Der andere Austin

Zur Rekonstruktion/Dekonstruktion performativer Äußerungen – von Searle über Derrida zu Cavell und darüber hinaus

John L. Austin, der Hauptvertreter der »Ordinary Language Philosophy« und Begründer der Sprechakttheorie, hätte die von ihm eingeführte, dann aber verworfene Unterscheidung zwischen performativen und konstativen Äußerungen nach Meinung bestimmter Kritiker beibehalten sollen. Autorinnen und Autoren wie Jacques Derrida, Shoshana Felman, Judith Butler, Geoffrey Warnock, François Recanati oder Stanley Cavell halten an dem Konzept der Performativität fest. Sie verteidigen Austin gegen seine eigenen Revisionen. Diese Verteidigungen des »anderen Austin« haben zu wesentlichen Vertiefungen seiner Einsichten geführt. Das Buch zeigt: Wie Performative funktionieren, weiß man erst jetzt.

26,80 € *

2009-04-27, 258 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1163-2

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Eckard Rolf

Eckard Rolf, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Deutschland

... mit Eckard Rolf

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Austin hat die von ihm entdeckten performativen Äußerungen selbst wieder ad acta gelegt. Das hätte er in den Augen seiner Re- bzw. Dekonstruktionisten nicht tun sollen. Ihnen zufolge sind die Performativa Einheiten sui generis, mit Eigenschaften, die durch die Hinwendung zu den Sprechakten verdeckt werden. Was Austin selbst nicht hat sein wollen, wovon andere aber meinen, dass er es gewesen sei: Was der Austin der anderen ist, dieses Bildnis bedarf der Enthüllung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

»Der andere Austin« lässt zentrale Bestandteile der Lehre von den performativen Äußerungen in neuem Licht erscheinen. Dies gilt für die nun stärker systematisierte Theorie der Verunglückungsarten nicht weniger als für die Frage, wie performative Äußerungen ›wirklich‹ funktionieren. »Der andere Austin« ermöglicht, die von den Beschützern einer zum Abschuss freigegebenen Art entfachte Diskussion nachzuvollziehen, wobei die zutage geförderten Einsichten in einer gegen ihre Verstiegenheiten immunisierenden Art bewahrt werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die performativen Äußerungen sind leichtsinnig, um nicht zu sagen ungerechtfertigt in Verbindung gebracht worden mit dem Phänomen der Performanz, so wie es Inszenierungs-Theoretiker verschiedenster Couleur verstehen. Hier wird es Zeit, die Reflexion zu fördern. Widersprochen werden muss auch bestimmten Hypostasierungen (›das Performative‹), vor allem aber dem Märchen vom ›diabolischen‹ Austin und den damit einhergehenden Verzerrungen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Slavoj Zizek (Zagreb), Marcelo Dascal (Tel Aviv), Daniel Vanderveken (Quebec), Siobhan Chapman (Liverpool), Nikola Kompa (München), Günther Grewendorf (Frankfurt/Main), Georg Meggle (Leipzig), Andreas Hetzel (Darmstadt), Manfred Kohrt (Bonn), Christian Stetter (Aachen), Konrad Ehlich (Berlin), Sven Staffeldt (Erfurt), Jan Claas Freienstein (Augsburg).

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Der andere Austin« behandelt die Geschichte, die sich aus Austins Verwerfung der performativ/konstativ-Distinktion ergeben hat.

Autor_in(nen)
Eckard Rolf
Buchtitel
Der andere Austin Zur Rekonstruktion/Dekonstruktion performativer Äußerungen – von Searle über Derrida zu Cavell und darüber hinaus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
258
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1163-2
DOI
10.14361/9783839411636
Warengruppe
1521
BIC-Code
CFA HPCF5
BISAC-Code
PHI038000 PHI039000 PHI009000
THEMA-Code
CFA QDHR9
Erscheinungsdatum
2009-04-27
Auflage
1
Themen
Sprache
Adressaten
Philosophie, Linguistik, Literaturwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Ordinary Language Philosophy, Sprechakttheorie, Austin, Performativität, Searle-Derrida-Kontroverse, Sprache, Sprachphilosophie, Analytische Philosophie, Philosophiegeschichte, Philosophie

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