Ökonomie im Theater der Gegenwart

Ästhetik, Produktion, Institution

Seit etwa 1995 beschäftigt sich das Gegenwartstheater verstärkt mit wirtschaftlichen Themen und untersucht das Verhältnis von Ökonomie, Sozialem und Ästhetik. Im Zentrum der Beiträge aus der Theater- und Literaturwissenschaft, der Soziologie, Betriebswirtschaft sowie der Theaterkritik steht das Interesse von Dramatikerinnen und Dramatikern sowie Regisseurinnen und Regisseuren an Arbeit und Arbeitslosigkeit, an Ausbeutungsverhältnissen des Theaters selbst sowie an kollektiven Arbeitsweisen und Netzwerkökonomien. Die Theatermacher_innen entdecken mit diesem Fokus auch das Soziale neu: Sie nutzen die Attraktivität von autobiografischem Material, das Authentizitätspotenzial von Laien auf der Bühne sowie die Produktivität von Teamarbeit. Damit nähert sich das Theater durchaus aktuellen Produktionsformen in der Wirtschaft an, die den Imperativ zur Kreativität integriert haben und auf flexibilisiertes Teamwork setzen.

31,80 € *

2009-07-27, 370 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1060-4

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Franziska Schößler

Franziska Schößler, Universität Trier, Deutschland

Christine Bähr

Christine Bähr, Universität Trier, Deutschland

... mit Franziska Schößler

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die akademische Welt und in gewissem Sinne auch die Theaterwelt werden gegenwärtig von der Prädominanz des Wirtschaftlichen eingeholt. Ein Prozess der sich seit längerem abzeichnet, in der letzten Zeit aber evident geworden ist. Deshalb sind die Schnittstellen von Ästhetik (die sich ja zuweilen von der Prosa des Alltags und des Pekuniären abzuschotten versucht) und Ökonomie (die neuerdings im Zeichen eines Kreativitätsimperativs steht) im Augenblick besonders interessant.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch führt Lesarten und Ansätze aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, die Ökonomie und Theater aus je anderer Perspektive beobachten. Besonders innovativ und wichtig scheint uns dabei das ›Gespräch‹ zwischen Betriebswirtschaft, Arbeitssoziologie, Theater- und Literaturwissenschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Aus naheliegenden Gründen interessiert sich die Forschung gegenwärtig in besonderem Maße für gesellschaftliche Aus- und Einschlüsse, für Exklusionen und Inklusionen etc. Gerade das Feld der Arbeit, sowohl das ›bohemienhafte‹ der Theaterarbeit als auch das vielfach abgewertete des Finanzsektors, organisiert Asymmetrien zwischen Gruppen. Das lässt sich beispielsweise an den aktuellen Wirtschaftsdramen ablesen, die eine traditionsreiche Kapitalismuskritik fortschreiben und den Top Dog zur lächerlichen Figur werden lassen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit René Pollesch, Christoph Schlingensief und Elfriede Jelinek.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wirtschaft ist ein brisantes, zuweilen innovatives Sujet auf dem Theater und eine Falle.

»Der Band versammelt qualitativ hochwertige und ansprechende Aufsätze, die das Beziehungsgeflecht ›Ökonomie – Ästhetik – Produktion – Institution‹ aus verschiedenen Blickwinkeln für das Theater der Gegenwart erhellen.«
Jens F. Heiderich, Zeitschrift für Romanische Sprachen und ihre Didaktik, 5/2 (2011)
»Das überaus lesenswerte Buch ist nicht nur interessant für Theaterinteressierte, die auf ökonomische Fragen spezialisiert sind, sondern öffnet auch anregende literaturwissenschaftliche und -soziologische Perspektiven. Darüber hinaus reflektiert die Wechselwirkung von Geld und Theater in besonders anschaulicher Weise die lebenspraktische Bedeutung des Dramatischen.«
PD Dr. Nicole Colin, IASL online, 26.08.2010
»Der thematische Fokus des Bandes [ermöglicht] etliche lohnende Theorieansätze zur aktuellen Theaterpraxis.«
Anna Opel, Theater der Zeit, 1 (2010)
Autor_in(nen)
Franziska Schößler / Christine Bähr (Hg.)
Buchtitel
Ökonomie im Theater der Gegenwart Ästhetik, Produktion, Institution
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
370
Ausstattung
kart., farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1060-4
DOI
10.14361/9783839410608
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN DSB JFC
BISAC-Code
PER011020 LIT000000 SOC022000
THEMA-Code
ATD DSB JBCC
Erscheinungsdatum
2009-07-27
Auflage
1
Themen
Wirtschaft, Theater
Adressaten
Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Soziologie, Betriebswirtschaft
Schlagworte
Politisches Theater, Ökonomie, Kollektivität, Arbeit, Gegenwartsdramatik, Theater, Wirtschaft, Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft, Kultursoziologie, Kapitalismus

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