Das schöne Selbst

Zur Genealogie des modernen Subjekts zwischen Ethik und Ästhetik

Wie sind Schönheit, Gesundheit und die Konstitution des modernen Subjekts zum Gegenstand gesellschaftlicher Diskurse geworden? Ausgehend von dieser Frage zeichnen die Autorinnen und Autoren dieses Bandes die Geschichte des modernen Selbst im Spannungsfeld von Ethik und Ästhetik nach.

Dabei wird das jüngst in den historischen Kulturwissenschaften aufkommende Interesse am Selbst in zweierlei Hinsicht korrigiert: Zum einen stellen die Studien die eminent bedeutsame Verbindung von Ethik und Ästhetik ins Zentrum und zum anderen können so – jenseits von idealtypischen Rekonstruktionen – erste Thesen zu Kontinuitäten und Brüchen in der Geschichte des Selbst aufgestellt werden. Es wird ersichtlich: Eine Geschichte der Moderne kann nicht mehr ohne eine Geschichte des Selbst auskommen.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Einleitung

    Seiten 7 - 30
  4. Körper und Kommunikation: Das Publikum in der Berliner Hofoper 1820-1870

    Seiten 31 - 54
  5. Mäßigung der Leidenschaften. Kinder und monetäre Lebensführung im 19. Jahrhundert

    Seiten 55 - 82
  6. Der Wille zum Stil - Die ästhetische "Umwertung der Werte" im Fin de Siècle

    Seiten 83 - 106
  7. Drogen, Rausch und Männlichkeit in Literatur und Ästhetik der Moderne. Marcel Schwob, Ernst Jünger, Malcolm Lowry

    Seiten 107 - 132
  8. "Wahre Tugend mit Beefsteaks unvereinbar".1 Diskurse um Ethik und Ästhetik im deutschen Vegetarismus, 1880-1940

    Seiten 133 - 168
  9. "Laßt uns unsere Körper weihen zum Tempel jüdischer Schönheit!" Normalisierung des Selbst im Diskurs der Jüdischen Turnerschaft (1898-1914)

    Seiten 169 - 206
  10. Subjekt, Objekt, Abjekt. Körperbilder in der Kunst- und Biopolitik zwischen 1900 und 1945

    Seiten 207 - 246
  11. Kino als heterotopischer Ort. Entsubjektivierungsbewegungen im neorealistischen Spielfilm

    Seiten 247 - 284
  12. "In the Doing of Hair, One Does Race". Afroamerikanische Hairstyles als Technologien des Selbst

    Seiten 285 - 312
  13. Schön, weiblich, fremd. Körperdiskurse im Blick der zeitgenössischen Kunst

    Seiten 313 - 332
  14. "Hungerstreik". Eine politische Subjektivierungspraxis zwischen "Freitod" und "Überlebenskunst" (Westdeutschland, 1970-1990)

    Seiten 333 - 366
  15. Böse reden, fröhlich leiden: Ästhetische Strategien der punkaffinen Intelligenz um 1980

    Seiten 367 - 400
  16. "Stellen Sie sich ihr persönliches Wohlfühlprogramm zusammen!" Wellness zwischen Ethik und Ästhetik

    Seiten 401 - 420
  17. Autorinnen und Autoren

    Seiten 421 - 426
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36,80 € *

2009-12-27, 430 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1177-9

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Jens Elberfeld

Jens Elberfeld, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

Marcus Otto

Marcus Otto, Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig, Deutschland

... mit Marcus Otto und Jens Elberfeld

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es in Schlaglichtern zeigt, wie wir geworden sind, was wir sind!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Erstens eine Perspektive auf Geschichte, die nicht von der Gesellschaft her fragt, sondern vom Selbst. Zweitens stellt es die Beziehung zwischen Ethik und Ästhetik in den Mittelpunkt der Betrachtung der Moderne. Und drittens demonstriert es die Allgegenwart von Macht sowie die potenzielle Politisierbarkeit von allem und jedem, egal ob Turnen, Haarfrisuren oder Wellness.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zum einen operationalisiert es die foucaultschen Technologien des Selbst und stellt so ein analytisches Konzept zur Diskussion. Zum anderen ordnet es vor dem Hintergrund der bisherigen Forschung die einzelnen Untersuchungen in eine in Umrissen skizzierte Genealogie des Selbst ein. Schließlich ist es auch eine historisierende und problematisierende Alternative zur Neuverhandlung von Schönheit in den Neurowissenschaften und der Evolutionsbiologie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Peter Sloterdijk als zeitgenössischem Propagandisten einer Optimierung des Selbst, mit Hans Ulrich Wehler als dem Vertreter einer dezidierten Gesellschaftsgeschichte und mit dem ›Mode-Philosophen‹ Karl Lagerfeld.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät.« (Karl Marx)

»Insgesamt zeigt der Sammelband, dass eine Geschichte der Moderne nicht ohne eine Geschichte des Selbst auskommt.«
Christian Hoffmann, H-Soz-u-Kult, 16.11.2010
Autor_in(nen)
Jens Elberfeld / Marcus Otto (Hg.)
Buchtitel
Das schöne Selbst Zur Genealogie des modernen Subjekts zwischen Ethik und Ästhetik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
430
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1177-9
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JHB HBTB
BISAC-Code
SOC022000 HIS054000
THEMA-Code
JBCC JHB NHTB
Erscheinungsdatum
2009-12-27
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Körper
Adressaten
Geschichte, Soziologie, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft
Schlagworte
Geschichte, Selbst, Subjekt, Schönheit, Biopolitik, Ethik, Ästhetik, Kulturgeschichte, Körper, Cultural Studies, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft

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