Die Entdeckung der indigenen Moderne

Indianische Medienwelten und Wissenskulturen in den USA

Dieser Band untersucht die Rolle indianischer Medien, vor allem Radio und Zeitungen, bei der politisch stürmischen Herausbildung einer souverän gestalteten indigenen Wissenskultur der Gegenwart – mit einem eigenen Bildungssystem und einer erneuerten und vielfältigen Festkultur. Im Mittelpunkt der Feldforschung steht die knapp 5000 Einwohner starke Ojibwe-Reservation Lac Courte Oreilles im Nordwesten des US-Bundesstaates Wisconsin. Ihr Beispiel zeigt, dass die Ureinwohner Nordamerikas bereits seit Langem in der Moderne leben – in einer eigenen, spezifisch indigenen Variante der Moderne.

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2011-03-23, 354 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1102-1

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Cora Bender

Cora Bender, Universität Bremen, Deutschland

... mit Cora Bender

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das x-te Buch, das die indigenen Kulturen Nordamerikas als passive Kolonisiationsopfer in der Vergangenheit festnagelt? Das sich gutmeinend der Entlarvung medialer Indianer-Stereotypen widmet, nur um sie letztlich zu perpetuieren? – Nein, mich interessiert das Handeln jener Menschen, die wir ›Indianer‹ nennen, in ihrer komplexen Wirklichkeit, die dem Betrachter wenig Fläche für Romantisierungen lässt, in der die Protagonisten sich aber viel Spielraum für eigenständiges Agieren erkämpft haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Zentrale Fragen sind u.a. der Begriff der Wissenskultur, das Verhältnis von Wissenskultur und Moderne, die Rolle indigen kontrollierter Medien bei der Herausbildung einer institutionalisierten indigenen Wissenskultur der Gegenwart, sowie die grundsätzliche Überlegung, welches neue Verhältnis Kultur und Wissen unter den Bedingungen einer spezifisch indigenen Moderne haben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

›Wissen‹ betrachte ich vor allem in seinen verschiedenen Aktualisierungen durch handelnde Akteure und Gruppen. Daher ist das Thema für alle Debatten in der Ethnologie, den Medien- und Geschichtswissenschaften sowie weiteren angrenzenden Disziplinen relevant, die sich im weitesten Sinn mit Handlungs- und Praxistheorie beschäftigen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die das Thema ›Indianer‹ als irrelevant belächeln. Mit Kolleginnen und Kollegen aus der Ethnologie und den Postcolonial Studies, auf deren Kommentare zu meinem Kulturkonzept ich neugierig wäre. Mit meinen Forschungspartnerinnen und -partnern aus Lac Courte Oreilles. Und mit Robert Ritzenthaler, dessen unaufgeregte, historisch fundierte und wirklichkeitsorientierte Forschungen über die Ojibwe im Seengebiet mir für meine Arbeit stets ein großes Vorbild sein werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Neun Gründe, warum Sie doch noch mal ein Buch über ›Indianer‹ lesen sollten.

Besprochen in:

EthnoScripts, 13/2 (2011), Gerd Becker
Autor_in(nen)
Cora Bender
Buchtitel
Die Entdeckung der indigenen Moderne Indianische Medienwelten und Wissenskulturen in den USA
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
354
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1102-1
DOI
10.14361/9783839411025
Warengruppe
1752
BIC-Code
JHMC JFD JFC
BISAC-Code
SOC002010 SOC052000 HIS054000 SOC022000
THEMA-Code
JHMC JBCT JBCC
Erscheinungsdatum
2011-03-23
Auflage
1
Themen
Medien, Amerika
Adressaten
Ethnologie, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Amerikanistik, Geschichtswissenschaft
Schlagworte
Medien, Wissenskultur, Indianer Nordamerikas, Ethnographie, Amerika, Ethnologie, Mediengeschichte, Interkulturalität

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