Workfare in den USA

Das Elend der US-amerikanischen Sozialhilfepolitik

Das »Sozialhilfeproblem« scheint in den USA – anders als in Europa – gelöst, worauf anhaltend hohe Beschäftigungsquoten verweisen. Die Studie stellt diesen Konsens in Frage. Sie untersucht die bislang nur unzureichend verstandenen Hintergründe und Konsequenzen der US-Sozialhilfereform von 1996, die einen radikalen Arbeitszwang für alle Bedürftigen einführte. Es wird erklärt, warum sich mit dieser ›Workfare-Politik‹ die Armut noch verschärft hat. Zudem wird gezeigt, wie Gewerkschaften und soziale Bewegungen auf diese Politik reagiert haben und vor welchen sozialpolitischen Herausforderungen Städte wie New York und Los Angeles zu Beginn des 21. Jahrhunderts stehen.

36,80 € *

2008-11-27, 474 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1038-3

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Britta Grell

Britta Grell, INURA (International Network for Urban Research and Action), Deutschland

... mit Britta Grell

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es widmet sich einem Thema, das angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit zu erwartenden wachsenden Erwerbslosigkeit wieder an Aktualität gewinnen wird. Es geht um die Frage, was mit Menschen passieren soll, die sich auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft nicht behaupten können, und daher auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Es ist das erste Buch, das die negativen Erfahrungen mit umfangreichen Beschäftigungs- und Zwangsmaßnahmen (Workfare) in den USA seit Verabschiedung der Sozialhilfereform (1996) einem deutschen Publikum näherbringt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es ermöglicht ein Verständnis anhaltender städtischer Armutsprobleme in den USA, die eng mit aufgezeigten Defiziten des Wohlfahrtssystems verknüpft sind. Indem es die Workfare-Politik der letzten zehn Jahre in einen historischen Kontext einbettet, wird außerdem deutlich, dass neoliberale Strategien zum Abbau sozialer Rechte kein alleiniges Terrain konservativer Politiker sind. Zudem kann das Buch als Warnung gelesen werden, in der Bundesrepublik keinen vergleichbaren Weg einzuschlagen, der die Verantwortung für sozial Schwache verstärkt auf die Kommunen abwälzt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Für die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung gibt das Buch neue Anregungen, wie eng das sozialpolitische Modell der USA mit der föderalistischen Struktur des politischen Systems zusammenhängt. Es zeigt auf, dass den Bundesstaaten und städtischen Akteuren in der aktuellen Transformation des Sozialstaates eine herausgehobene Bedeutung zukommt. Zudem verweist das Buch auf die einseitige Darstellung und Rezeption der beschäftigungspolitischen Erfolge der US-amerikanischen Sozialhilfereform, die bei genauerer Betrachtung äußerst prekär sind.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Barak Obama, Bill Clinton und Roland Koch.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt anhand von Erfahrungen mit Workfare in den USA, wie eine rein auf den Arbeitsmarkt fokussierte Sozialpolitik Armutsprobleme noch verschärfen kann.

»Als veröffentlichte Doktorarbeit richtet sich diese Studie vornehmlich an eine akademische Zielgruppe. Doch auch hierzulande könnte sie für engagierte GewerkschafterInnen, MitarbeiterInnen von Wohlfahrtsverbänden und Erwerbslosen-AktivistInnen interessant sein.«
Christian Schröder, www.socialnet.de, 03.10.2009
Besprochen in:

Zeitschrift für Politikwissenschaft, 17.03.2009
Autor_in(nen)
Britta Grell
Buchtitel
Workfare in den USA Das Elend der US-amerikanischen Sozialhilfepolitik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
474
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1038-3
DOI
10.14361/9783839410387
Warengruppe
1731
BIC-Code
JKS JHB
BISAC-Code
POL029000 POL010000 SOC026000
THEMA-Code
JKS JHB
Erscheinungsdatum
2008-11-27
Auflage
1
Themen
Politik, Amerika
Adressaten
Politikwissenschaften, Nordamerikastudien, Urban Studies
Schlagworte
USA, Sozialpolitik, Workfare, Los Angeles, New York, Politik, Amerika, Politische Soziologie, Politikwissenschaft, Soziologie

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