage ›Was soll...‹ sondern ›Was kann das bedeuten?‹ nach, nähert sich das Lesen mehr und mehr einer Achterbahnfahrt ...

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Diese Konstellation dreier lyrischer Texte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg eröffnet ein anderes Denken von Aggression. U.a. wird der Frage nachgegangen, wie man den änigmatischen Begriff ›Aggression‹von dem der ›Gewalt‹ theoretisch trennen könnte und ob diese Differenzierung in der Praxis der Lektüre gelingen kann. Aggression lässt sich grundsätzlich nicht nur in einem motiv-thematischen, sondern auch performativ in einem strukturellen Zusammenhang in lyrischem Sprechen finden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Durch den Blick auf rhizomhafte Verzweigungen können lyrische Verdichtungsprozesse verdeutlicht werden. Werden diese mit und gegen Hélène Cixous' Unterteilung von männlichen/weiblichen Schreibweisen gelesen, erscheint weibliches und männliches Schreiben nicht mehr als Frage des biologischen Geschlechts. Mein Thema eröffnet einen Blick auf die Aporien der Identitätsbildung, welche im Zirkel von Verausgabung bzw. Öffnung zum Anderen hin und Aneignung oder Selbstberührung gefangen ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit ›Quer-Denkern‹, z.B. mit Jacques Derrida.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es zeigt bezüglich des Rätsels ›Aggression‹ eine Rezeption von lyrischen Texten als Gabe/gift im Sinne Derridas.

»Leipelt-Tsai's study enriches our readings of these three important poets, introducing us to the provocative possibilities for viewing this body of poetry in terms of the category of aggression.«
Michele Ricci Bell, The German Quarterly, 82/4 (2009)
Besprochen in:
Benn-Forum, 2 (2010/11), Hermann Korte
Autor_in(nen)
Monika Leipelt-Tsai
Buchtitel
Aggression in lyrischer Dichtung Georg Heym – Gottfried Benn – Else Lasker-Schüler
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1006-2
DOI
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2008-06-27
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Gewalt, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Psychoanalyse, Philosophie
Schlagworte
Aggression, Expressionismus, Gender, Rezeptionsästhetik, Georg Heym, Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Literatur, Gewalt, Geschlecht, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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