Fluchtlinien des Neorealismus

Der organlose Körper der italienischen Nachkriegszeit, 1943-1949

Dieses Buch verbindet erstmalig eine an das Denken von Deleuze/Guattari angelehnte materielle Körpergeschichte mit dem Spielfilm als historische Quelle. Dieser für die Geschichts- und Medienwissenschaften innovative Ansatz führt zu einer Neubewertung der italienischen Nachkriegszeit und ihres Kinos. Während die historische Wissenschaft Italien 1943-1949 als eine Zeit des Chaos und des politischen Kulturkampfes sieht, zeugen die Analysen von knapp 50 Filmen der neorealistischen Periode von faszinierenden heterotopischen Vergesellschaftungsformen, die in der Lücke zwischen dem Zusammenbruch des Faschismus und der Etablierung der italienischen Republik im Übergang zu den 1950er Jahren möglich wurden.

36,80 € *

2009-08-27, 380 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1088-8

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Massimo Perinelli

Massimo Perinelli, Universität zu Köln, Deutschland

... mit Massimo Perinelli

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch ist innovativ und schließt an die aktuellen post-humanistischen philosophischen Debatten an und macht diese für die Geschichtsschreibung fruchtbar. Somit entsteht ein völlig neuer Blick auf die europäische Nachkriegszeit. Am Beispiel Italiens und mit Kinofilmen der 1940er Jahre als historische Quelle wird deutlich, welche faszinierenden sozialen Dynamiken in dieser Zeit vorherrschten, die wenig mit der larmoyanten Historiografie zur Stunde Null zu tun haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mit Hilfe von Foucaults Machtanalyse und Deleuze'/Guattaris Körpertheorie gelingt eine Geschichtsschreibung von unten, die dem Vermögen der damaligen Menschen nachspürt, die in der kriegsbedingten institutionellen Lücke um 1945 heterotopische Gefüge schafften. Was passiert in einer Gesellschaft, in der die vormals hegemonialen Diskurse ins Stottern geraten sind? Vergesellschaftung kann mit diesem Buch neu gedacht und historisch beschrieben werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Während die Forschung zum italienischen Nachkriegskino immer noch zwischen dem Krisenszenario einer vom Krieg gebeutelten Gesellschaft und einer romantisierenden Genreverehrung pendelt, schafft das Buch die längst überfällige Verbindung von historischer Filmwissenschaft und materieller Körpergeschichte. Jenseits von Ideen- und Ereignisgeschichte, aber auch über die historische Diskursanalyse hinaus entsteht so eine materielle Geschichtsschreibung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch bewegt sich zwischen verschiedenen Disziplinen und Theoriefeldern und ist daher eine Herausforderung wie auch Erweiterung der jeweiligen Wissenschaftsgebiete. Damit kann es eine kritische Diskussionsgrundlage für Geschlechterhistoriker, Filmwissenschaftler, Medienhistoriker, Zeitgeschichtler oder Italienhistoriker sein; aber auch für jene, die an aktuellen bio-politischen Debatten und post-operatistischen Theoriebildungen arbeiten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mit diesem Buch über deviante Körper im italienischen Neorealismus der 1940er Jahre kann die Nachkriegsgesellschaft, aber auch Geschichte an sich, völlig neu betrachtet werden.

»[Perinellis] Blick auf die Meisterwerke des italienischen Nachkriegsfilms [ist] insgesamt doch ein erfrischend unkonventioneller, der auch ausgesprochenen Kennern der Materie noch die eine oder andere neue Perspektive vermitteln dürfte.«
Oliver Stangl, ray, 12 (2009)
Autor_in(nen)
Massimo Perinelli
Buchtitel
Fluchtlinien des Neorealismus Der organlose Körper der italienischen Nachkriegszeit, 1943-1949
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
380
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1088-8
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB HBLW
BISAC-Code
HIS020000 HIS054000 HIS037070
THEMA-Code
NHD NHTB
Erscheinungsdatum
2009-08-27
Auflage
1
Themen
Körper, Kulturgeschichte, Film
Adressaten
Geschichte, Filmwissenschaft, Philosophie, Gender Studies
Schlagworte
Film, Italien, Körper, Gender, Deleuze, Kulturgeschichte, Italienische Geschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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