Das Begehren des Gesetzes

Zur Psychoanalyse jugendlicher Straftäter

Welche Rolle kann die Psychoanalyse aktuell in totalen Institutionen spielen? Dieses Buch nimmt im Kontext des Jugendstrafvollzugs dazu Stellung.

In der psychoanalytischen Einzel- und Gruppenarbeit mit jugendlichen Straftätern führt die Auseinandersetzung mit den juristischen Gesetzen stets auf das grundsätzliche Prinzip zurück, das die Psyche und ihr Begehren strukturiert – diese Hypothese untersucht das Buch nicht zuletzt vor dem Hintergrund der bei Jugendlichen virulenten Pubertätsproblematik. Anders als die in Mode gekommenen kognitiven und konfrontativen Trainingsprogramme für Straftäter sieht es die Psychoanalyse als ihre Aufgabe, ein Sprechen zu ermöglichen, das den Zusammenhang von Gesetz und eigenem Begehren zur Sprache kommen lässt, indem immer weiter geredet wird, und dadurch das Ausagieren von Konflikten mindert.

26,80 € *

2009-03-27, 252 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1128-1

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Bernhard Schwaiger

Bernhard Schwaiger, Jugendstrafvollzug Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

... mit Bernhard Schwaiger

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Frage nach der adäquaten Behandlung von jugendlichen Straftätern ist von großer Aktualität – seit Januar letzten Jahres gibt es ein verbindliches Jugendstrafvollzugsgesetz. Zunehmend werden standardisierte Trainingsprogramme eingesetzt, die das freie Sprechen des Einzelnen (und damit auch das Hören des Therapeuten) überflüssig machen sollen. Die fundamentale Frage nach der Verknüpfung von Subjekt und Gesetz durch die Sprache wird dabei ausgeblendet. Dieses Buch stellt nun diese Frage in den Mittelpunkt und formuliert einen ethischen Standpunkt für die therapeutische Arbeit in einer ›totalen‹ Institution. Sprechen, Hören, Deuten und Übertragung als Grundlagen der Psychoanalyse werden in diesem Kontext dargestellt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es soll gezeigt werden, dass Gesetz und Subjekt sich gegenseitig bedingen. Die Frage nach dem juristischen Gesetz und dessen Übertretung kann keine empirisch-wissenschaftliche sein, da Gesetze eben ›Setzungen‹, vergleichbar mit ethischen Normen, sind. In der psychoanalytischen Arbeit mit jugendlichen Straftätern muss im Verlauf des therapeutischen Prozesses neben Beziehungsarbeit auch eine Einsicht in diese Zusammenhänge ermöglicht werden. Die Verknüpfung von Straftaten und eigener Herkunft bzw. Biographie steht dabei im Mittelpunkt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Aktuell wird versucht, Forschern und Praktikern jeweils eine gesondert definierte Rolle zuzuweisen. Ich möchte dagegen auf die Aktualität der Freudschen Einsicht hinweisen, dass Forschung und Praxis in der Psychoanalyse und deren Anwendungen stets einander hervorbringen. Psychoanalytische Therapie ist nicht mechanisch-standardisierte Umsetzung und Ausführung einer Methode, sondern jeder einzelne Fall ist für sich auch ein Feld der Forschung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Neben Fachkollegen auch mit Rechtsphilosophen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wo gesprochen werden kann, nimmt das Ausagieren ab.

Autor_in(nen)
Bernhard Schwaiger
Buchtitel
Das Begehren des Gesetzes Zur Psychoanalyse jugendlicher Straftäter
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
252
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1128-1
DOI
Warengruppe
1535
BIC-Code
JMAF JKV JKSN
BISAC-Code
PSY026000 SOC004000 SOC025000
THEMA-Code
JMAF JKV JKSN
Erscheinungsdatum
2009-03-27
Auflage
1
Themen
Psychoanalyse
Adressaten
Psychologie, Psychoanalyse, Jura, Kriminologie, Soziologie
Schlagworte
Psychoanalyse, Jugendliche, Straftäter, Begehren, Gefängnis, Justizvollzug, Kriminalsoziologie, Sozialpädagogik, Jugend, Psychologie

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