Jenseits des Raums

Zur filmischen Topologie des Urbanen

Filmische Räume entfalten sich jenseits bekannter Raumkoordinaten. Sie erschließen einen Grenzbereich, in dem sich bildräumliche Fixierungen und ein bewegtes, transformierendes Raumdenken überkreuzen.

Dieses Buch fasst die Räumlichkeit des Films anhand des Konzepts der filmischen Topologie neu. Das theoretische Fundament hierzu wird im Rekurs auf zentrale Positionen der Raum- und Filmtheorie gewonnen, während Raumdynamiken im Zuge einer Historiographie der filmischen Metropole im frühen Stadtfilm, im Film noir sowie im Episodenfilm punktuell beleuchtet werden. In der aktuellen Raumdebatte setzt die filmische Topologie neue Impulse und öffnet zugleich den Blick auf die Bedingungen und Möglichkeiten einer medialen Raumtheorie.

33,80 € *

2010-04-27, 428 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1121-2

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Laura Frahm

Laura Frahm, Bauhaus-Universität Weimar, Deutschland

... mit Laura Frahm

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht«. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Nach den exzessiv geführten Raumdebatten der letzten Jahrzehnte zeigt sich zunehmend das Bestreben, Bilanz zu ziehen und auf die Errungenschaften dieser Debatte zurückzublicken. Mein Buch zieht

Bilanz – jedoch mit dem Ziel, die Raumfrage noch einmal neu zu stellen. »Jenseits des Raums« steht für das Experiment, den Raum über seine Umkehrungen und Entgrenzungen zu denken, wie der Film sie konsequent hervorbringt. Damit durchkreuzt und erweitert es die aktuellen Positionen der Film- und Raumtheorie.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch betritt Neuland, indem es die filmischen Stadtentwürfe konsequent jenseits eines reinen Abbildverhältnisses, jenseits noch der Frage nach der Repräsentation verortet. Vielmehr werden die urbanen Raumszenarien im Spannungsfeld zwischen filmischer Topographie und filmischer Topologie gefasst. Erst in ihrem Wechselspiel können wir den filmischen Raum in seinem vollen Potenzial begreifen: als einen Raum, der ebenso auf Transformation gründet, wie er Transformationen hervorbringt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ein progressives, avanciertes Raumdenken kann nicht mehr darin aufgehen, die Dynamisierung und Flexibilisierung der Raumkategorie, wie sie im Zuge des Spatial Turn so eindringlich betrieben wurde, allein in Abgrenzung zu statisch operierenden Raumkonzepten zu fassen. Vielmehr müssen wir uns jenseits dieser Differenz positionieren, um einen neuen Blick auf den Raum zu gewinnen. Den Raum jenseits dieses Raumdualismus zu denken – dieses Gedankenspiel stellt mein Buch auf die Probe.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Den fruchtbarsten und zugleich riskantesten Dialog zum »Jenseits des Raums« könnte ich mir mit denjenigen Theoretikern vorstellen, die auf beispiellose Weise mathematische Thesen und philosophisches Denken zusammengebracht haben: Michel Serres, George Spencer-Brown, Charles S. Peirce, Alfred N. Whitehead und andere stehen in ihrem Transformationsdenken oftmals hinter den Zeilen. Und dennoch würde ein Gespräch mit ihnen meine Kernthesen zu anderen Kernthesen, mein Buch zu einem anderen Buch werden lassen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Jenseits des Raums« ist: 1. eine Bilanz der aktuellen Raumdebatten, 2. ein topologischer Neuentwurf des filmischen Raums und 3. eine Geschichte der großen Stadtfilme des 20. Jahrhunderts.

»Ein (ge)wichtiges Buch, das die bisherige Literatur zur Großstadtdarstellung im Film zur bloßen Materialsammlung seiner grundlegenden begrifflich-analytischen Systematik werden lässt.«
Joachim Paech, GERMANISTIK, 651/3-4 (2010)
»Die von Laura Frahm angebotenen Denkfiguren zum Stadtraum, zum Urbanen, zu Räumlichkeiten und zur Transformierbarkeit in der filmischen Topologie sind nicht nur für Medien-, Film-, Literatur- und Kulturwissenschaftler, sondern ebenso für Stadt- und Raumtheoretiker von Interesse und bieten damit auch jenseits des Spatial Turn vielfältige interdisziplinäre Anregungen. Bei der überaus gelungenen Einbindung des Raumkonzepts in das Medium Film sowie der Ausdehnung der räumlichen Begrifflichkeit in dieses Medienformat liegt die besondere Leistung der Studie.«
Nora Pleßke, MEDIENwissenschaft, 2 (2011)
»Frahms Versuch ist medienphilosophisch inspirierend, insofern sie das Andere des Filmischen denkt, also das, was sich nicht auf reale Räume und deren Abbildung verrechnen lässt. Tritt ›Transformation‹ auch derzeit nicht nur hier als medienwissernschaftliches Schlüsselwort auf, so wird während der Lektüre doch der Gewinn deutlich, der darin liegt, die Prozessualität von Raum und Film zusammenzudenken.«
Kathrin Peters, Zeitschrift für Medienwissenschaften (zfm), 4/1 (2011)
Besprochen in:

[rezens.tfm], 11 (2010), Petra Löffler
Autor_in(nen)
Laura Frahm
Buchtitel
Jenseits des Raums Zur filmischen Topologie des Urbanen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
428
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1121-2
DOI
10.14361/9783839411216
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA JFSG JHB RGC
BISAC-Code
PER004030 SOC026030 SOC026000
THEMA-Code
JBCT ATF JBSD JHB RGC
Erscheinungsdatum
2010-04-27
Auflage
1
Themen
Raum, Film, Stadt
Adressaten
Filmwissenschaft, Kultur- und Medienwissenschaften, Metropolenforschung, Literaturwissenschaft, Philosophie
Schlagworte
Raumtheorie, Film, Topologie, Medien, Stadt, Raum, Urban Studies, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung