Die Ordnung der Moderne

Social Engineering im 20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gerieten die modernen Industriegesellschaften in eine tiefe Krise. Die Welt wurde vieldeutig, die sozialen Beziehungen schienen sich aufzulösen. Social Engineering war eine Möglichkeit, die negativen Folgen der »ambivalenten Moderne« zu überwinden. Durch die systematische Umgestaltung der Lebenswelt und der Alltagspraktiken sollten soziale Beziehungen rekonfiguriert werden. Der Band untersucht das Social Engineering als eine spezifisch transnationale Formation, die Moderne zu ordnen, indem es die Menschen einem biopolitischen Regime unterwarf – ohne notwendig in Vernichtung münden zu müssen.

29,80 € *

2009-08-27, 366 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1153-3

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Thomas Etzemüller

Thomas Etzemüller, Universität Oldenburg, Deutschland

... mit Thomas Etzemüller

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es natürlich immer die Bücher anderer Autoren sind, die die Welt nicht braucht – von den zahlreichen rühmlichen Ausnahmen abgesehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es eröffnet einen integralen Blick auf die Moderne seit der Hochindustrialisierung. Transnational erscheint der Zeitraum von etwa 1880 bis 1970 als eine Einheit, die unter dem Signum des ›social engineering‹ steht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die ›Ambivalenz der Moderne‹ (Z. Bauman) kann auf eine neue Weise diskutiert werden. Sozialtechnologisches Denken wird nicht zur Vorgeschichte des Nationalsozialismus reduziert, sondern in der europäischen Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts verortet. Es erscheint als zugleich konservativer wie dynamischer, utopischer Ansatz, die soziale Welt vor der Desintegration zu retten. Im ›Dritten Reich‹ radikalisierte sich dieses Denken, verlor aber bis weit in die Nachkriegszeit nicht an Attraktivität.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich großräumig und in langer Perspektive für die Mikrophysik der Gesellschaftsorganisation interessieren

5. Ihr Buch in einem Satz:

Im 20. Jahrhundert schien sich die industrielle Welt aufzulösen – ›social engineering‹ war der transnationale Versuch, moderne Gesellschaften biopolitisch zu rekonfigurieren.

»Insgesamt liegt hier ein sehr willkommener Band zu einem virulenten, vielfältig anschlussfähigen Thema vor, der durch seine umsichtige und reflektierte Herangehensweise besticht.«
Martin Kohlrausch, Vierteljahresschrift für Sozial- und Wissenschaftsgeschichte, 98/1 (2011)
»[W]o in der Moderne auf Ordnung verwiesen und gepocht wird, geht es selten um bereits feststehende Ordnungsstrukturen, sondern primär um den Aufruf, Ordnung (wieder) herzustellen. In diesem Sinne muss auch der Ordnungsbegriff im Titel des von Thomas Etzemüller herausgegebenen – und unbedingt zu empfehlenden – Sammelbands gelesen werden.«
Christian Geulen, H-Soz-u-Kult, 20.01.2010
Besprochen in:

Archiv für Sozialgeschichte, 50 (2010)
www.perspektiven-online.at, 02.11.2010, Stefan Probst
Autor_in(nen)
Thomas Etzemüller (Hg.)
Buchtitel
Die Ordnung der Moderne Social Engineering im 20. Jahrhundert
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
366
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1153-3
DOI
10.14361/9783839411537
Warengruppe
1557
BIC-Code
HBTB HBLW3 HBG
BISAC-Code
HIS054000 HIS037070 HIS037000
THEMA-Code
NHTB NHB
Erscheinungsdatum
2009-08-27
Auflage
1
Themen
Arbeit, Biopolitik
Adressaten
Geschichte, Soziologie, Europäische Ethnologie, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Social Engineering, Sozialplanung, Moderne, Gesellschaftsgeschichte, Europäische Geschichte, Biopolitik, Arbeit, Sozialgeschichte, Zeitgeschichte, Globalgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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