Die deutschen Kanzler im Fernsehen

Theatrale Darstellungsstrategien von Politikern im Schlüsselmedium der Nachkriegsgeschichte

Die Rede vom politischen Theater – ein Allgemeinplatz – wird in diesem Buch zum ersten Mal auf eine sachliche Basis gestellt, indem die Darstellungsstrategien der Kanzler im Fernsehen aus theaterwissenschaftlicher Perspektive untersucht werden. Unter den Aspekten Inszenierung, Rolle und Figur analysiert der Autor die Darstellungsstile der Kanzler von Adenauer bis Merkel in Wahlspots, Interviews und anderen Fernseh-Formaten. Mit diesem eigenwilligen Ansatz zeigt die innovative Studie, dass es möglich ist, die Inszenierung der Politik jenseits von pauschaler kulturkritischer Medienschelte einerseits und Zynismus andererseits zu beleuchten.

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2009-04-27, 246 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1052-9

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Christoph Lutz-Scheurle

Christoph Scheurle, Fachhochschule Dortmund, Deutschland

... mit Christoph Scheurle

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ich würde sogar sagen: Das ist das Buch, auf das die Welt gewartet hat. Nach all der medien- und politischen Stilkritik der letzten Jahre, die sich in der Regel damit begnügt hat, die Politik des Theaters zu verurteilen, erscheint mit »Die deutschen Kanzler im Fernsehen« ein Buch, das das politische Theater nicht verdammt, sondern erklärt. Politische Inszenierung ist nicht nur notwendig, sie kann, wenn man sie richtig perspektiviert, auch ein ästhetisches Vergnügen sein.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In diesem Buch wird zum ersten Mal der Frage nachgegangen, welche theatralen Strategien hinter den Selbst- und Fremddarstellungen der Bundeskanzler stecken. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen zu diesem Thema, geht es der Studie nicht um eine quantitative Erhebung von Präsenzzeiten der Politiker im Fernsehen, sondern um die Qualität der Darstellung. Kanzlerdarstellungen sind als jeweils spezifische Imagekonstruktionen zu verstehen, bei ihrer Umsetzung greifen die Akteure – bewusst oder unbewusst – auf unterschiedlichen Darstellungsstile zurück, die sich an gängigen Schauspieltheorien orientieren und mit den Instrumentarien der Theaterwissenschaft beschrieben werden können.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In einer zunehmend durch Bilder sich konstituierenden Welt, ist die Frage nach dem Urheber der Bilder zentral. Das vorliegende Buch verstehe ich als Grundlage, die Entstehung politischer Bilderzählungen besser zu verstehen. Die Ikonographie der Politik ist dabei seit Mitte des letzten Jahrhunderts vor allem durch bewegte Bilder bestimmt. Was mit dem Fernsehen in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann und in meinem Buch beschrieben wird, findet heute seine Fortsetzung auf YouTube und anderen Foren des Internets. Mit dem Buch wird eine Grundlage geschaffen, solche Bildwelten qualitativ beschreiben zu können.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Angela Merkel, Anne Will, Gerhard Schröder, Helmut Schmidt. Gerne auch mit Berlusconi, wenn mein Italienisch besser wäre. Mit Willy Brandt, Günter Gaus und John F. Kennedy, wenn sie noch lebten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wenn es stimmt, dass Politik (immer auch) Theater ist, dann ist mein Buch die Anleitung, dieses Theater zu verstehen.

»Das Buch bietet insgesamt interessante Analysen, die sowohl für die Medien- als auch für die Politikwissenschaft fruchtbar zu machen sind.«
Thomas Klein, Rundfunk und Geschichte, 3-4 (2009)
»Die lesenswerte Doktorarbeit von Christoph Scheurle ist flüssig geschrieben. Sie bietet eine fundierte Analyse zum Forschungsfeld der Theatralität im Kontext der Politikvermittlung an.«
Christian Schicha, H-Soz-u-Kult, 23.11.2009
»[E]ine fundierte Grundlage, die sich für alle empfiehlt, die das Medienspektakel dieser Bundestagswahl jenseits der üblichen Binsenwahrheiten begreifen wollen.«
www.tagesspiegel.de, 07.09.2009
Besprochen in:
Mindener Tageblatt, 20.07.2009, Michael Rösener
taz, 15./16.08.2009
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25.08.2009
Konkret, 9 (2010), Jürgen Roth
MEDIENwissenschaft, 3 (2010), Monika Weiß
Autor_in(nen)
Christoph Lutz-Scheurle
Buchtitel
Die deutschen Kanzler im Fernsehen Theatrale Darstellungsstrategien von Politikern im Schlüsselmedium der Nachkriegsgeschichte
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
246
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1052-9
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN JFD JPH
BISAC-Code
PER011020 SOC052000 POL016000
THEMA-Code
ATD JBCT JPH
Erscheinungsdatum
2009-04-27
Auflage
1
Themen
Medien, Politik, Theater
Adressaten
Medien- und Theaterwissenschaft, Politikwissenschaften, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Medien, Theater, Politik, Fernsehen, Politische Kultur, Bundeskanzler, Theaterwissenschaft, Medienästhetik, Politics

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