Zwischen Problemorientierung und Disziplin

Ein koevolutionäres Modell der Wissenschaftsentwicklung

Diese Studie zeigt am Beispiel der Ozonforschung und der atmosphärischen Chemie, dass eine Entgegensetzung von Interdisziplinarität und Disziplinarität inadäquat ist. Vielmehr treibt die Spannung zwischen der problemorientierten, meist interdisziplinären Forschung und den Disziplinen die wissenschaftliche Dynamik an. Mit der Unterscheidung von Wissenschaft und Forschung wird ein Programm vorgeschlagen, in dem die vielfältigen Kopplungen zwischen den beiden Sphären empirisch analysiert und in ihrem gesellschaftlichen Umfeld betrachtet werden können. Dieser koevolutionäre Ansatz bietet die Lösung zentraler Probleme der Wissenschaftsforschung an.

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2008-11-27, 284 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1008-6

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Falk Schützenmeister

Falk Schützenmeister, University of California Berkeley, USA

... mit Falk Schützenmeister

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In der Wissenschaftssoziologie wurden Disziplinarität und Interdisziplinarität, wissenschaftliche Gemeinschaften und formale Organisationen sowie problemorientierte und Grundlagenforschung als unvereinbare Gegensätze behandelt. Doch prägen all diese Dimensionen die moderne Wissenschaft. Ich habe versucht, einen theoretischen Rahmen zu finden, in dem dieses Nebeneinander beschrieben werden kann. In einer Fallstudie wende ich diesen auf die Entstehung der modernen Chemie an.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich schlage eine Unterscheidung von Wissenschaft und Forschung vor. Diese ist so neu nicht. Doch kam sie vor allem in der Kontroverse zwischen dem institutionellen und dem kognitiven Paradigma zum Ausdruck. Oder es wurde angenommen, dass die Bedeutung der institutionalisierten Wissenschaft zugunsten der Forschung als generalisierter Handlungstyp zurückgeht. Die Spannung zwischen der primär disziplinären Wissenschaft und der nichtdisziplinären Forschung treibt die wissenschaftliche Dynamik an.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es wurde behauptet, dass die disziplinäre Wissenschaft den dringenden Problemen der Gesellschaft nicht angemessen sei. In der Ozonkontroverse fand aber eine Koevolution von Umweltpolitik und atmosphärischer Chemie statt. Anfangs war eine Entdifferenzierung zu beobachten. Diese war aber Ausdruck des Problems, nicht dessen Lösung. Die Ausdifferenzierung zeigt sich u. a. auch in den internationalen Assessment-Prozessen, die das Verhältnis von Wissenschaft und Politik in einem mehrstufigen Verfahren regulieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde das Buch gern mit den Wissenschaftsforschern diskutieren, deren Konzepte ich verwendet und z. T. kritisiert habe. Ich erhoffe mir davon einen neuen Dreh festgefahrener Debatten. Außerdem wäre eine Diskussion mit Klimaforschern und Wissenschaftspolitikern interessant. Kann die Wissenschaftsforschung etwas zu den Problemen der Forschungsorganisation sagen, was für die Praxis relevant ist?

5. Ihr Buch in einem Satz:

Am Beispiel der atmosphärischen Chemie wird gezeigt, dass problemorientierte Forschung die Ausbildung neuer wissenschaftlicher Disziplinen antreiben kann.

Autor_in(nen)
Falk Schützenmeister
Buchtitel
Zwischen Problemorientierung und Disziplin Ein koevolutionäres Modell der Wissenschaftsentwicklung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
284
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1008-6
DOI
10.14361/9783839410080
Warengruppe
1724
BIC-Code
PDR
BISAC-Code
SCI075000
THEMA-Code
PDR
Erscheinungsdatum
2008-11-27
Auflage
1
Themen
Wissenschaft
Adressaten
Soziologie, Wissenschaftsforschung
Schlagworte
Wissenschaftsforschung, Disziplinen, Problemorientierte Forschung, Ozonschicht, Systemtheorie, Wissenschaft, Wissenschaftssoziologie, Soziologie

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