Zwischen Apokalypse und Alltag

Kriegsnarrative des 20. und 21. Jahrhunderts

Wie vom Krieg erzählen? Die Frage nach den Möglichkeiten und Notwendigkeiten, aber auch nach der schuldhaften Verstrickung von Erzählungen in kriegerische Handlungen ist in den letzten 100 Jahren immer wieder gestellt worden. Sie hat nicht nur eine narratologische, sondern auch eine politische und moralische Dimension.

Was ist Krieg eigentlich? Die Beiträger_innen dieses Bandes gehen von der Beobachtung aus, dass man in den europäischen bzw. okzidentalen Kulturen von gemeinsamen Entwicklungen in der narrativen Darstellung von Krieg in der Literatur und den modernen Bildmedien sprechen kann, die einerseits die Notwendigkeit des bezeugenden Dokumentierens hervorheben und andererseits die Erzählbarkeit von Krieg problematisieren. Zugleich kann man die Persistenz narrativer Muster wie »Apokalypse«, »Neuanfang« oder »Ausnahme« in den Kriegserzählungen des 20. und 21. Jahrhunderts sowie deutliche Unterschiede zwischen einzelnen national geprägten Erzähltraditionen feststellen.

Diese Aspekte stehen im Fokus der Beiträge, die anhand von Beispielen aus den Literaturen West-, Mittel- und Osteuropas und der USA sowie am Beispiel von Filmen, aus der Medienberichterstattung, von Kriegstagebüchern und ethnografischen Skizzen, von Bilddokumenten oder von philosophischen Kriegsdiskursen argumentieren.

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2009-11-27, 328 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1045-1

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Natalia Borisova

Natalia Borisova, Universität Konstanz, Deutschland

Susi K. Frank

Susi K. Frank, Humboldt Universität zu Berlin, Deutschland

Andreas Kraft

Andreas Kraft, Universität Konstanz, Deutschland

... mit Susi Frank

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es um ein Thema geht, mit dem sich jeder Mensch auseinandersetzen sollte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dieses Buch richtet den Blick auf die Praktiken, die kulturellen Spezfika, die festgefahrenen Muster und die therapeutischen Möglichkeiten des Erzählens von den schrecklichsten und prägendsten Erfahrungen die Menschen machen können: vom Krieg.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ›Krieg und Erzählung‹ setzt innerhalb der aktuellen Forschungsdebatten um ›Krieg und Medien‹, um den ›neuen Krieg‹, um ›Nicht-Krieg‹ als einer neuartigen latenten Kriegs-Situation, um ›Feindschaft‹, um ›Zeugenschaft‹ und ›literarisches Bezeugen‹ einen narratologischen und einen kulturvergleichenden Akzent, der einen differenzierten Blick auf regional spezifische Erzähltraditionen und -innovationen ermöglicht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die denken, dass Erzählen ganz einfach ist.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mit dem Erzählen vom Krieg hat die Literatur begonnen. Seit dem 19. und insbesondere im 20. Jahrhundert haben Kriege zu einer Infragestellung des Erzählens überhaupt geführt. Und doch hat sich Erzählen immer wieder unter Verwendung alter narrativer Muster und in immer neuen Formen nicht nur als unvermeidlich, sondern auch als unerlässlich zur Erfassung neuer Realitäten und zur Bewältigung aller Formen grausamer Erfahrung erwiesen.

Besprochen in:

GERMANISTIK, 51/3-4 (2010)
www.kakanien.ac.at, 24.03.2010, Elena Messner
OSTEUROPA, 7 (2011), Anja Tippner
Autor_in(nen)
Natalia Borisova / Susi K. Frank / Andreas Kraft (Hg.)
Buchtitel
Zwischen Apokalypse und Alltag Kriegsnarrative des 20. und 21. Jahrhunderts
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1045-1
DOI
10.14361/9783839410455
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFC HBTB
BISAC-Code
LIT000000 SOC022000 HIS054000
THEMA-Code
DSB JBCC NHTB
Erscheinungsdatum
2009-11-27
Auflage
1
Themen
Gewalt, Literatur, Erinnerungskultur
Adressaten
Literaturwissenschaften, Vergleichende Kulturwissenschaften, Medienwissenschaften
Schlagworte
Krieg, Erzählung, Literatur, Narrative, Kultur, Medien, Photographie, Erinnerungskultur, Gewalt, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturgeschichte, Medienästhetik, Literaturwissenschaft

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