Die »westliche Kultur« und ihr Anderes

Zur Dekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus

Die Entstehung der »Islamophobie« wird gemeinhin als Folge des jüngsten radikalen Islamismus gesehen. Demgegenüber belegen kultur- und sozialwissenschaftliche Analysen, dass antimuslimischer Rassismus bereits lange vorher verbreitet war und in politischen, kulturellen und alltäglichen Diskursen der »westlichen Kultur« verwurzelt ist.

Im Unterschied zu interreligiösen Dialogen, die sich bemühen, »das Fremde« zu verstehen und damit der »Islamophobie« begegnen wollen, kehrt dieses Buch die Perspektive um. Der Blick auf »die Anderen« dient als Ausgangspunkt der Betrachtung – nicht, um »das Fremde« zu verstehen, sondern um das »Eigene« reflektieren zu können.

Mit Bezug auf postkoloniale und poststrukturalistische Theorien wird die Präsentation »des Islam« als hegemonialer Diskurs analysiert. Demnach ist die Dichotomie zwischen »Islam« und »Westen« eine Konstruktion, die beide essenzialisiert. Sie hat sich historisch entwickelt und transformiert, ihr kommen in politischen Konstellationen unterschiedliche Bedeutungen zu, ihre Facetten sind Teil des kulturellen Wissensbestandes »des Westens« über »den Orient« bzw. »den Islam«. In ihrem Alltag vermitteln sich den Subjekten die Bedingungen und Bedeutungen des »Islamdiskurses« als kulturelle Repräsentationen, die ihnen Sichtweisen und Interpretationen anbieten, nahelegen oder erschweren. In diesem Möglichkeitsraum setzen sich die Subjekte aktiv mit der kulturellen Hegemonie auseinander und positionieren sich darin.

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2009-06-27, 186 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1081-9

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Iman Attia

Iman Attia, Alice Salomon Hochschule Berlin, Deutschland

»Attias solide Studie kann [...] allen am Islamdiskurs Interessierten nur empfohlen werden. Dass die Interviews schon vor längerer Zeit geführt wurden, ändert nichts an der Aktualität der Ergebnisse. Im Gegenteil, Attia kann anhand aktueller Debatten zeigen, dass nicht allein der allgegenwärtige Terrorismusverdacht das westliche Bild vom ›Islam‹ prägt, sondern Stereotype bereits im Kindesalter angelegt werden.
Riem Spielhaus, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 7/8 (2010)
»Die Arbeit von Iman Attia ist ohne Zweifel ein bemerkenswerter Baustein dafür, zu einem gerechten und globalen, interkulturellen Dialog in Augenhöhe zu kommen. Nicht nur Studierende der Kulturwissenschaften, sondern auch alle politisch denkenden, gesellschaftlichen Akteure werden von der Arbeit profitieren.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 27.08.2009
Besprochen in:

KISMET, 06.08.2009, Ferdinand Lughofer
monitor, 46/6 (2010), Alex Buchte
Autor_in(nen)
Iman Attia
Buchtitel
Die »westliche Kultur« und ihr Anderes Zur Dekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
186
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1081-9
DOI
Warengruppe
1545
BIC-Code
JFSR2 HBTR JFSL
BISAC-Code
SOC049000 POL045000 SOC031000
THEMA-Code
QRPP NHTR JBSL1
Erscheinungsdatum
2009-06-27
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Islam
Adressaten
Islamwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie, Sozialpsychologie, Pädagogik
Schlagworte
Islamophobie, Islam, Rassismusforschung, Postkoloniale Theorie, Orientalismus, Kultur, Subjekt, Postkolonialismus, Islamwissenschaft, Rassismus, Kulturtheorie, Kulturwissenschaft

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