Erinnerungen in Kultur und Kunst

Reflexionen über Krieg, Flucht und Vertreibung in Europa

Mit seinem interdisziplinären Ansatz, der kontroverse Reflexionen von Künstlern, Schriftstellern, Intellektuellen und Wissenschaftlern gegenüber stellt, eröffnet der vorliegende Band neue vergleichende Perspektiven auf europäische Erinnerungsdiskurse zu Krieg, Flucht und Vertreibung. Fokussiert werden zum einen die Diskurse, die in Tschechien, Polen und Deutschland über den Umgang mit der Erinnerung an Flucht und Zwangsmigrationen am Ende des Zweiten Weltkrieges geführt werden, und zum anderen die Erinnerungskämpfe, die in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien stattfinden. Der Band steht für Gegenerinnerungen, die Transformationen von Machtverhältnissen aufzeigen und Opfer-Täter-Diskurse hinterfragen.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. INHALT

    Seiten 5 - 8
  3. Einleitung

    Seiten 9 - 22
  4. Do we Need Art for Remembrance?

    Seiten 25 - 40
  5. Making up Things. On the Ideology and the Art of Remembrance

    Seiten 41 - 54
  6. Mechanism of Relation, 2009

    Seiten 55 - 56
  7. Art Matters

    Seiten 57 - 60
  8. Writers in Conflict. Literature, Politics and Memory in Croatia and beyond

    Seiten 63 - 78
  9. Zielscheibenkampagne '99

    Seiten 79 - 82
  10. Art and a Public Affair. Serbia between 1989 and 2001

    Seiten 83 - 96
  11. Yugotrip, 2005

    Seiten 97 - 98
  12. Memory in Peril: Srebrenica as a »Commemorative Arena«

    Seiten 99 - 108
  13. Bosnische Diaspora, 2004

    Seiten 109 - 110
  14. Kunst und Macht im postsozialistischen Erinnerungsdiskurs

    Seiten 111 - 122
  15. Our Death / Other's Dinner

    Seiten 123 - 124
  16. Articulations of Remembrance in Art and Culture in Kosovo

    Seiten 125 - 140
  17. Semiotische Kämpfe im Nachkriegs-Serbien Zur politischen Ikonographie der Straße anhand von Graffiti und Street-Art. Ein Forschungsbericht

    Seiten 141 - 162
  18. Erinnerung an Flucht und Vertreibung zwischen Tabuisierung und Instrumentalisierung Tschechische und deutsche Geschichtspolitik und Erinnerungskultur im Vergleich

    Seiten 165 - 182
  19. Die abgeschobene Geschichte

    Seiten 183 - 194
  20. »Arisierte« Betriebe, 2008

    Seiten 195 - 196
  21. Literatur der Erinnerung

    Seiten 197 - 202
  22. Deutsch-polnische Knoten

    Seiten 203 - 214
  23. Abgeschlossen, 2009

    Seiten 215 - 216
  24. Kreuz/Krzy? Wielkopolski ? Kreuzung deutscher und polnischer Erinnerung: Ein Oral-History- Werkstattbericht

    Seiten 217 - 228
  25. Weder hier noch dort - Vertreibung im Dokumentarfilm

    Seiten 229 - 236
  26. Autoren und Künstler

    Seiten 237 - 245
  27. Backmatter

    Seiten 246 - 250
Mehr
27,80 € *

2009-10-27, 250 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1202-8

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Anne von Oswald

Anne von Oswald, Historikerin und Sozialwissenschaftlerin, Deutschland

Andrea Schmelz

Andrea Schmelz, Politikwissenschaftlerin und Historikerin, Deutschland

Tanja Lenuweit

Tanja Lenuweit, Kulturwissenschaftlerin, Deutschland

... mit Anne v. Oswald, Andrea Schmelz und Tanja Lenuweit

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Im postsozialistischen Europa sind wir mit ganz neuen Chancen im Umgang mit Vergangenheit und Erinnerungen konfrontiert. Durch die Art und Weise, wie sich Gesellschaften an die Vergangenheit erinnern, entwickeln sich Identitäten und werden Kontinuitäten und Brüche geschaffen und Tabus aufgebrochen. Die Beiträge des Bandes fordern zu ungewöhnlichen Dialogen zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Positionen über Erinnerungen an Krieg, Flucht und Vertreibung in Europa auf.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Erstmals vereint dieser Band kontroverse künstlerische und wissenschaftliche Reflexionen zu ›heißen‹ und ›kalten‹ Erinnerungen nach 1989 über Krieg, Flucht und Vertreibung im ehemaligen Jugoslawien, Polen, Tschechien und Deutschland. Es geht dabei um die gesellschaftspolitische Rolle von Kunst, Literatur und Film in den gegenwärtigen Erinnerungsdiskursen, die sich auf die Zukunftsgestaltung der politischen und kulturellen Räume in europäischen Gesellschaften auswirkt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?

Es geht uns darum, die Rolle von Kultur und Kunst in den heutigen Erinnerungsdiskursen in sehr unterschiedlichen Gesellschaften und historischen Erfahrungsräumen neu zu erkunden. Steckt in der Kunst das Potenzial, um Gegenerinnerung aufzubauen, die das Schweigen bricht, das Verdrängte hervorholt und Menschen eine Stimme gibt, die vergessen wurden? Inwieweit ist es für die Kunst möglich, die jeweils national geprägten öffentlichen Debatten zu öffnen und sich dem Diktat der offiziellen Erinnerung zu entziehen?

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Die Beiträge zeigen Erinnerungsdiskurse auf, die uns mit der Transformation von Machtverhältnissen konfrontieren, um Sichtweisen aufzubrechen und Opfer-Täter-Diskurse zu hinterfragen.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Akteuren aus Kulturinstitutionen, Politik und Zivilgesellschaft.

6. Ihr Buch in einem Satz:

In den Beiträgen des Buches geht es um Konstruktionen von Erinnerungen und die Verhältnisse von Macht und Ohnmacht, die sich über einen interdisziplinären Dialog aufbrechen lassen.

Buchtitel
Erinnerungen in Kultur und Kunst Reflexionen über Krieg, Flucht und Vertreibung in Europa
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
250
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1202-8
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC ACX HBLW3
BISAC-Code
SOC022000 ART015110 HIS037070
THEMA-Code
JBCC AGA
Erscheinungsdatum
2009-10-27
Auflage
1
Themen
Flucht, Erinnerungskultur, Kunst, Migration
Adressaten
Kulturwissenschaften, Geschichte, Kunst, Sozialwissenschaften
Schlagworte
Erinnerung, Kunst, Europa, Kultur, Vertreibung, Krieg, Vergangenheit, Erinnerungskultur, Migration, Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, Zeitgeschichte, Kunstgeschichte des 21. Jahrhunderts, Kulturwissenschaft

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