Imagination im Erkenntnisprozess

Chancen und Herausforderungen im Zeitalter der Bildmedien. Eine anthropologische Perspektive

»Geistesgegenwart. Das ist der aktuelle Name für Phantasie.« (Dietmar Kamper)

Diese kulturwissenschaftliche Studie zeigt, dass die Bilderflut des Medienzeitalters mit ihrer mittlerweile offensichtlichen »Immanenz des Imaginären« heute ihre Bauprinzipien preisgibt. Diese zu entziffern sind wir aufgerufen: Wenn wir verstehen, wie es den Bildern gelungen ist, Macht über uns zu gewinnen, werden wir die sie hervorbringende Imagination neu entdecken und als menschliche und kognitive Ressource erfahren. Das bewegte, technische Bild als Bestandteil unserer Alltagskultur, der Kultur eines audiovisuellen Zeitalters, kann insofern als sichtbare Aufforderung zu einer grundlegenden Imaginationsforschung aufgefasst werden.

26,80 € *

2009-01-27, 204 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1080-2

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Sabine Wettig

Sabine Wettig, Deutschland

... mit Sabine Wettig

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wir befinden uns heute in einer historischen Umbruchsituation, in der die Frage nach dem Bewusstsein, und damit die Frage nach Selbstverantwortung, auf verschiedensten Gebieten neu gestellt wird. Mein Buch macht am Thema der Imagination deutlich, wie notwendig ein Bewusstwerden der eigenen Imaginationsfähigkeit in unserer Bild-Informations-Gesellschaft geworden ist. Denn der Alltagsgebrauch der Bildmedien bei gleichzeitiger Verkennung der damit korrespondierenden inneren, mentalen Bilder des Menschen hat wesentlich zur aktuellen Infragestellung des Sichtbaren geführt. Das rationale Denken stößt inzwischen an die Grenzen seiner Definitionsmöglichkeit, da sein Vermögen zu eng wird für einen adäquaten Umgang mit der Realität. Hier wird die Erforschung des Potenzials der menschlichen Imagination zur Zeitforderung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Untertitel meines Buches lautet: eine anthropologische Perspektive. Der Mensch und seine Möglichkeiten sind die Antwort auf die Fragen, welche die Gefahren des Medienzeitalters aufwerfen – seine Chancen liegen im Freisetzen der Möglichkeit einer kognitiven Qualität der Imagination. Imagination birgt eine Tiefendimension kognitiver Entwicklungsmöglichkeit. So können wir beispielsweise, ähnlich wie wir einen Eigenwahrnehmungssinn für unsere körperlichen Bewegungen besitzen, durch Imagination die Eigenwahrnehmung für die Bewegungen des Denkens entwickeln. Dies impliziert – im Gegensatz zum rationalen Denken – einen ganzheitlichen Begriff des Lebendigen, wie Aristoteles sagt: ›Die Kraft des Denkens ist Leben‹.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Heute gibt es die ›Bildwissenschaft‹ als eine fächerübergreifende Disziplin, was zeigt, dass das Interesse an dem Gegenstand inzwischen gleichermaßen in den Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften vorhanden ist. Die Frage nach der Bedeutung und Veränderung der Imagination im Erkenntnisprozess während des Zeitalters der Bildmedien ist hochaktuell, und lässt immer mehr Rückschlüsse auf noch unerforschte menschliche Potenziale zu, wie sie beispielsweise aus der Neurobiologie bekannt werden. So ist die enge Verflechtung von Kognition und Emotion, wissen und spüren, kennzeichnend für die hier als Möglichkeit erarbeitete kognitive Qualität der Imagination.

Dies eröffnet neue Perspektiven in pädagogisch-psychologischen, kulturwissenschaftlichen und medizinischen Handlungsfeldern.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Es wäre spannend mit Gene Gendlin, dem Begründer des Focusing, darüber zu diskutieren, da er sich intensiv mit der Frage, was Wahrnehmung und was Denken ist, auseinandersetzt. Er verfolgt dabei den Weg des lebendigen Erlebens, und genau diese Qualität hat sich als Ergebnis meiner Forschungen zum Thema der Imagination herausgebildet: dass nämlich Imagination die Erfahrbarkeit des Denkens gewährleistet. Diese ›Erfahrbarkeit‹ bedeutet, dass der Mensch als Ganzheit die Tätigkeit seines Denkens – und seine Konsequenzen erleben kann.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Imagination als essentielle menschliche Fähigkeit hat sich seit der Neuzeit und im Laufe der Ausbreitung der Bildmedien enorm verwandelt: heute steht sie uns vor allem als eine Ressource im Denken zur Verfügung.

Autor_in(nen)
Sabine Wettig
Buchtitel
Imagination im Erkenntnisprozess Chancen und Herausforderungen im Zeitalter der Bildmedien. Eine anthropologische Perspektive
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
204
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1080-2
DOI
Warengruppe
1581
BIC-Code
ABA JFD JHMC
BISAC-Code
ART009000 SOC052000 SOC002010
THEMA-Code
ABA JBCT JHMC
Erscheinungsdatum
2009-01-27
Auflage
1
Themen
Medien, Bild
Adressaten
Philosophie, Kulturwissenschaft, Medienphilosophie
Schlagworte
Medien, Imagination, Körperphilosophie, Erkenntnis, Kultur, Bild, Bildwissenschaft, Medienästhetik, Kulturanthropologie, Medientheorie, Kunstwissenschaft

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