Epiphanie

Reine Erscheinung und Ethos ohne Kategorie

»Die Freiheit zum anderen unterscheidet die Menschen.« (H. Lipps)

Die in diesem Essay unternommene Analyse der einzigartigen Epiphanie, in der menschliche Existenz »in die Erscheinung tritt«, führt von der Unscheinbarkeit der Sicht, der Anmut des Gesichts, der Entschiedenheit des frontalen Blicks bis zur Wehrlosigkeit des Antlitzes. In Auseinandersetzung mit erscheinungsphilosophischen Beiträgen von G.W.F. Hegel, H. Barth, H. Lipps und E. Levinas nähert sie sich dem von der Existenzialanalytik bisher verdunkelten »Konvergenzpunkt« von existenzieller und christologischer Erkenntnis. Der in der Epiphanie vernommene deontologische Anspruch tritt in den Lichtkreis einer ethischen Verhaltenheit, die sich der kategorialen Bestimmung entzieht und die Bedeutung des vinculum fidei et amoris für eine verbindliche Existenzform des Menschen sichtbar macht.

12,80 € *

2009-07-27, 56 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1209-7

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Guy van Kerckhoven

Guy van Kerckhoven, assoziierte Fakultät für Kunst und Architektur Brüssel Universität Leuven, Belgien

... mit Guy van Kerckhoven

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In seiner Pragmatismus-Vorlesung wies W. James darauf hin, dass ›die Erkenntnisse der Philosophie uns ganz unmittelbar betreffen‹. Das gilt vor allem dann, wenn sie sich dem Erscheinungsgeschehen direkt zuwenden. Denn: Erfahrung bedeutet in diesem Falle ›Begegnung‹. Die Erkenntnisse der Philosophie erregen weit mehr als nur professionelles Interesse, wenn sie den Glanz des Erscheinens und die dunklen, geheimnisvollen Kontraste, die ihn begleiten, berühren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das erscheinungsphilosophische Denken bietet die Chance, die alte Kluft zwischen ›Sein‹ und ›Sollen‹ wenn nicht zu überwinden, so doch einstweilig zu unterwandern. Der gehaltvolle existenzielle ›Anspruch‹ des In-die-Erscheinung-Tretens des Menschen ist weder bloß Gegebenheit noch reine Aufgabe. Das spezifische Quale der Epiphanie ist ›Betroffenheit‹. Aus Betroffenheit soll philosophiert werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die klassische Existenzphilosophie hat die reine Phänomenalität menschlicher Existenz in vielfacher Hinsicht unterschlagen. In ihrem In-die-Erscheinung-Treten ist menschliche Existenz niemals ›da‹, ›in der Welt‹. Kants Transzendentalphilosophie, Husserls Phänomenologie, H. Barths Erscheinungsphilosophie wussten um diese spezifische ›Vorweltlichkeit‹ menschlicher Existenz, die sich der Präsenzialität grundsätzlich entzieht. Dem im epiphanischen Vorgang vernommenen Anspruch soll durch eine ›Verhaltenheit‹ begegnet werden, die jeder ontologischen Bestimmung widersteht und einem gehaltvollen deontologischen Logos gebührenden Raum verschafft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

In seinen ›Rêveries du promeneur solitaire‹ streift J.-J. Rousseau den Gedanken einer ›morale sensitive‹. Responsivität, die in der Sinnlichkeit selbst vernommen wird, nicht ›der Lärm der Fakten‹ trägt am meisten zum Prestigegewinn der Phänomenologie bei.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Die Freiheit zum anderen unterscheidet die Menschen.‹ (H. Lipps)

Autor_in(nen)
Guy van Kerckhoven
Buchtitel
Epiphanie Reine Erscheinung und Ethos ohne Kategorie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
56
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1209-7
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPN HPQ
BISAC-Code
PHI001000 PHI005000
THEMA-Code
QDTN QDTQ
Erscheinungsdatum
2009-07-27
Auflage
1
Themen
Religion, Ethik, Mensch
Adressaten
Philosophie, Ethik, Theologie, Christologie
Schlagworte
Verbindlichkeit, Anspruch, Existenzialanalytik, Antlitz, Offenbarung, Mensch, Ethik, Religion, Ästhetik, Philosophie

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