Der digitale Autor

Autorschaft im Zeitalter des Internets

Das Internet ist ein demokratisches Medium – jeder kann Texte publizieren, der »schreibende Leser« ersetzt den traditionellen Autor. So lauten gängige – aber falsche – Vorstellungen, wenn von Literatur im Netz die Rede ist. Stattdessen ist mit dem Boom der Netzliteratur ein Aufleben des Autors im Internet zu beobachten, zusammen mit traditionellen Formen des Literaturbetriebs.

Dieses Buch liefert eine erste systematische Analyse der Bedingungen von Autorschaft im Internet. Damit widmet es sich einem Problem, das für die neuere medientheoretische Diskussion und die methodische Entwicklung der Medienwissenschaft von großer Bedeutung ist.

34,80 € *

2009-04-27, 382 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1090-1

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Florian Hartling

Florian Hartling, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

... mit Florian Hartling

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es wird zum ersten Mal systematisch untersucht, wie literarische Autoren im Internet agieren, und wie ihr ›Schreiben‹ durch das Netz verändert wird. Gleichzeitig liefert das Buch eine Übertragung der Autor-Debatte in den Literaturwissenschaften hin zur Medienwissenschaft; es entwickelt zudem eine Analysemethode, die den Dispositivansatz für das Internet aufschließt. Schließlich werden aktuelle, deutschsprachige Netzliteraturprojekte diskutiert, die die Frage des Autors künstlerisch verarbeiten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Auch wenn Autoren sich im Netz stets nach ihren künstlerischen Programmen inszenieren oder neu erfinden, lassen sich gewisse Muster feststellen, die ich in eine Autortypologie des ›digitalen Autors‹ überführt habe. Damit können die vielschichtigen Erscheinungen von künstlerischen Autoren strukturiert werden. Gleichzeitig werden die komplexen Beziehungen zwischen Netzautoren und den dispositivären Bedingungen des Internets als machtgefüllt, stets aber produktiv, erfasst.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Frage nach dem Autor und seiner Beziehung zum Werk wird schon immer gestellt, mit durchaus kontroversen Ergebnissen. Sie changieren zwischen Autordominanz und strikter Kritik. Dieses Problem wird im Internet sehr viel stärker virulent durch die vielschichtigen Kämpfe zwischen Amateurautoren und professionellen Produzenten. Es gilt allerdings, nicht die Arbeit der ›Laien‹ als minderwertig zu diskreditieren, sondern die faszinierenden Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Profis auszuloten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Menschen, die im Netz schreiben, drehen, produzieren, egal ob für künstlerische oder für nicht-künstlerische Zwecke. Wie empfinden sie ihr eigenes Handlungsmodell sowie die Möglichkeiten und Bedingungen ihres Handelns? Welche Ziele haben sie?

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine ausführliche Analyse, wie die Literaten der ›Gates-Galaxy‹ agieren und wie sich ihr verändertes Selbstverständnis in ihren Werken niederschlägt.

»In sum, Hartlings highly competent and well- informed book on digital authorship raises, but does not begin to address, issues concerning the many contemporary forms of digital readership, particularly this side of their aggregation for the purpose of advertising and statistics. As long as this aspect is masked in the unfortunate moniker of ›user-generated content‹ or other commingling of production and consumption online,the study of digital culture remains blindered both to the implications of audience aggregation and to the aesthetics, for lack of a more contemporary term, of digital culture.«
Peter Krapp, Monatshefte, 102 (2010)
»Der Gewinn der Studie liegt vor allem in einer Beschreibung der philosophischen, technischen, ökonomischen und rechtlichen ›Rahmenbedingungen‹ von Internet-Autorschaft sowie im Vorschlag einer Typologie von ›Online-Autorschaft‹, die das Internet als ›Jungbrunnen literarischer Autorschaft‹ darstellt und von der Verkultung des Autors bis zu dessen Dissoziation reicht.«
Steffen Martus, GERMANISTIK, 51/1-2 (2010)
»Dass der Netzliteratur und ihren Protagonisten heute nicht mehr viel bleibt, als sich selbst zu historisieren, kann man gut an Florian Hartlings 2009 erschienener Dissertation [...] ablesen [...].«
Christiane Heibach, M & K, 4 (2010)
»Die sehr faktenreiche und theoretisch fundierte Arbeit, in der es Hartling gelingt, die umfangreichen und widersprüchlichen Debatten zu Netzliteratur und Autorschaft anschaulich zusammenzufassen und für sein Thema produktiv zu machen, besticht durch einen übersichtlichen Aufbau, klare Begriffsdefinitionen und nicht zuletzt durch einen ausgesprochen leserfreundlichen Stil. Hartling legt [...] erstmals eine systematische Beschreibung von Autorschaft unter den Bedingungen des Internets vor. Diese schließt eine Lücke im netzliterarischen Diskurs und bietet zudem einen interessanten Überblick über die vielfältige deutschsprachige Netzliteraturszene.«
Sigrid Meßner, MEDIENwissenschaft, 2 (2010)
Besprochen in:

www.netzliteratur.net, 5 (2009), Johannes Auer
Modern Language Review, 106/3 (2011), Rebecca Braun
Autor_in(nen)
Florian Hartling
Buchtitel
Der digitale Autor Autorschaft im Zeitalter des Internets
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
382
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1090-1
DOI
10.14361/9783839410905
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD DSB
BISAC-Code
SOC052000 LIT000000
THEMA-Code
JBCT1 DSB
Erscheinungsdatum
2009-04-27
Auflage
1
Themen
Internet, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaften, Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Autorschaft, Internetliteratur, Internet, Literaturtheorie, Literatur, Digitale Medien, Allgemeine Literaturwissenschaft, Social Media, Medienwissenschaft

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